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Hoeneß gibt Aufsichtsratsposten bei Allianz-Tochter auf

Fußball Hoeneß gibt Aufsichtsratsposten bei Allianz-Tochter auf

Gut vier Monate vor Prozessauftakt in der brisanten Steuer-Affäre legt Uli Hoeneß sein erstes Amt nieder. Der Präsident des FC Bayern München tritt von seinem Aufsichtsratsposten bei einer Tochter des Versicherungsriesen Allianz zurück.

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Uli Hoeneß hat entschieden einen Aufsichtsratsposten bei einer Allianz-Tochter niederzulegen.

Quelle: Andreas Gebert

München. Der 61-Jährige werde seinen Platz im Kontrollgremium der Allianz Beratungs-und Vertriebs-AG zum 30. November aufgeben, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch. Es handele sich dabei um eine "persönliche Entscheidung" von Hoeneß.

Die Gründe für den Schritt des mächtigen Bayern-Vereinspatrons wurden zunächst nicht bekannt. Doch zwei Tage nachdem die 5. Strafkammer des Landgerichts München II am Montag die unveränderte Zulassung der Anklage gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung veröffentlicht hatte, lässt dieser Schritt Raum für Spekulationen. Von Außenstehenden wie der Vorsitzenden von Transparency International Deutschland, Edda Müller, wurden bereits eine Pause oder der Rücktritt von seinen Bayern-Ämtern gefordert.

Der Münchner Vorzeigeclub hält allerdings weiter wie eine Bastion zu Hoeneß. Der Verein legte ein Gutachten vor, nach dem dieser als Aufsichtsratschef der ausgegliederten Bayern-Profi-AG im Amt bleiben könne. Die anderen Mitglieder des hochkarätig besetzten Gremiums stellten sich hinter Hoeneß und erklärten, dass dieser seinen Posten "weiter ausüben" solle.

Hoeneß werde von einer "überwältigenden Mehrheit der Mitglieder des FC Bayerns" unterstützt, hob der FCB-Aufsichtsrat diese Woche hervor und erinnerte an die "hervorragenden Verdienste" des langjährigen Managers. Hoeneß ist zugleich Präsident des eingetragenen Vereins FC Bayern.

Die Marke FC Bayern sei so stark, "dass sie nicht allein durch die Steuerverfehlungen von Hoeneß an Image verliert", betonte André Bühler, Direktor des Deutschen Instituts für Sportmarketing, in der "Welt" (Mittwoch). Der Marketingfachmann wies zudem auf ein Dilemma für die Sponsoren hin. "Sie dürfen zum einen die Fans nicht gegen sich aufbringen, wenn sie Hoeneß die Unterstützung entziehen. Zum anderen dürfen sie selbst nicht an Glaubwürdigkeit verlieren."

Vonseiten der Allianz gab es zum Abschied freundliche Worte für Hoeneß, der seinen Entschluss zum Rückzug "vor einigen Tagen" dem Deutschland-Vorstandschef Markus Rieß mitgeteilt habe. Unabhängig vom Rücktritt "bedanken wir uns für seine langjährigen Verdienste", sagte der Konzernsprecher am Mittwoch. Hoeneß saß seit 2006 im Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft. Vorsitzender dieses Kontrollgremiums ist ebenfalls Rieß.

Mit Zuspruch kann Hoeneß auch bei der Jahreshauptversammlung des deutschen Fußball-Rekordmeisters in einer Woche rechnen. Erstmals seit Bekanntwerden der Steuer-Affäre in diesem Jahr kommen die Vereinsschäfchen zusammen. Ob die Versammlung ein besonderer Moment werde, könne er "jetzt noch nicht sagen", erklärte Hoeneß nach dem 1:0 in der Champions League bei Viktoria Pilsen. "Ich muss mich jetzt einmal in Ruhe mental vorbereiten und dann sehen wir weiter."

Die Bayern-Profis hatten sich im Rahmen der Reise nicht detailliert zur Personalie Hoeneß geäußert. "Wir tun ihm den größten Gefallen, wenn wir die Spiele gewinnen und Erfolg haben", erklärte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger.

Der Planung des Gerichts zufolge muss Hoeneß vom 10. März an auf der Anklagebank Platz nehmen. Bisher sind vier Verhandlungstermine angesetzt, auch die Vernehmung von vier Zeugen ist vorgesehen. Die Staatsanwaltschaft München II hatte Ende Juli Anklage gegen den Vereinschef erhoben.

dpa

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