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Hans Gruhne will Weltmeister werden

Ruder-WM Hans Gruhne will Weltmeister werden

Der Potsdamer Hans Gruhne startet bei den am Sonntag beginnenden Ruder-Weltmeisterschaften im Doppelvierer. Nach den Weltcuperfolgen zählt das Boot zu den großen deutschen Gold-Hoffnungen.

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Der Doppelvierer auf voller Fahrt: Hans Gruhne, Lauritz Schoof, Philipp Wende und Karl Schulze (v.l.).

Quelle: Foto: DPA

Potsdam. „Wir wollen eine Medaille, alles andere wäre eine Enttäuschung“, macht Hans Gruhne vor den am Sonntag in Aiguebelette/Frankreich beginnenden Ruder-Weltmeisterschaften eine klare Ansage. „Wenn am entscheidenden Tag alles passt, können wir sogar Gold holen“, legt der Recke vom Ruderclub Potsdam nach.

Gruhne ist Schlagmann im deutschen Doppelvierer, der sich in den letzten Jahren neben dem Achter zu einem Vorzeigeboot im Deutschen Ruderverband (DRV) entwickelt hat. Allerdings war der Potsdamer, der aus Pätz, einem Ortsteil von Bestensee (Dahme-Spreewald) stammt, nicht immer drin im Boot. Zwar holte der Junioren-Weltmeister im Einer von 2006 bereits 2007 mit 19 Jahren WM-Bronze im Doppelvierer, aber im Jahr drauf reichte es bei den Olympischen Spielen in Peking nur zu Platz sechs. 2011 feierte er als Vizeweltmeister im Doppelzweier seinen bisher größten Erfolg. Olympia 2012 in London sah er nur als Zuschauer, da gewann der deutsche Doppelvierer Gold. Die Jungs haben ihn damals sogar mit ins Olympische Dorf geholt und mit dem Brandenburger den Erfolg gefeiert. Damals schwor sich Gruhne: „Ich will noch mal zu Olympia.“

In diesem Jahr bot der Doppelvierer mit zwei Weltcupsiegen und einem zweiten WC-Platz schon starke Auftritte. Bei der EM reichte es nur zu Platz sechs, weil es krankheitsbedingt eine Umbesetzung gab. Aber mit Lauritz Schoof (Rendsburg), Philipp Wende (Wurzen) und Karl Schulze (Berlin) weiß Gruhne nun drei Männer hinter sich, die seinen Takt nahtlos aufnehmen.

„Unser Boot hat in den letzten Jahren immer eine Medaille geholt. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Es macht Spaß, wir haben alle hart trainiert“, schätzt der Polizeimeister ein.

Vor allem mit Karl Schulze verstehe er sich blendend. „Wir sind ein Jahrgang, kennen uns schon seit der Jugend“, sagt Gruhne. Der Sachse Schulze wechselte extra nach Berlin, wo beide seit zwei Jahren bei Alexander Schmidt am Bundesstützpunkt trainieren. „Wir ziehen uns gegenseitig hoch. Das hilft bei den harten Trainingseinheiten ungemein“, meint Gruhne, der mit Schulze, der im Bug sitzt, gerne auch mal im Doppelzweier starten würde. „Aber letztlich ist es egal, in welchem Boot man dabei ist, Hauptsache drin“, so Gruhne, der die „Mittelleute“ Schoof und Wende als Maschinenraum des Bootes bezeichnet.

„Wir werden versuchen, eine Frequenz von 34 bis 36 Schlägen pro Minute zu fahren“, erläutert der Schlagmann. „Im Idealfall kontrollieren wir das Feld von vorn. Wir wissen, dass zum Beispiel die Briten nach 1000 Metern immer einen Zwischenspurt einlegen. Da müssen wir dann gegenhalten.“

In den drei Wochen Trainingslager in Ratzeburg hat sich das Quartett auf alle Eventualitäten eingestellt. „Klar, probiert man da alles mal durch. Nach 2000 Metern wird abgerechnet“, weiß Gruhne. Zwischendurch haben die Jungs auch mal ihr Späßchen getrieben. „Wir sind alles lockere Typen. Zum Zeitvertreib sind wir zum Baden an die Ostsee gefahren.“ Beachvolleyball wurde den langen Kerls – Gruhne ist immerhin 1,93 Meter groß – wegen der Verletzungsgefahr aber verboten. Sie sollen schließlich rudern und Gold holen.

Von Peter Stein

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