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Hagen Pohle vom Mann mit dem Hammer erwischt

Olympia, Gehen Hagen Pohle vom Mann mit dem Hammer erwischt

Auf einmal ging nichts mehr. Hagen Pohle vom SC Potsdam musste am Freitag bei den Olympischen Spielen in Rio der Hitzeschlacht im 50 Kilometer Gehen Tribut zollen. Der Potsdamer gab nach 36 Kilometern erschöpft auf.

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Hagen Pohle (3.v.l.) gestern auf der Olympia-Strecke in Rio.

Quelle: Foto: Privat

Rio. Was für ein dramatischer Wettkampf – aber auch ohne Happy End für den Potsdamer Hagen Pohle. Im 50 Kilometer Gehen überschlugen sich am Freitag bei den Olympischen Spielen in Rio die Ereignisse, die sogar – im Gegensatz zu den 20 Kilometern in der ARD eine Woche zuvor – live im ZDF zu sehen waren. Weltrekordler und Europameister Yohann Deniz aus Frankreich war früh dem Feld enteilt, bekam dann aber Durchfall und immer mehr Probleme. Zwischendurch sah es schon nach Aufgabe aus, aber er ging doch noch ins Ziel und wurde Achter. Gold holte sich der Slowake Matej Toth. Er siegte in 3:40:58 Stunden vor Jarad Tallent in 3:41:16 Stunden. Der Australier hatte schon vor vier Jahren in London Platz zwei belegt, doch der damals siegreiche Russe Sergej Kirdjapkin wurde später des Dopings überführt und disqualifiziert. Tallent bekam das Gold erst im Juni dieses Jahres nachgereicht. Bronze ging in Rio an den Japaner Hirooki Arai.

Die 20 Kilometer steckten noch in den Knochen

Für Hagen Pohle vom SC Potsdam, der anfangs klug in einer ­größeren Gruppe mitging, endete die Hitzeschlacht indes vorzeitig. Der 24-Jährige schien sich ab ­Kilometer 20 immer mehr nach vorn zu arbeiten, lag zwischenzeitlich auf Platz 20. Aber nach etwa 36 Kilometern musste er erschöpft aufgeben. Bei Kilometer 35 lag er auf Platz 24 7:18 Minuten hinter der Spitze. „Es ging einfach nicht mehr, da hat mich der Mann mit dem Hammer erwischt“, erklärte Pohle. „Ich lag anfangs ganz gut, wollte auch angreifen und nicht nur mitgehen. Ich wollte was riskieren. Dabei habe ich mich wohl übernommen. Ab Kilometer 25 wurde es dann ganz schwer. Da habe ich gemerkt, dass mir die 20 Kilometer aus der Vorwoche noch in den Knochen stecken. Ich hätte mich sicher noch irgendwie durchquälen können, aber es war dann einfach keine Kraft mehr da. Vielleicht hätte ich doch ein wenig vorsichtiger anfangen sollen.“ Auch der zweite deutsche Starter Carl Dohmann (Baden-Baden) musste aufgeben.

Pohle hat wichtige Erfahrungen gesammelt

Pohle hatte vor einer Woche, als sein Potsdamer Vereinsgefährte Christopher Linke hervorragender Fünfter geworden war, als 18. über 20 Kilometer ein gutes olympisches Debüt hingelegt. Nach insgesamt 56 Kilometern in Rio fiel sein erstes Fazit so aus: „Ich habe wichtige Erfahrungen sammeln können. Das erste Rennen war eine solide Leistung. Beim zweiten sollte es nicht sein. Vielleicht war ich auch vom Kopf her nicht stark genug für diese harte Herausforderung. Aber diese Erkenntnisse werden mir helfen auf dem Weg nach Tokio 2020.“

Dann wollen die Schützlinge von Trainer Ronald Weigel – Linke und Nils Brembach waren mit an der Strecke – wieder angreifen.

Von Peter Stein

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