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Holmenkollen ist Goldberg für die deutschen Biathleten

Biathlon Holmenkollen ist Goldberg für die deutschen Biathleten

Der Holmenkollen gilt seit über 120 Jahren als der "heilige Skiberg" der Norweger. Biathlon ist aber erst überschaubare 33 Jahre dort heimisch. Trotzdem bietet der "Kollen" genügend Geschichte und Geschichten - besonders für die deutschen Skijäger.

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Laura Dahlmeier vor der Skisprungschanze am Holmenkollen.

Quelle: Hendrik Schmidt

Oslo. Die 18. Medaille für die deutschen Biathleten am legendären Holmenkollen gab es am Donnerstag mit Silber in der Mixed-Staffel. Am Super-Wochenende in Oslo geht die Medaillen-Jagd weiter.

Am Samstag steht der Sprint, am Sonntag dann der Verfolgungswettkampf auf dem WM-Programm. Gibt es die sechste Goldmedaille am Kollen für die deutschen Skijäger? Dann könnte es eine Audienz der besonderen Art geben.

"Ich durfte einmal zum König. Das ist mir unvergesslich geblieben und eine ganz besondere Ehre, vom Staatsoberhaupt empfangen zu werden", sagt Petra Behle, die 1990 mit der deutschen Staffel WM-Silber auf dem Holmenkollen gewonnen hat. Oslo-Fan Uschi Disl erinnert sich besonders gern an das Ende ihrer Laufbahn. "Nach meinem letzten Rennen durfte ich mit Liv-Grete Poiree im Rentierschlitten eine Ehrenrunde im Stadion drehen", erzählt sie.

Erster deutscher Weltmeister auf dem Traumberg war 1990 der heutige Männer-Bundestrainer Mark Kirchner. Bei der letzten WM für eine DDR-Mannschaft gewann er den Sprinttitel und zudem Team-Gold. Für Kirchner waren es die ersten seiner insgesamt zehn WM-Titel.

Nur Zuschauer war er, als zehn Jahre später dichte Nebelschwaden den greifbar nahen deutschen Staffelsieg verhinderten. Daran erinnert sich noch jeder aus der "goldenen Generation" der DSV-Biathleten. "Das war eine der stärksten Staffeln, die wir je hatten. Wir lagen zwei Minuten vorn und hätten klar gewonnen", erinnert sich der damalige Bundestrainer Frank Ullrich, den es heuer als WM-Zuschauer auf den "Kollen" zieht.

"Ich kam mit großem Vorsprung ganz allein zum Schießen, legte mich auf die Matte und sah eine Minute lang nichts. Nur 20 Meter weiter war die Sicht so, dass man hätte schießen können. Dann kam die Jury in Person von Norbert Beier und machte den Elch, stellte sich mit über den Kopf gekreuzten Armen in die Loipe und brach den Wettkampf ab", erinnert sich Ricco Groß. "Das hätte nicht sein müssen. Die Jury hätte auch uns Schlussläufer ohne Schießeinlagen ihre Runden drehen lassen können. Wir hätten so oder so gewonnen", ärgert sich der heutige russische Männer-Coach noch immer.

Die Männer-Staffel wurde dann beim Weltcup am 11. März 2000 im finnischen Lahti nachgeholt. Da holten Frank Luck, Peter Sendel, Fischer und Groß nur Bronze. Seit einigen Jahren wird bei Rennabbruch nach dem dritten Läufer die Reihenfolge beim dritten Wechsel als Endergebnis gewertet.

Unvergessen ist Ullrich auch der Gala-Auftritt von Frank Luck bei der gleichen WM. "Er war damals eine Woche zuvor schwer gestürzt, hatte den ganzen Winter über Materialprobleme. Und dann trat er auf der Schlussrunde des Verfolgers am Gratishaugen unwiderstehlich an und ließ seine beiden Kontrahenten förmlich stehen", erinnert sich Ullrich. "Das war ein Highlight meiner Laufbahn, mit dem anschließenden Besuch beim König bei Kaiserwetter", meint der 13-malige Weltmeister Luck.

"Holmenkollen-Champ" Sven Fischer, der neunmal beim König war, hat den Berg auch wegen einer unverhofften Begegnung im Gedächtnis. "Beim Training sah ich in den Augenwinkeln links etwas über den Zaun springen. Es war ein Elch, der dann die ganze Abfahrt zwei Meter vor mir herrannte. Unvergesslich", schwärmt Fischer, der diesmal als TV-Experte die WM beobachten wird.

dpa

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