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Gemeinsam mit Flüchtlingskindern an der Platte

Tischtennis-Integrationsturnier Gemeinsam mit Flüchtlingskindern an der Platte

Das Integrations-Turnier gibt es beim Tischtennisverein Einheit Potsdam bereits seit 1998. In diesem Jahr waren erstmals auch 22 Flüchtlingskinder dabei. Beim gemeinsamen Spiel an der Platte gab es keine Grenzen.

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Jonas, Thomas, Alexander und Thilo vom TTV Einheit.

Quelle: Foto: Luisa Müller

Potsdam. Schnell bauen die Helfer die 15 Tischtennisplatten und die Banden in der Sporthalle der Voltaire-Gesamtschule auf. „Um 17.30 Uhr soll es losgehen“, sagt Mitorganisator Dietmar Süßenbach.

Am Donnerstagnachmittag richtet der TTV Einheit sein jährliches Integrationsturnier aus. „In diesem Jahr haben wir auch Flüchtlinge eingeladen“, so Süßenbach, der seit 1980 Präsident des Vereins ist. „Das Integrations-Turnier gibt es bei uns schon seit 1998. In diesem Jahr ist es aber eine besondere Situation.“ 22 Flüchtlinge hatten sich im Voraus angemeldet und so treffen pünktlich zum Turnierstart nicht nur die Kinder und Jugendlichen des Vereins in der Sporthalle ein, sondern tatsächlich auch viele Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. „Es sind alles unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge“, sagt Lisa Zech.

Die 24-Jährige betreut die Jugendlichen, die aktuell in der Erstaufnahme-Zweigstelle in der Heinrich-Mann-Allee untergekommen sind. „Am Vormittag bekommen sie Deutschunterricht, aber am Nachmittag sind wir immer auf der Suche nach sinnvollen Beschäftigungen. Wir haben uns sehr über die Einladung zum Tischtennisturnier gefreut.“ Nicht nur wegen der bunten T-Shirts mit der Aufschrift „WIR miteinander“, die jeder Teilnehmer des Turniers bekommt, ist es an diesem Nachmittag ein buntes Treiben rund um die Tischtennisplatten. Verschiedene Sprachen, verschiedene Nationalitäten treffen aufeinander. „Aber allen hat es großen Spaß gemacht“, sagt der TTV-Vorstandsvorsitzende Andreas Nehrenheim nach der Veranstaltung.

Gespielt wird zunächst in vier Gruppen. „Doch selbst diejenigen, die ausgeschieden sind, haben bis zum Ende weitergespielt“, berichtet Nehrenheim. Als Turniersieger konnte am Ende Thilo den Siegerpokal in Empfang nehmen. Der 15-jährige Chinese ist auch erst vor einem halben Jahr zum TTV gekommen. „Ich mag die Geschwindigkeit beim Tischtennis. Es ist ein sehr schneller Sport“, sagt er.

Integration schreibt sich der größte Potsdamer Tischtennisverein seit Jahren auf die Fahnen. „Bei uns haben schon über 100 Kinder aus 25 Ländern gespielt“, erzählt Süßenbach.

„Nach der Wende haben wir auch vielen Osteuropäern eine sportliche Heimat gegeben – Russen, Kasachen, Vietnamesen, Afghanen“, der 73-Jährige hört gar nicht auf, Nationalitäten aufzuzählen, so lang ist die Liste. „Ich finde es immer wieder spannend, die Geschichten der Menschen zu hören und aus ihren Kulturen etwas zu erfahren.“

Von Luisa Müller

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