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Freund am Bergisel mit Reserven - Prevc pokert

Skispringen Freund am Bergisel mit Reserven - Prevc pokert

Nach einem sehr guten Training erwischt Severin Freund in der Qualifikation keinen optimalen Sprung. Spitzenreiter Prevc spart vor dem dritten Tournee-Wettbewerb, bei dem alle sieben DSV-Athleten dabei sind, Kräfte.

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Severin Freund sprang in der Qualifikation in Innsbruck auf Platz sechs.

Quelle: Daniel Karmann

Innsbruck. Severin Freund ließ sich für den Schanzen-Showdown mit Peter Prevc am Bergisel noch Reserven, sein Rivale die Qualifikation gleich ganz aus.

"Das war nicht die feine Klinge", stellte Freund nach seinem sechsten Platz in der Ausscheidung für den dritten Wettbewerb der 64. Vierschanzentournee fest. Nach einem Sprung auf 126,5 Meter lag der Gesamtzweite 4,8 Punkte hinter dem Sieger Michael Hayböck aus Österreich.

Der Schanzenrekordhalter kam am Samstag auf 127 Meter und trifft im K.o.-Duell des ersten Durchgangs auf Tournee-Spitzenreiter Prevc aus Slowenien. Der pokerte wie Freund zwei Tage zuvor in Garmisch-Partenkirchen und verzichtete auf die Qualifikation. "Er macht uns das nach. Mal sehen, wer morgen das bessere Los zieht", kommentierte Bundestrainer Werner Schuster das Psycho-Spiel zwischen den beiden Topfavoriten.

Insgesamt war Schuster zufrieden, denn der Schanzenwechsel ist seinen Schützlingen gelungen. Alle sieben deutschen Springer sind am Sonntag dabei. Neben Freund sprangen Richard Freitag als Siebter und Stephan Leyhe auf Rang acht in die Top Ten. Auch Andreas Wank, Andreas Wellinger, Karl Geiger und Michael Neumayer qualifizierten sich problemlos. "Wir haben super reingefunden, das Training war sehr gut", stellte Schuster fest. "Es wäre aber schön gewesen, wenn einer in die Top 3 gekommen wären."

Freund glänzte vor allem in der Probe, in der er zweimal vor Prevc lag. Dennoch kletterte er in der Ausscheidung ein drittes Mal auf den Bakken. "Die Landung war beide Male nicht so grandios, die wollte ich sauberer hinbekommen. Deshalb habe ich die Qualifikation nicht ausgelassen", begründete der 27-Jährige seine Entscheidung. Im K.o.-Duell trifft er auf den Russen Denis Kornilow.

Am Morgen waren die DSV-Adler erstmals seit dem Grand Slam von Sven Hannawald vor 14 Jahren mit berechtigten Hoffnungen auf den Tournee-Triumph zum Bergisel gereist. Der kleine Dämpfer beim Neujahrsspringen durch den Verlust der Gesamtführung von Freund tat der Euphorie im Team keinen Abbruch. "Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Tournee. Die Chance lebt", bilanzierte Schuster zur Halbzeit.

Das Duell um die Tournee-Krone sieht er längst noch nicht entschieden, auch wenn Prevc ein kleines Polster von 8,6 Punkten in den Wettkampf mitnimmt. "Er muss in Innsbruck erst einmal bestehen", meinte Schuster. "Aus seiner Sicht wäre ich mit dem Vorsprung nicht zufrieden. Es ist noch alles offen."

Das sieht auch Freund so. "Das ist zwar eine kleine Schanze, aber hier kann man trotzdem einiges aufholen - oder verlieren", sagte der Weltmeister. "Trotz der Leistungsdichte ist es möglich, auch mal ein Loch aufzureißen, wenn du sehr gut springst. Ich habe das Potenzial dazu", verkündete Freund und gab sich zuversichtlich.

Zweiter deutscher Hoffnungsträger am Bergisel ist Freitag, der dort im Vorjahr triumphierte. "Erinnerungen an den Sieg sind da. Aber es ist kein Selbstläufer", sagte der Sachse. Das bekam er in der Qualifikation zu spüren, wo er nur auf 123 Meter kam. "Ich bin das zu aggressiv angegangen. Mit der Brechstange geht es halt nicht", sagte Freitag. "Es ist aber einiges drin." Glaubt auch der Bundestrainer: "Er rückt dem Podest näher. Ich denke, Richard wird jetzt bald mal reif dafür sein."

dpa

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