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Gigantische Stimmung beim Turnfest

Gold für Elisabeth Seitz Gigantische Stimmung beim Turnfest

Berlin ist seit Tagen ein riesengroßer Turnplatz. Hunderte Wettkämpfe in 24 Sportarten warten beim Turnfest auf die 80.000 Aktiven. Bei der Eröffnung war der Olympia-Held von Rio wieder mit dabei. Turnerin Elisabeth Seitz ließ sich von der Atmosphäre beim Turnfest zu Mehrkampf-Gold tragen

Die Sportler weckten beim Festzug auf der Straße des 17. Juni Vorfreude auf das Turnfest.

Quelle: foto: dpa

Berlin. Das Internationale Deutsche Turnfest ist am Samstag in Anwesenheit von 40.000 Turnern und Gästen mit einer bunten Show am Brandenburger Tor in Berlin eröffnet worden. Stargast der Eröffnungsveranstaltung in der Nachbarschaft des Berliner Reichstagsgebäudes war Olympia-Turner Andreas Toba, der unter dem Beifall der Zuschauer am Pauschenpferd sein Comeback nach neun Monaten Verletzungspause aufgrund von drei Knie-Operationen feierte. Er hatte trotz Kreuzbandriss in Rio am Pauschenpferd weitergeturnt und dem deutschen Team damals den Einzug ins Olympia-Finale ermöglicht.

Zuvor war ein bunter Festzug mit über 15.000 Turnfest-Teilnehmern aus allen 22 Landesverbänden sowie den Gästen aus elf Ländern über die Straße des 17. Juni gezogen. Mit Fahnen, Turngeräten und zahlreichen Musikinstrumenten weckte der Zug Vorfreude auf die Turnfesttage bis zum 9. Juni. 400 Wettkämpfe und 40 Shows stehen auf dem Sport-Kalender. Insgesamt 80.000 Teilnehmer haben ihre Meldungen abgegeben, dazu werden täglich 20.000 Besucher in der Hauptstadt erwartet. Die Hälfte der Turner wird in Berliner Schulen untergebracht.

Bereits einige Stunden vor der Eröffnung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Turnbewegung in Deutschland gewürdigt. Das Turnfest sei Ausdruck einer „richtigen Volksbewegung“, sagte sie in einem Podcast. Turnen sei Volkssport im wahrsten Sinne. Merkel versprach, sich bei der Wirtschaft für ein stärkeres Sponsoring des Turnens stark zu machen. Beim Festakt am Pariser Platz hatte Bundes-Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries mehr Anerkennung für den Turnsport eingefordert.

Elisabeth Seitz hat mit ihrem sechsten Mehrkampf-Titel bei deutschen Turn-Meisterschaften Historisches geschafft. Noch nie zuvor in Ost oder West war dies einer deutschen Turnerin gelungen. Die Stuttgarterin erwies sich am Sonntag vor über 6000 Turn-Fans in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle in Berlin nach 2010, 2011, 2012, 2013 und 2015 erneut als beste Allrounderin. Die 23 Jahre alte Olympia-Vierte setzte sich wie schon vor vier Jahren in Mannheim bei den Titelkämpfen im Rahmen des Internationalen Deutschen Turnfests durch und holte sich ihren insgesamt 17. nationalen Titel. Vor vier Jahren bei ihrem Heimspiel in Mannheim war sie spätestens nach ihrem Mehrkampf-Gold das Gesicht des damaligen Turner-Treffens. Seitz zog mit der Leipzigerin Charlotte Scholz gleich. Drei Titel fehlen ihr noch zur Rekord-Ausbeute der Ostberliner Doppel-Olympiasiegerin Karin Büttner-Janz, die bis Anfang der 1970er-Jahre 20 nationale Titel in der DDR gewann und vor Ingrid Föst (18) noch immer die gesamtdeutsche Meister-Rangliste anführt.

„Es ist unfassbar: Erst gestern Abend habe ich entschieden, hier überhaupt im Mehrkampf zu starten. Und heute bin ich Rekordmeisterin. Und das hier, wo ich 2011 Vize-Europameisterin wurde und 2010 schon viermal Meisterin war“, sagte Seitz und wusste gar nicht, wie sie ihrer Freude Ausdruck verleihen sollte. „Das Geschrei, dieser Jubel - am liebsten wäre ich gar nicht mehr von der Bodenfläche gegangen. Einfach gigantisch, diese Stimmung“, sagte sie.

Von Frank Thomas

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