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Hallenwart Dieter Riep kümmert sich um fast alles

Motor Babelsberg, Judo Hallenwart Dieter Riep kümmert sich um fast alles

In der MAZ-Serie „Treue Seele“ stellen wir diesmal Dietmar Riep vor. Er ist seit 1979 Mitglied bei Motor Babelsberg, erst als Judoka und nun seit vielen Jahren als Hallenwart.

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Dieter Riep kümmert sich als Hallenwart von Motor Babelsberg auch um die Reinigung der Judo-Matte.

Quelle: foto: ronny müller

Potsdam. Viele wissen nicht einmal seinen Vornamen. Aber alle kennen ihn als „Spatzi“. Dieter Riep ist der Hallenwart von Motor Babelsberg. Der einstige Judoka trat im Leichtgewicht an. Und so kam er vor einigen Jahrzehnten zu seinem Spitznamen. „Es war bei einer Bezirksmannschaftsmeisterschaft. Ich war der Leichteste bei uns im Team. Alle Kämpfer mussten gewogen werden. Aber ich fehlte.“ Riep war in der Halle, aber wo er zu dem Zeitpunkt genau war, weiß er nicht mehr. Jedenfalls habe der Trainer gebrüllt, wo der „Spatzi“ sei. „Damit hatte ich meinen Namen weg.“ Kosenamen waren im Team nichts Ungewöhnliches, so Riep. „Unser Schwergewichtler wurde Löwe genannt.“

Als Komparse in Defa-Filmen dabei

Rieps Weg zum Judo war ungewöhnlich. Er kam vom Reiten. Ganz normales Freizeitreiten, keine Dressur oder Springen. „Im Frack, das war nicht mein Ding.“ Die Defa in Babelsberg suchte immer wieder Komparsen auf Pferden. Riep sollte auch vom Gaul fallen können. Also empfahl ihm sein Bruder Judo. „Ich wollte richtig fallen lernen.“ Riep ritt in diversen Defa-Produktionen, beispielsweise: Die Hosen des Ritters von Bredow, Lotte in Weimar, Die schwarze Mühle.

Doch Judo war nicht nur Mittel zum Zweck. Mit Anfang 20 sei er schon ziemlich alt gewesen, um mit dem japanischen Kampfsport zu beginnen. „Aber ich habe Gefallen daran gefunden, die Gemeinschaft im Verein war toll.“ Seit 1979 ist Riep Mitglied bei Motor Babelsberg, er war später Übungsleiter und Kampfrichter.

Der Verein fing ihn auf

Bis der gelernte Schlosser einen Arbeitsunfall erlitt. Noch heute macht ihm das Knie zu schaffen. „Ich konnte meinen Job nicht mehr ausüben“, sagt Riep traurig. Der Alkohol war ein Schmerzmittel. Riep spricht offen über die Suchtkrankheit. Dann bot ihm Motor Babelsberg die Stelle als Hallenwart am Konsumhof in Babelsberg an. „Der Verein hat mich aufgefangen, seitdem bin ich trocken“, erzählt Riep stolz.

Der 60-Jährige wirkt, als wäre er mit seiner Aufgabe sehr glücklich. „Man braucht eine Beziehung zum Sport, denn es kann auch mal stressig sein.“ Mit seinem Kollegen Rainer Sames kümmert sich Riep etwa um die Reinigung der Motor-Halle, den Winterdienst und um Veranstaltungen. Dann müssen beispielsweise Tische und Kabeltrommeln bereitgestellt werden. Auch das Desinfizieren der Judomatte, kleinere Instandsetzungsarbeiten oder das Auffüllen von Seifenspendern gehören zum Aufgabenspektrum. „Wir versuchen, soweit es geht, Wünsche zu erfüllen.“ Dazu gehört auch, kleinere Wunden mit einem Pflaster zu versorgen. „Und wenn sich zwei anblöken, müssen wir dazwischen gehen. Ordnung und Disziplin müssen eingehalten werden.“

Den Judoka besonders verbunden

Für einen Spaß ist trotzdem mal Zeit. Ein Judotrainer benutzte immer Haarwasser. Riep und Kollege füllten heimlich Shampoo in die Flasche. „Da stand der Kopf unter Schaum. Alle haben flachgelegen vor Lachen.“

Den Judoka fühlt sich Riep noch immer besonders verbunden. „Das sind tolle Jungs, sie helfen sich auch gegenseitig beim Umzug.“ Schließlich hat die treue Seele von Motor dem Sport seinen Job zu verdanken.

Von Ronny Müller

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