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Frankreich-Expertin Krahn: "Schwerer als Schweden"   

Fußball Frankreich-Expertin Krahn: "Schwerer als Schweden"   

Für "Les Bleues" steht die Ampel auf Rot - die deutschen Fußballerinnen wollen ihren WM-Titeltraum keinesfalls schon im Viertelfinale begraben. "Wir wollen dieses Spiel gewinnen.

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Annike Krahn ist durch ihre drei Jahre bei Paris Saint-Germain als Frankreich-Expertin ausgewiesen.

Quelle: Carmen Jaspersen

Montreal. n. Aber das wird noch ein Stück schwerer als gegen Schweden", betont die deutsche Abwehrchefin und Frankreich-Expertin Annike Krahn.

Dem Fachurteil der 29-Jährigen kann man vertrauen, denn drei Jahre lang spielte sie für Paris Saint-Germain. Nach der WM kehrt die Bochumerin in die Heimat zurück und spielt dann für Bayer Leverkusen.

Erst vor zwei Tagen habe sie kurz Kontakt zu einigen französischen Spielerinnen gehabt, deren Stärken und Schwächen sie natürlich aus dem Effeff kennt. Viele aus dem Kader von Trainer Philippe Bergeroo spielten mit Krahn in Paris. Der Rest der Stammelf des Weltranglisten-Dritten besteht aus Spielerinnen von Olympique Lyon.

"Mit Marie-Laure Delie habe ich die letzten zwei Jahre zusammengespielt", erläutert Krahn, und warnt: "Sie ist sehr torgefährlich, geht gern in die Tiefe, legt aber auch mal einen Ball ab." Klar, dass die Innenverteidigerin im Vorfeld des Top-Duells nicht nur für Bundestrainerin Silvia Neid ein willkommener Gesprächspartner ist, sondern auch Anlaufstelle für die ein- oder andere Mitspielerin: "Sie kommen und fragen schon mal, welche Besonderheiten die Französinnen haben."

Neid hat mit ihrem Trainerteam und dem Video-Analysten Jan Heidermann den kommenden Gegner längst genau unter die Lupe genommen. Geheimnisse gibt es auf beiden Seiten ohnehin nicht. So steht Neids Matchplan: "Wir müssen von Anfang an Präsenz zeigen und mit Leidenschaft auftreten. Es wird entscheidend sein, dass wir Frankreich nicht ins Spiel kommen lassen", sagt die Trainerin, die ihr Team bestens präpariert sieht.

"Wir fühlen uns sehr gut. Die Spielerinnen sind in sehr guter Verfassung und können wieder Vollgas geben", versicherte Neid am Donnerstag vor dem Abschlusstraining im Olympiastadion von 1976. Dass unter dem geschlossenen Hallendach gespielt wird, sei ungewohnt und "schon sehr speziell. Mal schauen, wie der Kunstrasen ist und der Ball läuft". Eine "gewisse Anspannung" sei zu spüren. "Aber wir wollten das so und freuen uns, dass wir das alles erleben dürfen."

Die deutschen Spielerinnen wissen genau, worauf es am Freitag (22.00 Uhr MESZ) mit dem Anpfiff ankommen wird: Dominant auftreten, aggressiv in die Zweikämpfe gehen, eigene Qualitäten durchsetzen! Mentale Stärke ist in "50:50-Spielen" (Krahn) mindestens genauso wichtig wie körperliche Präsenz. Deswegen sagt Simone Laudehr ohne Überheblichkeit, aber mit Selbstbewusstsein und aus Überzeugung: "Wir müssen uns gar nicht an ihren Stil gewöhnen, weil wir unser Spiel machen wollen." Alexandra Popp sieht das genauso: "Wir müssen zeigen, dass wir die Chefs sind. Dann kann man sie packen."

Ob beide Teams gleich offensiv aufeinander losgehen oder sich erst ein paar Minuten beschnuppern, ist offen. Relativ sicher ist, dass es kein hohes Resultat geben wird. "Es sind zwei gleich gute Mannschaften. Wir wollen ihnen keine Luft zum Atmen geben", versichert Lena Goeßling. Das berühmte "Duell auf Augenhöhe" also. Wahrscheinlich sind Beharrlichkeit und Geduld gefragte Tugenden, glaubt auch Mittelfeldmotor Laudehr: "Wir machen uns kein Druck. Wenn wir die Chancen haben und ein schnelles Tor machen, ist es perfekt. Aber wenn es in der 91. Minute fällt, ist es auch okay. Solche Spiele gehen auch mal 1:0 aus."

Weil Saskia Bartusiak eine Gelbsperre abbrummt, bekommt Krahn eine andere Innenverteidigerin an ihre Seite. Ziemlich sicher wird das Babett Peter sein, die bei ihrem einzigen WM-Einsatz im dritten Gruppenspiel gehen Thailand zeigte, dass auf sie absolut Verlass ist. Darum macht sich Krahn keinen Kopf. Und auch nicht darum, ob ihre Beziehung zu Frankreich oder deren Protagonisten leiden könnte. Ihre Ansage ist unmissverständlich: "Das ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Unser Traum ist, ins Finale zu kommen. Und auf dem Platz gibt's eh' keine Freunde."

dpa

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