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Fußball in Zeiten des Terrors

13. Bundesliga-Spieltag Fußball in Zeiten des Terrors

Trauerflor und Schweigeminute: Dieses Wochenende ist der Spieltag Nummer eins der Fußball-Bundesliga nach den Terroranschlägen in Paris. Besonders für die Nationalspieler dürfte dieser 13. Spieltag ein ganz besonderer sein. Trauer und Angst spielen mit. Hertha BSC und andere Vereine erhöhen die Sicherheitsmaßnahmen und öffnen die Stadiontore früher.

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Hertha BSC erhöht die Sicherheitsmaßnahmen im Berliner Olympiastadion.

Quelle: dpa

Berlin. Es ist der Spieltag Nummer eins der Fußball-Bundesliga nach den Terroranschlägen in Paris. Viele der mehr als 300 000 Stadionbesucher werden an diesem Wochenende vermutlich mit einem mulmigen Gefühl in die Bundesliga-Arenen pilgern. Die Angst vor Terroristen reist mit. Zweimal binnen einer Woche kam der Terror ganz nah ran an den Fußball: Am Freitag brutales Morden parallel zum Länderspiel Frankreich gegen Deutschland in Paris, am Dienstag dann Absage der Partie Deutschland gegen die Niederlande wegen Anschlagsgefahr in Hannover.

Besonders für die Nationalspieler , die beim Test an der Seine gegen Frankreich die Bedrohung hautnah spürten und die Absage der Partie gegen die Niederlande in Hannover erlebten, wird der Gang ins Stadion nicht leicht sein. "Natürlich beschäftigt uns das alles", sagte Weltmeister Jérôme Boateng vor dem Topspiel des FC Bayern München beim FC Schalke 04 der "Bild". "Ich habe den Herzenswunsch, dass alle Menschen, Fußballfans und Spieler, Nichtfußball-Fans, einfach alle, wieder zu einem unbeschwerten Leben zurückkehren können."

Die Profis werden mit Trauerflor antreten und zusammen mit den Fans den Opfern von Paris mit einer Schweigeminute gedenken. Mit dem Anpfiff des 13. Spieltages, der von besonderen Sicherheitsmaßnahmen begleitet wird, soll aber wieder der Alltag einkehren. "Fußball soll und muss schön bleiben. Unterhaltsam, ein Fest für alle. Wir müssen versuchen, zur Normalität zurückzukehren", sagte Boateng. So sieht es auch Bayern-Coach Pep Guardiola: "Es ist nicht einfach, für mich nicht, für alle nicht. Wir müssen weiterleben und unseren Beruf tun."

Hertha BSC möchte das Überraschungsteam der Liga und Vierter bleiben. "Wir haben gegen jede Mannschaft, die mit uns auf Augenhöhe ist, gepunktet. Das ist eine sehr gute Entwicklung", sagte Hertha-Manager Preetz vor dem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten TSG Hoffenheim (Anpfiff am Sonntag um 15.30 Uhr). Die Kraichgauer blieben mit dem neuen Coach Huub Stevens zweimal ohne Gegentreffer, schossen aber seit drei Partien kein Tor mehr.

Sicherheitsmaßnahmen bei Hertha BSC

  • Aufgrund hoher Sicherheitsstandards werden sich die Wartezeiten beim Einlass verlängern.
  • Auch im VIP-Bereich kann es durch die Einlass- bzw. Fahrzeugkontrollen zu Wartezeiten kommen.
  • Das Stadion wird deshalb früher geöffnet – bereits ab 13.30 Uhr wird Einlass sein.
  • Möglichst keine Taschen, Rucksäcke oder ähnliche Gepäckstücke mitführen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre persönlichen Gegenstände im Stadion nicht unbeaufsichtigt stehenbleiben.
  • Im Bedarfsfall unbedingt den Anweisungen des Sicherheitspersonals sowie der Ordnungskräfte Folge leisten!
  • Weitere Hinweise, auch zur Anreise und zum Parken >

Im Nordderby gegen Werder Bremen will der VfL Wolfsburg den dritten Platz festigen. Ganz so einfach dürfte es gegen die Hanseaten nicht werden, die immerhin zehn ihrer 13 Punkte auswärts holten. VfL-Manager Klaus Allofs ("Da haben wir Luft nach oben") übte nach den zuletzt wenig überzeugenden Darbietungen nicht nur Kritik am Team, sondern speziell an André Schürrle. "Natürlich müssen wir so ehrlich sein zu sagen: Er spielt hier nicht am Limit und wir erwarten mehr", sagte er über den 32 Millionen Euro teuren Einkauf.

Erstmals als Cheftrainer will André Schubert seine Erfolgsstory - sechs Siege und ein Remis - mit Borussia Mönchengladbach gegen Hannover 96 fortschreiben. "Wir wollen unbedingt gewinnen", sagte er. Gewinnen müssen heißt es bei den Niedersachsen. Sie sammelten bisher nur elf Punkte und müssen sich immer mehr gegen den Abstieg stemmen. "Ohne es zu negativ zu sehen, wird das wahrscheinlich für uns bis zum Sommer das große Thema bleiben", meinte 96-Profi Christian Schulz.

Bayer Leverkusen droht zwar nicht die Zweitklassigkeit, aber es besteht die Gefahr, das Ziel Champions-League-Rückkehr zu verfehlen. "Es wird höchste Eisenbahn, dass wir wieder punkten", urteilte Bayer-Trainer Roger Schmidt vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt. Dies gilt im Kellerduell zwischen dem Drittletzten VfB Stuttgart und Schlusslicht FC Augsburg für beiden Clubs gleichermaßen. Besonders prekär ist die Lage für Europa-League-Teilnehmer Augsburg, der in den vergangenen sieben Partien nicht mehr gewinnen konnte.

Nach einigem Auf und Ab wollen sich der 1. FC Köln und der FSV Mainz 05 wieder stabilisieren. Nach jeweils vier Pflichtspielen ohne Sieg kamen beide Vereine zuletzt wieder zu Erfolgen. "Wir haben es im Vergleich zum Vorjahr geschafft, dass wir sagen können, wir sind auf Augenhöhe mit Mainz", sagte FC-Trainer Peter Stöger. Wegen der Terroranschläge verzichten die Spieler aus Köln auf das Tragen der eigens für den Karneval entworfenen Trikots.

Stadiontore öffnen teils früher

An vielen Stadien dürfte es wegen der strengeren Einlasskontrollen zu deutlich längeren Wartezeiten an den Eingängen kommen. Die Fans sollten also pünktlich anreisen, hieß es von den Clubs. Für die 15.30-Uhr-Partien am Samstag in Mönchengladbach und Köln öffnen die Stadiontore deshalb bereits um 13.00 Uhr. Es gebe allerdings keine Hinweise auf eine «Gefahrenlage», erklärte Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers. In Köln sollen deutlich mehr Ordnungskräfte bei der Partie gegen Mainz 05 für Sicherheit sorgen. Jeder Einzelne sei zudem aufgerufen, «Auffälligkeiten der Polizei» zu melden.

dpa

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