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Silvester-Sekt in argentinischer Hitze

Brandenburger startet bei Rallye Dakar Silvester-Sekt in argentinischer Hitze

Timo Gottschalk startet zum achten Mal als Co-Pilot bei der wichtigsten Langstrecken-Rallye der Welt. Der 41-Jährige bereitet sich auf allerhand Unwägbarkeiten vor.

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Fahrer Yazeed Alrajhi und Timo Gottschalk gehen in ihrem neuen Werks-Toyota an den Start.

Quelle: fotos: MCH PHOTO

Rheinsberg/Buenos Aires. Ganz sicher, ob er in der Silvesternacht nicht doch schon vor Mitternacht ins Bett geht, ist sich Timo Gottschalk noch nicht. „Im Normalfall machen wir nicht viel, weil am 1. Januar die ganzen technischen Abnahmen sind. Meist bleiben wir bis halb eins wach, manchmal gehen wir aber auch schon vorher ins Bett. Silvester ist hier auch nicht so groß mit Raketen und Ähnlichem“, erzählt der Rheinsberger (Ostprignitz-Ruppin) Rallye-Co-Pilot, der am Sonntag in der Hitze von Buenos Aires in seine inzwischen achte Rallye Dakar startet.

Mit Fahrer Yazeed Alrajhi (Saudi-Arabien) bildete er im vergangenen Jahr das Überraschungsduo der Dakar. Auf Platz drei in der Gesamtwertung liegend schieden sie mit einem technischen Defekt auf der 11. Etappe aus. Bis dahin hatten sie eine Etappe gewonnen und kamen siebenmal unter die Top 5. Auf der offiziellen Internetseite der Rallye werden sie – neben Sieger Nasser Al Attiyah – als das Team gefeiert, das die größte Show geboten hatte.

Gottschalk gewann 2011

Denn der Erfolg kam überraschend. Im Gegensatz zum erfahrenen Gottschalk, der 2011 als Co-Pilot von Al Attiyah schon gewann, war es Alrajhis Debüt bei der bedeutendsten Langstrecken-Rallye der Welt. „Vergangenes Jahr waren wir komplett unbedarft, weil wir Newcomer waren, niemand hat etwas erwartet“, erzählt Gottschalk.

Der Erfolg zahlte sich aus. Statt wie im Vorjahr in einem Privatteam, starten Alrajhi/Gottschalk nun im Werksteam von Toyota. „Das ist immer eine Art von Wertschätzung, wenn uns Toyota unterstützt. Das zeigt, wie viel sie von einem halten“, sagt Gottschalk. Deshalb sind die Ambitionen auch gestiegen. „Wir wollen mit zwei Autos aufs Podium. Im zweiten Anlauf die Dakar zu gewinnen ist optimistisch. Aber die Chance ist da, das Podium ist auf jeden Fall drin“, sagt der 41-Jährige, der während des Jahres als Rallye-Koordinator für VW bei den Rallye-WM-Rennen arbeitet.

Die Franzosen haben aufgerüstet

Dass sie auch bei der neuen Auflage Podiumspotenzial besitzen, bewiesen sie bereits. Bei zwei Starts in der Saudi Championship – in einem Hummer – siegten sie beide Male, im Cross Country Rally World Cup belegten sie Gesamtrang drei im Toyota. „Wir sind gespannt und hoffen, dass wir ein bisschen mehr Glück haben. Aber es wird nicht so einfach. Es gibt neue, gute Fahrer. Peugeot hat seine Hausaufgaben gemacht, deshalb dürfen wir nicht so euphorisch sein“, sagt der Diplomingenieur für Fahrzeugtechnik. Gerade die Franzosen haben aufgerüstet und den wohl spektakulärsten Rookie der Dakar-Geschichte: Der neunfache Rallye-Weltmeister Sebastian Loeb soll Peugeot den Titel einfahren.

Deshalb heißt es für Gottschalk und seinen Fahrer von Anfang an Vollgas. „Die erste Woche sollte uns vom Terrain ganz gut liegen. Sie ist ziemlich schnell, es gibt viel offene Piste, das ist gut fürs Auto und meinen Fahrer. Die zweite Woche wird allerdings happig, da gibt es mehr Dünen, mehr offenes Gelände und Offroad, wo die Buggys ihre Vorteile haben “, sagt der Rheinsberger über die 13 Etappen, die von Argentiniens Hauptstadt nach Bolivien und zurück zum Zielort Rosario, der Geburtstadt von Fußball-Superstar Lionel Messi, führt. Sollten Alrajhi/Gottschalk ihr Tempo aus dem Vorjahr halten können, dann winkt statt Silvester bald der Podiumssekt.

Von Stephan Henke

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