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Happy End für Triathletin Laura Lindemann

Olympische Spiele, Triathlon Happy End für Triathletin Laura Lindemann

Lange musste die Potsdamer Triathletin Laura Lindemann um ihre Olympia-Chance zittern, am Dienstag kam die für sie erlösende Nachricht: Die 20-Jährige wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund für Rio nachnominiert. „Ich bin überglücklich, dass es doch noch geklappt hat“, sagte sie. Vorangegangen war ein langes Hickhack.

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Hanna Philippin, Laura Lindemann, Trainer Ron Schmidt, Jonathan Zipf und Gregor Buchholz feierten Bronze bei Mixed-Team-WM.

Quelle: foto: privat

Potsdam. Die Erleichterung und Freude schwang unüberhörbar in ihrer Stimme mit. „Die ganze Woche war einfach nur ein unglaubliches Auf und Ab. Ich bin überglücklich, dass es doch noch geklappt hat“, sagte Laura Lindemann am späten Dienstagnachmittag, nachdem sie Minuten zuvor die für sie erlösende Nachricht bekommen hatte: Die Potsdamer Triathletin kann bei den Olympischen Spielen in Rio starten. Diese Entscheidung gab der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Dienstag bekannt.

DOSB ließ Quotenplätze zunächst ungenutzt

Vorangegangen war dieser Nachricht ein einwöchiger Hickhack um die Nominierung der Triathleten. Die Deutsche Triathlon-Union (DTU) hatte dem DOSB sieben Kandidaten (fünf Frauen, zwei Männer) für die fünf Quotenplätze (drei Frauen, zwei Männer) vorgeschlagen. Doch der DOSB entschied, nur Anne Haug nach Rio zu schicken. Offenbar war dafür ausschlaggebend, dass sich Rebecca Robisch auf die DTU-Vorschlagsliste geklagt hatte und der DOSB weitere juristische Schritte fürchtete.

Der olympische Traum Lindemanns schien geplatzt zu sein. Gegen die Entscheidung klagen wollte sie nicht, die 20-Jährige schrieb am Tag darauf dafür einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Bundesinnenministerium (BMI). „Ich habe mir gedacht, lieber kämpfe ich bis zum Schluss, als dass ich mir später Vorwürfe mache, nicht alles getan zu haben“, erzählt sie. Zwar verwies das Bundeskanzleramt darauf, dass es nicht zuständig ist und das BMI auf die Autonomie des DOSB, doch die Resonanz auf den offenen Brief war immens. „Es kamen fast nur positive Sachen zurück, mir wurde ziemlich viel Mut zugesprochen. Viele haben mir gesagt, dass es die richtige Sache ist“, erzählt die zweifache Junioren-Weltmeisterin.

DTU-Präsident kämpft für Lindemann

Auch die DTU setzte alle Hebel in Bewegung, Präsident Martin Engelhardt schickte einen Brief an die DOSB-Spitze, in dem er explizit die Nominierung Lindemanns forderte. „Der DTU-Präsident hat die Hoffnung aufrechterhalten und gesagt, wir kämpfen. Dafür war ich total dankbar“, sagt die Sportschülerin. Außerdem hatte Robisch eine einstweilige Verfügung gegen die Nominierung eingereicht. Das Landgericht Frankfurt beschloss, dass der DOSB die Nominierung noch einmal überarbeiten muss. Das tat der DOSB – und nominierte Lindemann am Dienstag nach.

„Lindemann hatte von den von der Deutschen Triathlon-Union vorgeschlagenen Athletinnen und Athleten ohne Normerfüllung die beste Platzierung in einem WTS-Rennen vorzuweisen und hat nach sportfachlicher Einschätzung des DOSB unter Berücksichtigung der zuletzt gezeigten Form gute Chancen auf ein erfolgreiches Abschneiden“, heißt es in der DOSB-Mitteilung. Denn am Samstag war sie beim Weltcup-Rennen in Hamburg als beste Deutsche Neunte geworden, am Sonntag holte sie mit dem Mixed-Team um den Potsdamer Gregor Buchholz WM-Bronze.

Trainer: „Das war eine echt krasse Woche“

„Das war eine echt krasse Woche. Das ist ähnlich emotional wie vor einer Woche die Nichtnominierung, bloß positiv“, kommentierte ihr Trainer Ron Schmidt die Nachricht. Lindemann verbrachte die Zeit nach dem Weltcup-Rennen bei ihrem Freund in Bonn („Er sagt, ich war wie ein anderer Mensch, total angespannt“). Am Mittwoch landet sie in Berlin. „Da machen wir richtig Bambule“, kündigt ihr Trainer Ron Schmidt an.

Von Stephan Henke

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