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Frenzel "unmenschlich": Dritter Triple-Sieg trotz Sturzes

Ski nordisch Frenzel "unmenschlich": Dritter Triple-Sieg trotz Sturzes

Das Triple beim Triple war für Eric Frenzel fast schon Geschichte. Mit einer schier unmenschlichen Energieleistung sicherte sich der Kombinierer dann aber doch wieder den Erfolg beim Saisonhöhepunkt der Nordischen Kombination.

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Ein Sturz beim Springen kostete Eric Frenzel eine bessere Start-Position beim Laufwettbewerb.

Quelle: Expa/Jfk

Seefeld. Eric Frenzel war sprachlos, die Trainer lagen sich ungläubig in den Armen. Der Olympiasieger schrieb beim Seefeld-Triple der Nordischen Kombinierer Geschichte.

Nicht nur, dass der Oberwiesenthaler zum dritten Mal in Serie das Triple gewann und nun schon elf Weltcup-Rennen hintereinander im Tiroler Wintersport-Mekka ungeschlagen ist. Mit einer atemberaubenden Energieleistung vollendete er eine famose Aufholjagd, die ihres Gleichen sucht.

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Auch der drittplatzierte Teamkollege Fabian Rießle verbeugte sich vor Eric Frenzel.

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"Das war schier unmenschlich", meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Österreichs Weltmeister Bernhard Gruber zog seine Mütze und sprach von einem unfassbaren Lauf des Sachsen. Fabian Rießle als Gesamtdritter fand es einfach nur genial. Nach einem Sturz im Springen war Frenzel mit einem Rückstand von 56 Sekunden auf den Japaner Akito Watabe in den 10-Kilometer-Lauf gegangen. "Es gab eine Minimalchance, die wollte ich nutzen. Ich bin mit sehr viel Wut im Bauch wegen des Sturzes losgelaufen. Aber erst auf den letzten 700 Metern habe ich daran geglaubt, dass ich es wirklich schaffen kann", versuchte Frenzel seine Aufholjagd zu beschreiben.

Ein Grund für Frenzels Erfolg war wohl auch ein Sturz Watabes nach sechs Kilometern. "Vielleicht war ich schon etwas müde", meinte der Japaner. Weinbuch nutzte das Missgeschick, um Frenzel mit einer kleinen Flunkerei mental noch weiter aufzubauen. "Ich habe ihm zugerufen: Watabe ist total blau", erzählte der Bundestrainer.

"Ich habe heute so viele verschiedene Emotionen erlebt wie noch nie in meinem Sportlerleben. Aber ich bin froh und stolz, dass ich allen Leuten, die wegen mir hierhergekommen sind, so eine Show abliefern konnte", betonte der Champion. Er blieb trotz der Demütigung seiner Konkurrenten demütig. "Jeder Sieg, auch jeder einzelne in Seefeld, muss hart erarbeitet werden. Und die anderen haben auch ihre besten Leistungen abgeliefert."

Bei starkem Schneefall hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Plätzen. Als Frenzel 200 Meter vor dem Ziel an Watabe förmlich vorbeiflog, konnte man den Jubelschrei bis weit in die Stadt Seefeld hinein hören. Es war das spektakuläre Ende eines 10-Kilometer-Rennens, das es so in der Geschichte der Kombination selten gegeben hat.

In Seefeld wird nun darüber nachgedacht, wie man die Leistungen Frenzels besonders honorieren kann. "Wir werden auf unserer Ratssitzung am 28. Februar das Thema auf der Tagesordnung haben. Was genau wir tun, wissen wir noch nicht", sagte Bürgermeister Werner Frießer. Im Gespräch ist eine Ehrenbürgerschaft, eine Eric-Frenzel-Straße oder eine andere bleibende Würdigung. "Wer sich in Seefeld so wohlfühlt und so viel für die Außendarstellung unserer Stadt sorgt, muss belohnt werden", bemerkte das Stadtoberhaupt.

dpa

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