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Frankreichs Ligue 1 erwartet Durchmarsch von PSG

Fußball Frankreichs Ligue 1 erwartet Durchmarsch von PSG

Frankreichs Fußball-Ungeheuer wird immer stärker. Mit der Verpflichtung des argentinischen Stars Ángel Di María raubt Paris St. Germain der nationalen Konkurrenz vor dem Ligue-1-Start am 7. August beim OSC Lille die letzten Illusionen.

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Der Argentinier Ángel Di María soll die Offensive von PSG noch mehr verstärken.

Quelle: Ian Langsdon

Paris. "Diesem Paris Paroli zu bieten ist nicht nur schwer, es ist unmöglich. Die spielen inzwischen auf einem anderen Planeten", stöhnte diese Woche der Trainer von HSC Montpellier, Rolland Courbis. Das Titelrennen werde "wohl schon im Februar entschieden sein", fürchtet er.

Das Millionärsensemble um Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva, David Luiz, Blaise Matuidi und Edinson Cavani, das im Tor durch den Ex-Frankfurter Kevin Trapp verstärkt wurde, scheine in der Ligue 1 unbezwingbar, schrieb die Sportzeitung "L'Équipe". Es werde einen "unerbittlichen, unabwendbaren und ungenierten Durchmarsch" der Pariser zum vierten Liga-Titel in Folge geben.

PSG, von Medien immer als Ungeheuer bezeichnet, profitiert von der Auflockerung der Fairplay-Regeln durch den europäischen Verband UEFA. Nur deshalb durften die Clubbosse aus Katar den Geldbeutel nach einer Zwangspause wieder weit aufklappen und für Di María (27) nach Medienberichten 63 Millionen Euro ausgeben.

Nach dem Transfer von Cavani, der 2013 für 64 Millionen kam, ist es der zweitteuerste Einkauf in Frankreich. Für Trapp (25) wurden neun Millionen nach Frankfurt überwiesen. Noch einmal neun Millionen wurden für Benjamin Stambouli von Tottenham Hotspur ausgegeben.

Anders als letzte Saison, als man einen schlechten Start erwischte und das Feld mit einem fulminanten Endspurt von hinten aufrollte, will Paris diesmal den Ligatitel so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen, um sich auf das große Ziel, den Gewinn der Champions League, konzentrieren zu können. Bei Siegen über Benfica (3:2), Florenz (4:2) und Manchester United (2:0) demonstrierte das Team von Laurent Blanc im Sommer eine beneidenswerte Frühform.

Wie überlegen Paris auf nationaler Ebene ist, zeigte das Supercup-Duell. Olympique Lyon, Zweiter der Vorsaison, wurde in Montreal mühelos mit 2:0 abgefertigt. Das Fachmagazin "France Football" schrieb, PSG werde den Ligatitel "in der Nase bohrend" gewinnen. Man werde froh sein, wenn man diese Saison die Hauptstädter "ein bisschen nerven könne", räumte Lyon-Routinier Maxime Gonalons ein.

Dass die Ansprüche der Konkurrenz so gering sind, darf niemanden verwundern. Paris hat einen Saisonetat von knapp 500 Millionen Euro. Lyon muss als zweitreichster Club mit 170 Millionen auskommen. Die beiden anderen großen Rivalen, AS Monaco (vergangene Saison immerhin Champions-League-Viertelfinalist) und Olympique Marseille, verfügen über 130 und 125 Millionen.

Paris will sich ohnehin lieber mit Bayern, Barcelona oder Real Madrid messen. In der Champions League war zuletzt drei Mal in Folge in der Runde der letzten acht Schluss. Das soll diesmal besser werden, versprach Clubboss Nasser Al-Khelaifi in "L'Équipe". Und auch di María weckt Träume: "Ich weiß, dass PSG letzte Saison alle möglichen Titel gewonnen hat, ich weiß aber auch, dass ich dabei helfen werde, in der Champions League übers Viertelfinale hinauszukommen", erklärte der Profi.

Die Ansprüche an den schmal gebauten Dauerläufer aus Rosario, der nach dem Gewinn der Champions League mit Real Madrid und der Nominierung für den Goldenen WM-Ball im Sommer 2014 für rund 75 Millionen zu Manchester United wechselte, in England aber nie an alte Leistungen anknüpfen konnte, werden groß sein. Denn: "El Fideo", die Nudel, werde bis 2019 jedes Jahr nicht weniger elf Millionen kassieren, hieß es in französischen Blättern.  

Medien mutmaßen dieser Tage, dass die gefährlichste Bedrohung für Paris in den eigenen Reihen lauere. Gemeint ist der Frust einiger Stars. Sirigu, Lucas, Motta und Ezequiel Lavezzi deuteten an, sie wollten sich mit einem Reservistendasein nicht abfinden. Und Cavani forderte erneut, als Mittelstürmer eingesetzt zu werden. Gegen Lille wird der Uruguayer nichts zu meckern haben, denn Ibrahimovic wird wegen einer Knieverletzung fehlen.

dpa

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