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Hoffenheim rettet 4:4 nach irrer Aufholjagd in Mainz

Fußball Hoffenheim rettet 4:4 nach irrer Aufholjagd in Mainz

Vier Treffer in der ersten Halbzeit, das hatte der FSV Mainz 05 in der Fußball-Bundesliga noch nie geschafft. Am Ende reichte es im 4:4-Spektakel gegen 1899 Hoffenheim trotzdem nur einem Unentschieden.

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Der Mainzer Jean-Philippe Gbamin (r) verliert den Kampf um den Ball gegen Hoffenheims Eugen Polanski.

Quelle: Torsten Silz

Mainz. Mit einer irren Aufholjagd hat 1899 Hoffenheim dem FSV Mainz 05 die Generalprobe für den Europa-League-Start noch verdorben. Die Mainzer gaben nach einer Rekord-Halbzeit noch einen 4:1-Vorsprung aus der Hand und mussten sich nach spektakulären 90 Minuten mit einem 4:4 begnügen.

Doppel-Torschütze Pablo de Blasis (3. Minute/23.), Jhon Cordoba (27.) und Neuzugang Levin Öztunali (43.) hatten mit ihren Treffern für den scheinbar sicheren Sieg der Gastgeber gesorgt, die erstmals in ihrer Geschichte in der Fußball-Bundesliga vier Tore vor der Pause bejubelten.

Doch nach der Roten Karte für Abwehrspieler Gaetan Bussmann (57.) wegen einer Notbremse kippte die Partie. Sandro Wagner (39.) sowie die Joker Mark Uth (71./73.) und der Ex-Mainzer Adam Szalai (84.) retteten den Hoffenheimern vor 27 408 Zuschauern das Remis, noch nie in der Bundesliga hatte 1899 zuvor einen Drei-Tore-Rückstand aufgeholt. Die Kraichgauer sind damit nun 13., einen Platz vor Mainz, das vor dem ersten Gruppenspiel der Europa League gegen AS Saint-Étienne am Donnerstag die Enttäuschung verarbeiten muss.

"Das ist unglaublich frustrierend. Bis zum Platzverweis hatten wir das Spiel gut unter Kontrolle", sagte der Mainzer Kapitän Stefan Bell. Aber auch die Hoffenheimer waren nicht zufrieden. "So laut war ich noch nie in der Kabine. In der zweiten Halbzeit sind wir dann etwas männlicher aufgetreten", sagte Coach Julian Nagelsmann. Angreifer Uth meinte: "Sowas darf uns nicht passieren, dass wir in einem Auswärtsspiel so unglaublich schlafen in der ersten Halbzeit. Unglaublich, dass wir nach einem 1:4 dann noch ein 4:4 schaffen."

Schon nach zwei Minuten nahm das Tore-Festival seinen Lauf. Der nur 1,65 Meter große de Blasis sorgte per Kopf für einen Blitzstart der Hausherren. Auch danach ging die Taktik der Mainzer eine Stunde lang auf, zumal die Hoffenheimer Defensive um Torwart Oliver Baumann einen schwachen Tag erwischt hatte.

Der FSV machte die Räume eng, attackierte die Gäste erst an der Mittellinie, schaltete nach Ballgewinn aber rasant um und stürzte die Hoffenheimer so immer wieder in die Verlegenheit. Allerdings hätte Andrej Kramaric in der 21. Minute für eine Wende sorgen können, doch sein verdeckter Schuss landete am linken Pfosten des Mainzer Tores.

Zwei Minuten später feierte wieder de Blasis, nachdem sein Direktschuss nach Öztunalis Flanke zum 2:0 eingeschlagen war. Kurz darauf blieb 1899-Innenverteidiger Fabian Schär im Zweikampf mit Cordoba viel zu passiv, den unplatzierten Schuss des FSV-Torjägers ließ Baumann durch die Finger gleiten - 3:0.

Gäste-Trainer Julian Nagelsmann reagierte und brachte Stürmer Mark Uth für den schwachen Schär (36.). Wagners Tor per Flachschuss nährte kurz die Hoffnung, aber Öztunali stellte wenig später mit seinem satten Schuss unter die Latte den alten Abstand wieder her. Erneut sah Baumann unglücklich aus, das Spiel schien entschieden.

In Hälfte zwei machte es Schiedsrichter Markus Schmidt aber wieder spannend. Nach einem Foul von Bussmann gegen Kramaric kurz vor der Strafraumgrenze zeigte der Stuttgarter dem Franzosen Rot - eine sehr harte Entscheidung. Und die Hoffenheimer wussten das zu nutzen. Binnen 85 Sekunden brachte Uth mit seinem Doppelpack die Gäste wieder heran. Zunächst traf der 25-Jährige per Kopf, dann mit einem feinen Fernschuss. Uth hat nun schon drei Saisontreffer auf dem Konto.

Sebastian Rudy hätte sogar schon ausgleichen können, scheiterte aber an der Latte (74.). Auch bei Wagners Versuch (80.) fehlte nicht viel. Das Chaos in der dezimierten FSV-Defensive nutzte dann der eingewechselte Szalai, als er den Ball durch die Beine von Jonas Lössl zum 4:4 ins Netz spitzelte. Die Mainzer probierten danach nochmal alles, aber der Sieg war dahin.

dpa

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