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Geher-Trio startet in die Mission Olympia

Leichtathletik, SC Potsdam Geher-Trio startet in die Mission Olympia

In der MAZ-Serie „Der Weg nach Rio“ war die MAZ dabei, als die Geher Christopher Linke, Hagen Pohle und Nils Brembach vom SC Potsdam verabschiedet wurden. Für das Trio wird damit ein Kindheitstraum wahr.

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Vom Ufer des Templiner Sees in Potsdam an die Copacabana nach Brasilien: die Geher Christopher Linke, Nils Brembach und Hagen Pohle (v.l.).

Quelle: Foto: Peter Stein

Potsdam. „I have a dream“ – „Ich habe einen Traum“ hat sich Christopher Linke auf seinen rechten Oberarm tätowieren lassen, dazu die Olympischen Ringe. Nun geht dieser Sportlertraum von Olympia für den 27-Jährigen zum zweiten Mal in Erfüllung. Gemeinsam mit seinen Vereinsgefährten Nils Brembach und Hagen Pohle vom SC Potsdam wird Linke an den Olympischen Spielen in Rio im 20 Kilometer Gehen teilnehmen. Dass alle drei Starter in derselben Disziplin vom selben Verein kommen, ist ein Novum im deutschen Leichtathletikteam und in der Olympia-Geschichte des SC Potsdam.

Alle drei starten in einem Wettbewerb

„Das ist auf keinen Fall ein Nachteil“, sagt Linke, als EM-Fünfter von 2014 und WM-Neunter von 2013 der Erfahrenste im Trio. „Im Training hat uns das voran und letztlich zu dritt zu Olympia gebracht. Im Wettkampf selbst muss jeder für sich kämpfen und bereit sein, sich weh tun zu wollen.“ Ihr Trainer Ronald Weigel, der einst selbst drei olympische Medaillen im Gehen gewann, sagt beim Empfang des Vereins am Freitag im Kongresshotel Potsdam: „Das wird der schwerste Wettkampf im bisherigen Sportlerleben für die Athleten. Mit dieser Einstellung müssen sie klar kommen und dürfen sich nicht von irgendwelchen misslichen Bedingungen beeindrucken lassen, auch nicht von der Konkurrenz. Wir haben Respekt vor den Gegnern, aber keine Angst.“

Linkes Socken als Glücksbringer

Sportsoldat Linkes Marschroute ist seit langem klar: „Ich hoffe, das wird mein Tag. Dann werde ich erfolgreich sein.“ Mehr will er von seinen offenbar hohen Zielen nicht öffentlich preisgeben. „Wir haben alle drei gut trainiert. Die Form sollte stimmen.“ Damit alles klappt, will der 1,91 Meter große Schlaks, der auch von seiner Heimatstadt Werder/Havel feierlich verabschiedet wurde, nicht auf seine Socken als Glücksbringer verzichten.

Linke, der erst Anfang der Woche aus dem Höhentrainingslager auf dem Belmeken/Bulgarien zurückgekehrt war, freut sich auf die Begegnungen mit der großen Sportlerfamilie im Olympischen Dorf. „Ich bin auch großer Handball-Fan, da triffst du dann die Stars aus Spanien oder Frankreich, die ich nur aus dem Fernseher kenne, morgens beim Frühstück in der Mensa. Schon bei der Einkleidung am Dienstag in Hannover hatte ich eine tolle Begegnung mit Tennisprofi Dustin Brown, ein ganz normaler Typ wie ich.“

Der Traum von Olympia

Den Traum von Olympia, so Linke, habe er erstmals offensiv formuliert, als er in der 7. Klasse an die Sportschule kam. „Damals wollte ich noch Marathonläufer werden“, berichtet Linke.

Pohle (24), der vor seinen ersten Olympischen Spielen steht und außerdem noch über 50 Kilometer Gehen antreten wird, sagt: „Auch für mich war 2005 mit der Aufnahme an die Sportschule Olympia ein Thema. Damals habe ich noch von Leipzig 2012 geträumt.“

Brembach (23) erzählt: „Als Bobfahrer Kevin Kuske 2006 in Turin Gold gewann, ist bei mir der Traum von Olympia gewachsen. Den hatte ich zuvor immer im Training in Potsdam gesehen. Das hat mich angestachelt.“ Damit der Kontakt zur Heimat nicht abreißt, gab es eine Powerbank,ein mobiles Ladegerät, fürs Handy vom Verein. Power werden die drei Jungs in Rio brauchen.

Von Peter Stein

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