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Geher Nils Gloger beendet Karriere

Leichtathletik Geher Nils Gloger beendet Karriere

Er hat lang mit sich gerungen, nun hat er sich entschieden: Geher Nils Christopher Gloger vom SC Potsdam beendet seine leistungssportliche Laufbahn. Statt Olympia in Rio will er sich auf sein Studium konzentrieren. Er erklärt, weshalb er mit 25 Jahren aufgehört hat.

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Nils Gloger: „Selbst Olympia motiviert mich nicht mehr.“

Quelle: foto: Pohl

Potsdam.
Die Olympischen Spiele im August in Rio finden ohne Geher Nils Christopher Gloger statt. Der 25-Jährige teilte seinem Verein SC Potsdam das Ende seiner leistungssportlichen Laufbahn mit. „Um es auf den Punkt zu bringen, ich habe keine Lust mehr“, sagt der Leichtathlet. „Ich habe keinen Spaß mehr am Sport, das passt nicht mehr.“ Kurzum, ein Burnout zwang ihn zu diesem Schritt.

„Ich kann mich einfach nicht mehr motivieren. Das war sicher die schwerste Entscheidung meines Lebens. Ich habe mir lange Gedanken gemacht. Olympia als Ziel habe ich nur noch als Qual empfunden. Ich habe nachts nicht einschlafen können und gegrübelt. Ich fühlte mich ständig sehr unwohl. Das Jahr 2015 war zum Vergessen, immer wieder haben mich nach hartem Training Krankheit und Verletzungen zurückgeworfen. Ständig bin ich den Trainingsrückständen hinterhergelaufen“, erzählt Gloger, der nach eigenem Bekunden aber nicht in ein Loch falle. Er studiert in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen für Umwelt und Nachhaltigkeit. Mit seiner Freundin Julia, eine Läuferin, habe er einen starken Rückhalt, mit ihr könne er joggen. „Gehen ist vorbei“, stellt er klar. „Vielleicht versuche ich es jetzt mit ein wenig Fußball, natürlich ohne leistungssportlichen Gedanken.“

Der Trainer bedauert den Rücktritt

Am meisten vermisst er seine Trainingsgruppe. Bei Coach Ronald Weigel bildete Gloger mit Christopher Linke, Hagen Pohle und Nils Brembach ein starkes Quartett. Das Trio kehrte gerade aus dem Trainingslager in Südafrika zurück. Am Sonntag starten die drei Potsdamer bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Erfurt über 5000 Meter. „Sie wollen nach Rio, da will ich was sehen“, meint Weigel, der Glogers Rücktritt bedauert. Nach der EM-Teilnahme 2014 hatte er im Vorjahr die WM verpasst und stieg bei den Deutschen Meisterschaften im Oktober in Andernach über 50 Kilometer – als Pohle die Olympia-Norm schaffte – aus.

Letzter Wettkampf als erneuter Tiefschlag

„Das war noch mal so ein Tiefschlag. Ich habe es vom Kopf her nicht mehr auf die Reihe bekommen“, bedauert Gloger, für den die Universiade in China 2015 mit Rang sieben das schönste Erlebnis war. Der Student, der mit seiner Freundin in Teltow wohnt, hatte mehrfach national auf dem Treppchen gestanden, war auch mal deutscher Hallenmeister. Mit seiner Bestzeit von 1:21:49 Stunden über 20 Kilometer liegt der Geher sogar unter der Olympia-Norm (1:22:00). Aber der harte Gang nach Rio kommt für ihn nicht mehr in Frage.

Von Peter Stein

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