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Grün-Weiß Werder plant für die 3. Liga

Handball Grün-Weiß Werder plant für die 3. Liga

Am Samstag wird gefeiert. Grün-Weiß Werder begeht sein 70-jähriges Vereinsjubiläum. Das größte Geschenk: Der Aufstieg der Handballer in die 3. Liga. Die Planungen für die neue Saison haben längst begonnen.

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Coach Silvio Krause (l.) und Co-Trainer Max Ziegler schafften im Jubiläumsjahr die beste Saison der Vereinsgeschichte.

Quelle: foto: Julius Frick

Werder. Werders Handballer haben die beste Saison ihrer Vereinsgeschichte gespielt, verteidigten den Landespokal, schafften die Meisterschaft in der Oberliga Ostsee-Spree und den Aufstieg in die 3. Liga. Vor den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag des Vereins am Samstag (Ernst-Haeckel-Gymnasium) spricht Trainer Silvio Krause über die Kaderplanung, das Verhältnis zum VfL Potsdam und die Philosophie des Vereins.

Wann war dem Team bewusst, dass es tatsächlich mit dem Aufstieg klappen kann?

Silvio Krause: Das Ziel, dass wir Meister werden wollen, hatten wir auch schon in den entscheidenden Spielen gegen Cottbus oder OSF Berlin. Wir haben gesagt, wir müssen versuchen immer zu punkten. Letztlich sind Max (Co-Trainer Max Ziegler, d. Red.) und ich richtige Pessimisten. Klar macht man sich Gedanken, aber so richtig erst vor den letzten beiden Spielen, als nicht mehr die richtigen Topteams kamen.

Je nach Staffeleinteilung spielt ihr nächstes Jahr gegen richtige Topteams, beispielsweise den Champions-League-Sieger von 2013, den HSV Hamburg...

Krause: ...das wäre natürlich krass und der absolute Hammer, wenn der HSV in Werder aufschlägt.

Ihr eilt von Erfolg zu Erfolg. Weckt das Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen?

Krause: Das ein oder andere Angebot wird bei den Spielern sicherlich im Postfach landen. Aber wenn du mit dieser Mannschaft den Aufstieg schaffst, dann willst du auch mit ihr in der 3. Liga spielen. Du kriegst keine Angebote von einem Drittligaverein.

Wer verlässt den Verein?

Krause: Verabschiedet wurden Peter Kreuzberger, Sascha Klimczak, Nico Cornelius, Martin Kelm, Benjamin Hoppe, Nils König und Phil-Lukas Winter, der zurück zum VfL Potsdam geht.

Wer verstärkt das Team?

Krause: Nils Jürschke, Tobias Frank, Yannick Schindel, Moritz Bruck und die VfL-A-Jugendlichen Joe Boede, Laurent Terlunen, Tom Göres und Lucas Schönebeck. Wir versuchen, eventuell auf der rechten Seite noch was zu machen. Aber wir werden einen Teufel tun, irgendwelche überbezahlten Profis aus Polen auf Positionen zu holen, wo wir zwei junge Leute haben. Was nutzt es mir, wenn ich so einen Spieler hole, der zwar vielleicht viele Tore schießt, aber die anderen entwickeln sich nicht weiter. Und ein Jahr später steigst du wieder ab und er ist weg. Das ist nicht unsere Philosophie.

Was lautet die Philosophie?

Krause: Ich denke, dass wir ein Verein sind, der jungen Spielern die Möglichkeit gibt, Spielpraxis zu sammeln in einer höheren Spielklasse. Wir sind ein Ausbildungsverein. Man darf da auch nicht immer darauf pochen, dass die Leute bei einem bleiben, auch wenn das natürlich schön wäre. Aber letztlich ist uns daran gelegen, dass man sie handballerisch so weit wie möglich bringt. Und natürlich die Entwicklung der Persönlichkeit, nicht nur Sport, Sport, Sport.

Die Kooperation mit dem VfL Potsdam ist durch den Aufstieg beendet, der sportliche Leiter Alexander Haase hat Werder als „faktisch zweite Mannschaft“ des VfL bezeichnet. Zurecht?

Krause: Letztlich haben wir alle mal beim VfL gespielt. Dass die Qualität der Ausbildung dort hoch ist, ist gar keine Frage. Aber eine Einheit hinzustellen und zu sagen, die ist auch stark genug, um gegen Mannschaften wie Cottbus zu bestehen, das ist nicht der VfL-Verdienst, sondern was wir uns auf die Fahnen schreiben. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das Verhältnis mit dem VfL entwickelt. Wichtig ist, dass man den Respekt nicht verliert voreinander. Klar spielen wir in der gleichen Liga, aber noch lange nicht auf dem qualitativen Stand wie der VfL Potsdam.

Der Verein hat lange gezögert, ob er den Schritt in die 3. Liga überhaupt gehen soll. Was hat den Ausschlag gegeben?

Krause: Letztlich der finanzielle Aspekt, das muss alles sauber laufen. Und ob man mit einem schlagkräftigen Kader in die neue Saison gehen kann. Ich denke, dass wir die Sachen bisher ganz gut hingekriegt haben. Aber nichtsdestotrotz werden wir Lehrgeld zahlen. Das muss einem bewusst sein.


Interview: Stephan Henke

Von Stephan Henke

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