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Heimspiel in Polen

Handball Heimspiel in Polen

Handball-Nationalspieler Tobias Reichmann steht beim polnischen Top-Verein Kielce unter Vertrag. Der Rangsdorfer absolviert sein zweites großes Turnier.

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Sprunggewaltiger Rechtsaußen: Der Rangsdorfer Tobias Reichmann im Dress des Nationalteams.

Quelle: imago

Rangsdorf. Hebt Tobias Reichmann ab, dann scheint für einen Moment die Zeit still zu stehen. Der Rechtsaußen packt während seiner Sprünge Würfe aus, für die den meisten Handballern eigentlich keine Zeit bleibt. „Er verfügt sicherlich über eine unfassbare Sprungkraft, so dass er in der Luft noch mehr Zeit für die Wurfauswahl hat als manch anderer. Er gehört schon zu den Top-Rechtsaußen, die wir haben“, sagt Alexander Haase, sportlicher Leiter des VfL Potsdam und Co-Trainer des Nationalteams. Mit diesem beginnt am Samstag gegen Spanien (18.30 Uhr, ZDF) das Abenteuer EM für den Rangsdorfer (Teltow-Fläming) Reichmann.

Sonderrolle im DHB-Team

Dem 27-Jährigen kommt dabei eine besondere Rolle zu. Nicht nur, dass er der einzige Legionär im Kader des DHB-Teams ist, er spielt auch noch im Gastgeberland beim polnischen Spitzenclub Vive Tauron Kielce. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn man mehr oder weniger im eigenen Land die EM spielt“, sagt Reichmann, der 2014 von der HSG Wetzlar nach Polen wechselte. Dort fügte der zweifache Champions-League- und DHB-Pokal-Sieger und deutscher Meister (alles mit dem THW Kiel) seiner Trophäensammlung direkt einen Meister- und Pokaltitel hinzu. „Schon zum Ende der Hinrunde war die Euphorie da. Handball ist neben Volleyball und Fußball die Top-Sportart in Polen. So wie ich mitbekommen habe, sind schon alle Spiele ausverkauft“, erklärt der Linkshänder.

Zweites großes Turnier

Für Reichmann wird es, nach der WM 2013, das zweite große Turnier im Trikot der Nationalmannschaft. Nach der Verletzung des etatmäßigen Rechtsaußen Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) ist seine Rolle im Team noch bedeutender. Wobei er zum Konkurrenzkampf mit dem nachnominierten Ex-Füchse-Spieler Johannes Sellin sagt: „Ich sehe mich da nicht als klare Nummer eins. In den Tests haben wir uns die Position geteilt.“

Reichmann hatte, im Gegensatz zu den Kollegen aus dem Nationalteam auch eine längere Erholungsphase. Im katholischen Polen dauerte die Vorrunde der Meisterschaft, in der Kielce die Tabelle anführt, nur bis zum 12. Dezember. Seine Kraftreserven sind somit aufgetankt, in den drei Vorbereitungsspielen gegen Tunesien (37:30) und Island (26:25, 24:27) gelangen ihm sechs Tore, Sellin eines weniger.

Starke Vorrundengruppe

Doch in der starken Vorrundengruppe mit Spanien, Schweden und Slowenien zählen diese Erfolge nicht mehr. „Ich glaube schon, dass es mit die härteste Gruppe ist. Aber wir brauchen uns vor keinem zu verstecken“, sagt der gebürtige Berliner, der über Lok Rangsdorf, LHC Cottbus, SC Magdeburg, Kiel und Wetzlar nach Polen kam. Dort spielt er gemeinsam mit Julen Aguinagalde, dem Kreisläufer des ersten Gruppengegners Spanien. „Ich habe mit ihm ab und zu geschrieben. Sie haben schon ein bisschen beängstigende Ergebnisse erzielt“, erzählt Reichmann. Die Spanier gewannen in der Vorbereitung mit 26:12 gegen Polen und 32:22 gegen Schweden. Diese beeindruckenden Ergebnisse wollen Reichmann und Co. in Polen vergessen machen.

Von Stephan Henke

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