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Historischer Sieg für Potsdamer Triathleten

Junioren-Europameisterschaft Historischer Sieg für Potsdamer Triathleten

Dieses Wochenende geht in die Geschichtsbücher des Vereins „Triathlon Potsdam“ ein: Nils Frommhold siegt am Sonntag im Triathlon-Mekka Roth, während bereits am Vortag Laura Lindemann und Lasse Lührs bei der Junioren-Europameisterschaft Gold gewinnen. Das schaffte zuvor noch kein Triathlon-Stützpunkt.

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Strahlender Sieger: Nils Frommhold lässt sich in Roth feiern.
 

Quelle: dpa

Potsdam.  Die Erfrischung nach knapp acht Stunden Hochleistungssport gab es am Sonntag für Nils Frommhold in Form einer Weißbierdusche. Freundin Sarah Fladung übergoss den Sieger im Triathlon-Mekka Roth, nachdem der 28-Jährige völlig entkräftet durch das Ziel gelaufen war. Der in Freiburg lebende Triathlet, der für „Triathlon Potsdam“ startet, rundete mit seinem Sieg das perfekte Wochenende des Vereins ab. Schon am Vortag hatten Laura Lindemann und Lasse Lührs bei der Junioren-EM in Genf zwei Titel nach Potsdam geholt. „Das war eines der erfolgreichsten Wochenenden der Vereinsgeschichte, das ist ein supergeiles Ergebnis“, sagte der Potsdamer Trainer Ron Schmidt, bei dem auch Frommhold seine ersten Triathlon-Schritte machte.

Frommhold: „Ich habe die letzten drei Kilometer noch nie so gelitten“

Der Roth-Sieger war nach den 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und dem Marathon völlig platt. „Ich bin einfach nur überwältigt. Ich habe die letzten drei Kilometer noch nie so gelitten“, sagte Frommhold. 7:51:28 Stunden benötigte er für die Distanz – die siebtbeste je erzielte Zeit. Die Grundlage für diese Weltklasseleistung war das Radfahren. In 4:09:30 Stunden stellte er fast einen neuen Rad-Rekord in Roth auf, nur der Radspezialist Andrew Starykowicz war noch schneller.

Doch während der US-Amerikaner beim anschließenden Marathon regelrecht einbrach und gut eineinhalb Stunden nach dem Sieger ins Ziel kam, rannte Frommhold vorneweg. Am Ende hatte er über fünf Minuten Vorsprung auf den Vorjahressieger Timo Bracht, der Frommhold im letzten Jahr noch auf Rang zwei verwies. „Ich habe fest daran geglaubt, dass dieses Jahr noch was kommt“, sagte der Sieger, der sich damit auch den deutschen Meistertitel über die Triathlon-Langdistanz sicherte.

Schlusssprint zum Sieg

Schlusssprint zum Sieg: Lasse Lührs gewinnt Gold vor dem Spanier Gonzalez.

Quelle: Jo Keindl

Europameister darf sich dagegen Lasse Lührs nennen. Der 19-Jährige siegte nach 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen nach einem fulminanten Schlussspurt vor dem Spanier Ignacio Gonzales Garcia. „Ich hätte nicht gedacht, dass am Ende so viele noch mitlaufen können. Aber einen Sprint aus der Belastung kann ich ganz gut, so dass der Rennplan letztlich gestimmt hat“, sagte Lührs. Und sein Trainer Ron Schmidt ergänzte: „Der Sprint war einfach der Hammer, man hat so viel Willen gesehen, Lasse wäre wahrscheinlich auch durch die Wand gerannt.“

Lindemann nimmt schon vor dem Ziel das Tempo raus

Einen Zielsprint musste Laura Lindemann dagegen nicht einlegen. Direkt nach dem Wechsel vom Radfahren zum Laufen zog die 19-Jährige das Tempo an und distanzierte ihre Konkurrenz deutlich. „Sie hat am Ende sogar das Tempo rausgenommen, sie ist bei den Juniorinnen einfach zu stark“, sagte Schmidt. Damit verteidigte Lindemann, die auch amtierende Junioren-Weltmeisterin ist, ihren EM-Titel aus dem Vorjahr. „Auch wenn ich die Titelverteidigerin war, habe ich mir selbst keinen Druck und einfach meinen Wettkampf gemacht“, sagte die Sportschülerin.

Laura Lindemann verteidigte ihren Titel als Junioren-Europameisterin

Laura Lindemann verteidigte ihren Titel als Junioren-Europameisterin.

Quelle: Jo Keindl

Den Mixed-Staffel-Erfolg aus dem vergangenen Jahr konnten Lindemann und Lührs dagegen nicht wiederholen. Lindemann trat nicht an, da sie sich für das Elite-Weltcup-Rennen in Hamburg am kommenden Samstag vorbereitet. Lührs hatte als Schlussläufer der deutschen Staffel das Nachsehen gegen die französische Staffel und brachte Silber ins Ziel. „Er hat im Einzelrennen wahrscheinlich so viel investieren müssen, dass ihm da ein bisschen die Kraft gefehlt hat“, sagte Schmidt. Doch das trübte seine Stimmung nicht. „Das hat es noch nie gegeben, dass der Sieger bei den Männern und Frauen aus einem Stützpunkt kamen“, freute sich der Coach.

Von Stephan Henke

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