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„2020 wollen wir Olympiagold holen“

Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson „2020 wollen wir Olympiagold holen“

Ex-Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson besucht am Dienstag (19.30 Uhr, MBS-Arena) die Saisoneröffnung des Drittligisten VfL Potsdam gegen die Füchse Berlin. Im exklusiven MAZ-Interview spricht er über die Ziele mit der Nationalmannschaft, den Drittligisten VfL Potsdam und die Perspektive der Brandenburger Bundesligaspieler in der DHB-Auswahl.

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Handball-Nationaltrainer Dagur Sigurdsson (r.) und sein Co-Trainer – der Sportliche Leiter des VfL Potsdam – Alexander Haase verbindet nicht nur die gemeinsame Arbeit, sondern auch eine Freundschaft.

Quelle: dpa

Potsdam. Dagur Sigurdsson führte die Füchse Berlin als Trainer in die Spitze der Handball-Bundesliga und übernahm vor einem Jahr zusätzlich die deutsche Nationalmannschaft. Seit dieser Saison ist der 42-Jährige nur für den DHB tätig und besucht am Dienstag (19.30 Uhr, MBS-Arena) die Saisoneröffnung des Drittligisten VfL Potsdam gegen die Füchse Berlin.

MAZ: Herr Sigurdsson, Sie kommen zur Saisoneröffnung des VfL Potsdam. Verfolgen Sie eigentlich die 3. Liga? Schließlich werden Sie dort keine deutschen Nationalspieler finden…

Dagur Sigurdsson: Ich verfolge sie nicht jede Woche, aber ab und zu schaue ich mir die Ergebnisse an. Seit meiner Zeit bei den Füchsen kenne ich natürlich sehr viele Spieler und schaue da mit einem Auge drauf.

Sie haben sich in Ihrer Zeit als Füchse-Trainer schon in Potsdam die Bundesliga-Duelle der A-Jugend angeschaut. Wie beurteilen Sie die Arbeit des Vereins?

Sigurdsson: Es war in den vergangenen Jahren natürlich eine schwierige Zeit. Aber sportlich ist alles auf einem sehr guten Weg. Die Anlage und die Halle sind natürlich fantastisch. Ich hoffe wirklich, dass finanziell alles in Ordnung kommt, dann ist der Verein mit diesem Umfeld sicherlich einer für die 2. Liga.

Der Sportliche Leiter Alexander Haase war schon Ihr Co-Trainer in Berlin und nun bei der Nationalmannschaft. Holt er sich auch mal Tipps zum VfL Potsdam ab?

Sigurdsson: Nein, er kennt sich sehr gut aus und kennt meine Antwort glaube ich schon, bevor er mich fragt. Die Zusammenarbeit, die gemeinsamen Siege und Niederlagen haben unsere Freundschaft gestärkt. Wir kommen sehr gut klar, nicht nur sportlich, sondern auch persönlich und haben einen ähnlichen Humor.

Dann hat er Sie sicherlich auch gefragt, ob Sie zur Saisoneröffnung vorbeikommen?

Sigurdsson: Er hat mich gefragt, ob ich zuschaue und das mache ich gerne. Ich wohne ja auch weiterhin in Berlin und es ist auch immer gut, die Füchse anzuschauen.

Was trauen Sie Ihrem Ex-Club in dieser Saison zu?

Sigurdsson: Nach den beiden schweren Verletzungen von Paul Drux und Mattias Zachrisson ist das natürlich sehr schwierig, gerade am Anfang der Saison, wenn die ganze Planung eigentlich schon vorbei ist. Das kenne ich schon vom letzten Jahr, als Denis Spoljaric und Bartlomiej Jaszka ausgefallen sind. Unser Anfang letztes Jahr war auch sehr schwer. Aber ich glaube, im Laufe der Saison werden sie sich steigern und ich hoffe, dass nicht noch mehr Verletzungen dazukommen.

Inzwischen haben sie keine Doppelfunktion als Füchse- und Nationaltrainer mehr. Wie sehr hat dieses ereignisreiche Jahr an Ihnen gezehrt?

Sigurdsson: Natürlich war ich fix und fertig nach der Saison, aber es war trotzdem eine sehr, sehr schöne Zeit. Und es ist gut gelaufen. Mit der Nationalmannschaft haben wir uns für die EM und für die Olympia-Qualifikation qualifiziert und eine ganz gute WM gespielt. Und der EHF-Cup-Titel war natürlich ein Traumende für mich. Das hat sich alles gelohnt!

Trotz der Doppelbelastung sind Sie mit dem Nationalteam Siebter bei der WM geworden. Wenn die Konzentration voll auf der Nationalmannschaft liegt, dann ist künftig noch deutlich mehr zu erwarten?

Sigurdsson: (lacht) So einfach ist das leider nicht, dass ich mich noch mehr konzentriere und es läuft besser.

Alles zur Eröffnung

Schon zwei Stunden vor der Partie des Drittligisten VfL Potsdam gegen den EHF-Cup-Gewinner Füchse Berlin am 1. September (19.30 Uhr, MBS-Arena) öffnen die Maskottchen Fuchsi & Fritze die Pforten der Halle.

Ab 17.45 Uhr geben die Berliner Bundesliga-Stars eine Autogrammstunde.

Fans der Füchse können ab 18.30 Uhr Fotos mit dem derzeit verletzten Nationalspieler Paul Drux schießen.

Um 19.30 Uhr posieren beide Teams für ein Mannschaftsfoto.

Bei der EM qualifiziert sich nur der Europameister direkt für die Olympischen Spiele. Lautet also das Ziel Europameister?

Sigurdsson: Nein, wir sind jetzt erst einmal qualifiziert, das ist schon mal ein guter Start. Eine EM ist sogar noch schwerer als eine WM und unsere Gruppe ist mit Spanien, Schweden und Slowenien sehr, sehr stark. Und wenn man aus dem dritten Lostopf kommt, so wie wir, heißt das nicht, dass man Favorit ist. Langfristig wollen wir aber ganz nach oben, 2020 wollen wir Olympiagold holen. Das heißt, wir müssen über die nächsten Jahre die besten vier, fünf Mannschaften attackieren und sind auf einem guten Weg. Wir haben eine verjüngte Mannschaft und die Zeit könnte für uns spielen.

Zu diesen jungen Nationalspielern gehören die Ex-Potsdamer Fabian Wiede (Füchse Berlin) und Fabian Böhm (HBW Balingen-Weilstetten). Wie beurteilen Sie deren Entwicklung?

Sigurdsson: Sehr positiv, beide haben auf jeden Fall eine gute Entwicklung genommen. Beide sind ziemlich jung, spielen eine große Rolle in ihren Vereinen. Aber es gibt natürlich einen sehr großen Konkurrenzkampf um die Plätze.

Gibt es andere Brandenburger, die Sie auf dem Zettel haben wie Alexander Saul (SC Magdeburg), Marvin Sommer (SC DHfK Leipzig), Willy Weyhrauch oder Fynn-Ole Fritz (beide Füchse Berlin)?

Sigurdsson: Wir haben alle diese Jungs im Auge, aber es ist noch nicht die Zeit. Die müssen sich erst einmal in der Bundesliga durchsetzen. Wir haben das bei Paul Drux gesehen, dass es im ersten Bundesliga-Jahr möglich ist, aber das ist die Ausnahme.

Beim Deutschen Handballbund gab es in letzter Zeit sehr viel Unruhe. Ende September stellt sich Andreas Michelmann als einziger Kandidat zur Wahl des DHB-Präsidenten. Was halten Sie von seiner Kandidatur?

Sigurdsson: Zu diesem Thema äußere ich mich nicht, da wird schon genug geschrieben.

Von Stephan Henke

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