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Gänsehaut-Momente beim Spiel für Momo

Benefizspiel in Ludwigsfelde für toten Fußballer Gänsehaut-Momente beim Spiel für Momo

You’ll never walk alone: Emotionale Momente erleben die Spieler und die über 1000 Zuschauer beim Benefizspiel für den überraschend verstorbenen, erst 18-jährigen A-Jugend-Fußballer Maurice „Momo“ Marquardt aus Ludwigsfelde. Die Spendenaktion, mit der Momos Mutter unterstützt wird, geht weiter.

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Das Spiel endete 15:3 für den LFC (rote Trikots).
 

Quelle: Julius Frick

Ludwigsfelde.  Mit wenigen Worten, aber dafür sehr treffend, brachte Marcel Hass alle Geschehnisse der letzten Tage auf den Punkt: „Es ist eine sehr traurige Geschichte, aber sie hat ein gutes Ende gefunden“, sagte der Fußballer, der beim Benefizspiel am Mittwochabend zu Ehren des verstorbenen Maurice „Momo“ Marquardt im Ludwigsfelder Waldstadion mitkickte. Eine große Kulisse von 1609 zahlenden Zuschauern trug dazu bei, dass die Veranstaltung eher einem Fußballfest als einem Trauerspiel glich.

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Das Benefizspiel für den plötzlich verstorbenen 18-jährigen Maurice „Momo“ Marquardt vom Ludwigsfelder FC wurde zu einem Fußballfest. So hatten es sich seine Mitspieler aus der A-Jugend und die Freunde vom Fanclub „Harter Kern“ gewünscht.

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Hertha-Profi unter den Zuschauern

Unter den Besuchern weilte auch Hertha-Bundesligaprofi Änis Ben-Hatira. Der 26-Jährige verzichtete wegen des Benefizspiels auf einen Testkick seiner Hertha und spendete einen vierstelligen Betrag. Ben-Hatira: „Es soll hier nicht um mich gehen, sondern die Aktion soll hier im Fokus stehen. Ich habe über Facebook von der Aktion erfahren und bin gerne hierher gekommen.“

Vor der Partie herrschte gelöste Stimmung auf den Rängen und auf dem Rasen balgten sich die Spieler bei den Aufwärmübungen. Erst als die Fußballhymne „You´ll never walk alone“ anklang und wenig später Stadionsprecher Jens Teichmann seine bewegende Rede vortrug, kippte die Stimmung.

Gänsehaut-Moment vor dem Spiel

Viele Menschen hielten inne und wurden sich des Moments, in dem sie sich befanden, bewusst. Doch dann wieder großer Applaus für die Worte Teichmanns. „Das war ein absoluter Gänsehaut-Moment, als wir das Spielfeld betraten“, meinte Tillmann Spieß, einer der Hauptorganisatoren des Benefizspiels und besten Freunde Momos.

Von Freunden organisiert

Spieß hatte mit seinen Freunden und dem Harten Kern, dem Fanclub des Ludwigsfelder FC, dafür gesorgt, dass das Benefizspiel solch einen Rahmen bekam. Bereits kurz nach dem Tod des 18-jährigen Fußballers, der am 16. Juni an einer plötzlich auftretenden Krankheit verstarb, bemühte sich Jens Tittmar, der Chef des Harten Kerns, um einen letzten Kick zu Ehren Momos.

Verein zieht mit

Nach kurzer Abstimmung mit den Verantwortlichen des LFC, kam die Zusage, dass das Spiel auf dem Hauptplatz des Waldstadions ausgetragen werden durfte. „Es ist eine positive Überraschung, dass wirklich so viele Zuschauer gekommen ist. Alle Organisatoren verdienen dafür eine große Anerkennung“, sagte LFC-Präsident Michael Jürschik.

1. Herren gewinnen 15:3

Auf dem Rasen trafen dann die erste Mannschaft des Ludwigsfelder FC auf eine Auswahl des Fanclubs Harter Kern und Freunden des Verstorbenen. Doch das Sportliche geriet schnell in den Hintergrund. Letztlich gewann der LFC mit 15:3 (7:1). Nach einem Tor von Fanclub-Chef Tittmar beendete Schiedsrichter Enrico Barkowski die Partie. „Ich wollte eigentlich gar nicht spielen“, meinte Tittmar, „jetzt müssen wir die Geschehnisse erst mal in Ruhe sacken lassen und uns in den nächsten Tagen in Ruhe besprechen, wie es weitergeht.“

Mario Götze und Marco Reus spenden Trikots

Weitergehen wird es auf alle Fälle, so sind zumindest die Pläne von Spieß und Co. „Die Spendenaktion wird kein Ende haben. Das Spendenkonto wird weiter offen bleiben“, erzählte Spieß. Außerdem werden sie das signierte Trikot von Bayern-Spieler Mario Götze versteigern, der Erlös fließt auf das Spendenkonto. Ähnlich plant dies auch Deniz Bergelt. Der Jugendliche gewann in der Halbzeitpause das Trikot von Marco Reus. „Ich werde das Trikot auch versteigern und die Einnahmen der Mutter zukommen lassen. Ich kannte Momo und die Mutter bereits sehr lange. Deswegen war von vornherein klar, dass ich das so machen werde.“

Überwältigt von der Resonanz

Nach dem Ende der Partie wurde es nochmals emotional. Mit einem riesigen Banner verabschiedeten sich die Spieler vom Rasen. In den Katakomben des Stadions gab es gemischte Gefühle. Marcel Hass meinte: „Bei solchen Aktionen geht mir einfach nur das Herz auf.“ LFC-Kapitän Philipp Karaschewitz zeigte sich begeistert vom gesamten Rahmen der Aktion. „Ich bin einfach unglaublich stolz, was die Organisatoren hier auf die Beine gestellt haben. Überwältigt war ich von der Zuschauer-Resonanz. Das ist ein großes Zeichen für die Sache.“

Das Spendenkonto:

VR-Bank Fläming eG
BIC: GENODEF1LUK
IBAN: DE77 1606 2008 1302 7085 00
Kontoinhaber: Harter Kern 97 e.V.
Verwendungszweck: zu Ehren von Momo

Von Maximilian Konrad

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