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Grund zum Feiern: 25 Jahre Landessportbund

Brandenburg ist ein buntes Sportland Grund zum Feiern: 25 Jahre Landessportbund

Der Landessportbund Brandenburg wurde vor genau 25 Jahren gegründet. Mit einem Festakt in der Schinkelhalle in Potsdam wurde am Dienstagabend das Jubiläum mit 300 Gästen gefeiert.

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Der LSB in Feierlaune.. Foto: Julian Stähle

Potsdam. Die Mauer war gerade drei Monate gefallen, da trieb es die Sportler in Brandenburg auf die Straße. Die Sportler, Trainer, Übungsleiter und Funktionäre fürchteten, dass der Sport angesichts des politischen und wirtschaftlichen Wandels unter die Räder kommen würde. Um das zu verhindern und die Interessen des Sports zu bündeln, wurde am 15. September 1990 in Geltow (Potsdam-Mittelmark) der Landessportbund Brandenburg (LSB) gegründet. Die ehemaligen Bezirkssportbünde Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) wurden zusammengelegt. Zum ersten LSB-Präsidenten wurde Gerhard Junghähnel gewählt.

Das war der Startschuss für die Erfolgsgeschichte „Made in Brandenburg“. Denn der LSB engagierte sich von Anbeginn als Dienstleister für die Vereine und Verbände – Brandenburg wurde ein Sportland. Nicht zuletzt dank der Erfolge im Spitzensport, der an den Olympiastützpunkten (OSP) – seit 2009 gibt es einen für das Land Brandenburg mit den Stützpunkten in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Luckenwalde – gefördert wurde. Allein bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gewannen 20 Brandenburger Sportler Medaillen, davon kehrten neun Athleten als Olympiasieger heim. Die Fußballer sorgten nicht nur für ein Achtungszeichen: Die Jungs des FC Energie Cottbus kickten lange in der Bundesliga. Die Damen des 1. FFC Turbine Potsdam bestimmen seither das Bundesliga-Niveau mit, holten mehrer Meisterschaften und gewannen 2010 unter ihrem Trainer Bernd Schröder gar die Champions League.

„Die unzähligen Ehrenamtler in den Vereinen leisten einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl“, sagt LSB-Präsident Wolfgang Neubert. Mittlerweile zählt der LSB 327 544 Mitglieder in 2925 Vereinen und 98 Sportarten. Brandenburgs Sportlandschaft ist gerade in den letzten Jahren durch Trendsportarten bunter geworden.

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Bei dem Empfang des Landessportbundes LSB waren Politiker, Sportler und Vertreter aus dem Sport anwesend.

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Birgit Faber, die Präsidentin des Märkischen Turner-Bundes mit 20 886 Mitgliedern, stellt sich tagtäglich dem Spagat zwischen dem traditionellen Wettkampfsport Geräteturnen auf der einen und der zunehmenden Nachfrage nach attraktiven Angeboten für den Gesundheitssport. „Innovation aus Tradition ist unser Slogan“, meint die engagierte Sportfunktionärin, zugleich Vorsitzende des TSV Falkensee. „Die Menschen wollen etwas für ihre Gesundheit tun, deshalb müssen wir mehr Übungsstunden für allgemeine Fitness anbieten.“ Dass mitunter aufgrund zu weniger Sportstätten gerade im Speckgürtel um Berlin Turnhallenzeiten Mangelware sind, sei ein Problem, dem sich viele Vereine stellen müssen. Die Wartelisten bei der Aufnahme von Mitgliedern sind lang.

Einen wahren Boom erlebte nach der Wende auch der am 10. November 1990 gegründete Landesverband Pferdesport , der mittlerweile mit Berlin fusioniert ist. Präsident Peter Krause sagt: „Brandenburg ist ein Pferdesportland. Weil Berlin schon aus räumlichen Gründen an Kapazitätsgrenzen stieß, setzte ein Run auf das Umland ein.“ 16 000 Pferdesportler gibt es in 460 Vereinen und 190 Pferdebetrieben. Aushängeschild ist das Landesgestüt in Neustadt/Dosse.

Olaf Ermling, seit zehn Jahren Präsident des Handball-Verbandes Brandenburg , erinnert sich: „Zu Beginn mussten ja völlig neue Strukturen für den Spielbetrieb aufgebaut werden. Da war die Hilfe durch den LSB sehr nützlich.“ Das Land ist in fünf Spielbezirke aufgeteilt. Rund 500 Mannschaften kämpfen Woche für Woche um Punkte im Ligaalltag. Alledings war die Mitgliederentwicklung in den letzten Jahren leicht rückläufig. Zwar gebe es traditionelle Hochburgen wir Cottbus, Frankfurt (Oder), Potsdam, Oranienburg oder Werder/Havel, aber ein Aushängeschild fehlt – seitdem Ex-Frauenmeister Frankfurter HC 2013 Insolvenz anmelden musste. „Ein Zweitligist wäre ganz schön“, hofft Ermling.

Zu den fünf größten Sportverbänden im Land gehört auch der Behindertensportverband mit 14 279 Mitgliedern. Präsident Hans-Jörg Michels sagt: „Die Inklusion wird in den Sportvereinen praktiziert.“ Neben Leichtathleten wie die mehrfache Paralympics-Medaillengewinnerin Martina Willing, Schwimmern und Radfahrer sollen 2016 an den Paralympics in Rio auch Kanuten teilnehmen. „Die Behindertensportler werden bei uns in immer mehr Sportarten gefördert“, stellt Michels fest. Auch Rollstuhlbasketball oder Rollstuhltanz sei populär.

Nummer 1 im Sportland Brandenburg bleibt aber der Fußball . 100 000 Mitglieder sind beim Fußball-Landesverband (FLB) zu Hause. „Vom ersten Tag an wollten wir uns entwickeln und mit anderen Landesverbänden gleichziehen“, sagt Siegfried Kirschen, der seit 1990 an der Spitze der Kickerinnen und Kicker steht. „Wir haben uns die Entwicklung des Nachwuchses, den Aufbau der Eliteschulen und die Aus- und Weiterbildung ganz oben auf die Fahne geschrieben. In Zusammenarbeit mit dem LSB ist uns das ganz gut gelungen.“

Der einstige Schiedsrichter, der insgesamt vier Partien bei zwei Fußball-Weltmeisterschaften leitet, ist mit den letzten 25 Jahren zufrieden. Bauchschmerzen hat er nur beim Blick nach vorn. „Bislang haben wir viele Jugendliche ausbilden können, weil sie gern zu uns kamen. Am Ende mussten wir die Talente aber an andere Vereine abgeben“, sagt der 71-Jährige. „Die Entwicklung von Energie Cottbus bereitet mir Sorgen. Die 3. Liga und die wenigen finanziellen Möglichkeiten sind nicht attraktiv. Die Talente wollen gar nicht mehr nach Brandenburg. Den Trend kann ich nicht akzeptieren. Wir müssen Grenzen ziehen.“ Natürlich seien aber auch die Bundesliga-Jahre mit Cottbus erfreulich gewesen. Auch, dass mit dem SV Babelsberg 03, FSV Luckenwalde und Optik Rathenow heute drei Teams in der Regionalliga spielen, ist der guten Arbeit in den Vereinen zu verdanken. Zudem bereiten die Fußballerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam Freude. „Sie haben viele, viele Titel nach Brandenburg geholt“, meint Kirschen.

Von Peter Stein

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