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Frank Döring ist Vereinschef und Stadionsprecher

MAZ-Serie: Die Stimmen Brandenburgs Frank Döring ist Vereinschef und Stadionsprecher

In der MAZ-Serie „Die Stimmen Brandenburgs“ stellen wir diesmal Frank Döring vor. Der 55-Jährige ist nicht nur Vereinschef des SSV Einheit Perleberg, sondern dort seit 16 Jahren auch Stadionsprecher.

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Klare Ansage am Mikro: Frank Döring

Quelle: Foto: Stefan Peglow

Perleberg. Gelassen, aber sachlich und stets freundlich klingt Frank Dörings tiefe Stimme über die Lautsprecher im Perleberger Jahnsportpark. Sonnabends, zu den Heimspielen der Landesliga-Mannschaft, sitzt der Chef des SSV Einheit Perleberg am Mikrofon hinter den großen Fenstern der Geschäftsstelle, im Obergeschoss des Vereinsheims, den Blick auf den Rasenplatz gerichtet. Er begrüßt Zuschauer und Spieler, verliest die Mannschaftsaufstellungen. „Ja, der Ablauf ist eigentlich immer gleich“, sagt der 55-Jährige.

Schon seit 16 Jahren ist er der Stadionsprecher. „Ich habe das damals einfach übernommen und mache es immer noch gern.“ Damals, damit meint Döring die Zeit in seinem Leben, als er noch Geschäftsführer bei Einheit war. „Zeitweise habe ich das sogar hauptamtlich machen können, von den 90ern bis Anfang der 2000er Jahre.“ Sieben Jahre führte er die Geschäfte des SSV Einheit. Heute arbeitet er in seinem Beruf als Sozialpädagoge. „Das Mikro übernahm ich vom inzwischen verstorbenen Manfred Schäffer“, erinnert sich der Perleberger. Seither begleitet er nicht nur die Punktspiele, sondern auch die Freundschaftsspiele der Fußballer und andere Vereinsveranstaltungen am Mikrofon. Auf die großen Events bereitet sich der Sprecher intensiv vor.

Ansage für die Magdeburger Europapokal-Helden

Döring: „Bei den Spielen assistiert mir seit Jahren Eckhard Bussian, der dann neben mir sitzt, die Zeit nimmt, mir Hinweise und fachkundige Kommentare gibt. Doch bei Spielen wie gegen den Bundesligisten Hertha BSC reicht das nicht. Da mache ich mir vorher schon einen Plan.“ Besonders groß war Dörings Aufregung vor einigen Jahren, als mit der Traditionsmannschaft des 1. FC Magdeburg seine Stars nach Perleberg kamen. „Die wurden 1974 Europapokalsieger, das war meine Mannschaft zu DDR-Zeiten. Es war ein Genuss, einige von denen, die damals meine Idole waren, hier bei uns zu sehen. Ich durfte sie vor ihrem Spiel gegen die Prignitzer Altherren-Kreisauswahl vorstellen und dann auch noch die Begegnung moderieren. Das war schon ein echter Höhepunkt für mich.“

Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung

Wichtig ist Döring, am Mikro sachlich zu bleiben. „Daher ist während dieser Zeit nie Alkohol im Spiel – reichlich Kaffee aber mitunter schon“, erzählt der engagierte Ehrenamtler. Seinem Verein, dem er bereits seit 2008 vorsteht, ist er „seit frühester Kindheit“ verbunden. „Hier habe ich Fußball spielen gelernt und schon mehrere Ämter inne gehabt, hier bin ich zu Hause.“

Er sei eben durch und durch Perleberger. Dies verdeutlicht auch sein politisches Engagement in der Stadt – er ist derzeit sogar Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt. Da findet er es dann auch schön, wie seine Heimatstadt in der Vereinshymne besungen wird. „Die spiele ich zu jedem Spiel. Ansonsten habe ich selten Einfluss auf die Musikauswahl. Die Tormusik bekomme ich zum Beispiel von den Jungs der ersten Mannschaft bereitgestellt“, informiert Döring. Er unterhält sein Publikum nicht nur mit Musik. In den Halbzeitpausen gibt er die Spielstände der Kontrahenten bekannt, Ergebnisse aus dem Nachwuchs-Bereich, der Altherren oder Frauen, besondere Geburtstage von Vereinsmitgliedern und natürlich die Termine der nächsten Heimspiele seines SSV Einheit.

Von Stefan Peglow

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