Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Hans Gruhne sitzt wieder im Doppelvierer

Rudern Hans Gruhne sitzt wieder im Doppelvierer

Beim letzten Ruder-Weltcup der Saison wollen sich die deutschen Auswahlboote mit Blick auf Olympia in Rio in Position bringen. Im Doppelvierer der Männer gibt es eine Umbesetzung. Weltmeister Hans Gruhne aus Potsdam rückt wieder auf die Schlagposition.

Voriger Artikel
Federer: Halle-Titel als "Meilenstein" - Deutsche top
Nächster Artikel
Löw zurück im Stade de France: Fokus auf Polen

Hans Gruhne (l.) sitzt wieder auf Schlag im Doppelvierer.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Ruderer Hans Gruhne klingt auf einmal wieder frohgemut. Am Wochenende sitzt er beim Weltcup-Finale in Poznan endlich drin im Boot. Der deutsche Doppelvierer wird in Polen genau in jener Besetzung antreten, mit der er im Vorjahr Weltmeister wurde. Gruhne vom RC Potsdam sitzt erneut auf Schlag, dahinter folgen Lauritz-Johannes Schoof (Rendsburg), Philipp Wende (Leipzig) und Karl Schulze (Berlin).

„Ich bin natürlich sehr froh darüber, dass ich diese Chance bekomme“, sagt der Havelstädter. Noch vor ein paar Wochen schien er am Boden zerstört, stand vor dem Burnout. Der 27-jährige Polizist hatte bei den nationalen Qualifikationen einen Platz im Auswahlboot verpasst, musste wegen Erkrankung absagen. Erste Diagnose: „Übertrainiert“, wie er selbst meint. „Da hat alles mit reingespielt. Ich habe mich nicht gut gefühlt, vom Körper her und vom Kopf. Sicher war die Anspannung groß. Im Olympiajahr war ich von Anfang an voll motiviert. Da gibt man alles, aber irgendwie habe ich dann gespürt, dass es nicht so läuft, wie ich wollte.“

Aber Gruhne kann sich zugute halten, dass er sich nach den ersten Tiefschlägen nicht in den Schmollwinkel zurückzog. Sein Berliner Heimtrainer Alexander Schmidt, der auch das Auswahlboot betreut, ermutigte ihn ebenso wie Freundin Theresa, bei der Stange zu bleiben. Gruhne fühlte sich trotzdem ein wenig wie das fünfte Rad am Wagen. Während der Doppelvierer mit dem Dresdner Tim Grohmann auf Schlag seine Bahnen im Training zog, musste der Ersatzmann im Einer sein Pensum absolvieren.

Der Doppelvierer jedoch konnte bisher die hohen Erwartungen nach den Erfolgen der Vorjahre nicht erfüllen, belegte bei der Heim-EM auf dem Brandenburger Beetzsee nur Rang vier und wurde zuletzt beim Weltcup in Luzern Fünfter. Coach Schmidt analysierte, dass es an Harmonie im Boot fehlte. Er setzt nun auf Rückkehrer Gruhne, der sich bei einem Leistungstest wieder stark genug zeigte, um den Versuch in Poznan zu wagen. „Ich bin absolut motiviert, nachdem, was ich in den letzten Wochen durchgemacht habe“, erzählt Gruhne und erinnert daran, „dass ich vier Jahre auf Olympia hingearbeitet habe.“ Denn 2012 in London war der Olympia-Sechste von 2008 nur Zuschauer. Er sagt: „Der Trainer baut auf mich. Er hat Vertrauen zu mir. Ich habe auch wieder Zuversicht, wir wollen es in Poznan packen.“ Ein Podestplatz wäre das beste Argument für Rio.

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer