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Gold und Silber für deutsche WM-Ruderer

Rudern Gold und Silber für deutsche WM-Ruderer

Auf den Männer-Doppelvierer war wieder einmal Verlass. Wie schon in London 2012 bewahrte die Crew auch im diesjährigen WM-Finale die Nerven und bescherte der DRV-Flotte das erste Gold in den olympischen Klassen. Dagegen ging die Siegesserie des Frauen-Teams zu Ende.

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Der Doppelvierer um Hans Gruhne holte den ersten Titel in den olympischen Klassen.

Quelle: Olivier Anrigo

Lac d'Aiguebelette. Frust und Freude lagen dicht beisammen. Noch während die Männer aus dem Doppelvierer bei der Siegerehrung lauthals die deutsche Nationalhymne anstimmten, klagten die Frauen aus der selben Bootsklasse über die erste Saisonniederlage.

Ausgerechnet im WM-Finale ging den Titelverteidigerinnen auf der zweiten Streckenhälfte die Puste aus. "Da ist ein bisschen Frust dabei, jeder von uns wollte Gold", sagte Schlagfrau Lisa Schmidla (Krefeld) auf dem Weg zurück von der Medaillenvergabe in das Boot.

Anders als das Frauen-Quartett wurde die Crew um Schlagmann Hans Gruhne (Potsdam) seiner Favoritenstellung gerecht. In einem sehenswerten Schlussspurt gaben die Olympiasieger den Teams aus Australien und Estland das Nachsehen. "Viel stärker geht es nicht. Am Ende haben wir gezeigt, was in uns steckt", schwärmte Crew-Mitglied Philipp Wende (Leipzig).

Als die Konkurrenz bei der 1500-Meter-Marke zum finalen Angriff ansetzte, schlugen die Deutschen eiskalt zurück und bauten den Vorsprung noch aus. Mit leuchtenden Augen kommentierte der Berliner Karl Schulze den Parforceritt über den französischen Alpensee Aiguebelette: "Dass es solch eine Demonstration von uns wird, hätte keiner geglaubt."

Neben Medaillen gab es weitere Startplätze für die Olympischen Spiele. Wie der Frauen-Doppelvierer nahm auch der Zweier ohne Steuerfrau als WM-Achter Kurs auf Brasilien. Damit sind den Deutschen bisher acht Startplätze in Rio sicher.

Erwartungsgemäß konnten die drei weiteren DRV-Finalboote, die am Samstag am Start waren, nicht in den Kampf um Medaillen eingreifen. Beide leichten Doppelzweier kamen nicht über Rang sechs hinaus. Der Vierer ohne Steuermann übertraf mit Platz fünf die Erwartungen.

Die Chancen stehen gut, dass die Bilanz am letzten Finaltag weiter aufgebessert wird. Dabei steht der Auftritt des Deutschland-Achters im Fokus. Im Showdown der Titelkämpfe (14.45 Uhr) wollen sich die Olympiasieger bei den Briten für die WM-Niederlagen der vergangenen beiden Jahre revanchieren. Außenseiterchancen werden den Niederländern und Russen eingeräumt. "Ich erwarte einen Dreikampf zwischen uns, den Briten und vielleicht den Holländern", sagte Hannes Ocik. Der Schlagmann aus Schwerin versprach ein Spektakel: "Noch bei der 1000-Meter-Marke werden fünf Boote fast gleichauf liegen."

Darüber hinaus nehmen Marcel Hacker (Magdeburg) und Stephan Krüger (Rostock) Edelmetall ins Visier. Die Europameister aus dem Doppelzweier gelten nach den hochgehandelten Kroaten als Mitfavoriten. Für alle Finalteams ist es das dritte Rennen in den vergangenen vier Tagen. Viel wird deshalb davon abhängen, wer diese Belastung am besten verkraftet. "Ich hoffe, dass die anderen mehr kaputt sind als wir", sagte Schlagmann Krüger.

dpa

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