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Kalte Versuchung in der Olympia-Vorbereitung

Moderner Fünfkampf Kalte Versuchung in der Olympia-Vorbereitung

Im Trainingslager in Colorado Springs bereiten sich die Modernen Fünfkämpfer Patrick Dogue und Christian Zillekens derzeit auf ihr bisheriges Karrierehighlight vor: die Olympischen Spiele in Rio. Die beiden Potsdamer stellen das Männerteam der Fünfkämpfer im Alleingang und bereiten sich mit dem Damenteam vor. Das Essen gestaltet sich dabei meist amerikanisch.

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Olympia im Visier: Die Modernen Fünfkämpfer Christian Zillekens (l.) und Patrick Dogue aus Potsdam.

Quelle: dpa, privat

Potsdam/Colorado Springs. Die eiskalte Versuchung steht in der Kantine und spendet jederzeit auf Knopfdruck eine Abkühlung. „Die Softeismaschine ist legendär hier“, erzählt Christian Zillekens über das Gerät, an dem sich jeder Sportler selbst bedienen kann. Da ist Selbstdisziplin für den 20-Jährigen und den vier Jahre älteren Patrick Dogue gefragt. „Man muss sich nur zurück nehmen, dass man sich nicht jeden Tag ein Eis gönnt“, sagt Zillekens mit einem Augenzwinkern.

Die Eismaschine als Ablenkung

Die Eismaschine im Olympic Training Center in Colorado Springs/USA ist eine willkommene Ablenkung. Denn die beiden Modernen Fünfkämpfer aus Potsdam bereiten sich seit einer Woche akribisch auf den bislang größten Wettkampf ihrer Karriere vor, die Olympischen Spiele in Rio.

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Die beiden Potsdamer Patrick Dogue und Christian Zillekens bereiten sich in den USA auf die Olympischen Spiele in Rio vor.

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7.15 Uhr: „Ich esse jeden Morgen Joghurt mit Müsli und Früchten, dazu eine heiße Schokolade und einen Saft“, zählt Dogue auf. Zillekens isst dazu ein Omelett.

8 Uhr: Nach der ersten Mahlzeit geht es zum Fecht- oder Combined-Training, der Kombination aus Laufen und Schießen. Vor dem Mittagessen steht täglich eine Schwimmeinheit an. „Für die Spiele habe ich mir in den organischen Disziplinen Bestzeiten vorgenommen“, sagt Zillekens.

13 Uhr: Das Mittagessen ist teilweise typisch amerikanisch. „Das Lieblingsessen, das es hier immer gibt, sind alle vier Wochen die Spareribs. An dem Tag wird dann schon mal geschummelt, was das Essen angeht“, erzählt der zweifache Deutsche Meister Dogue.

16 Uhr: Zweimal die Woche steht das Reiten im Trainingsplan. „Im Reiten will ich natürlich gut durchkommen und hoffe, dass ich das gewisse Glück bei der Verlosung der Pferde habe“, sagt Zillekens, den ein Mittelfußbruch Anfang Mai fast die Olympia-Teilnahme kostete. „Dem Fuß geht es gut“, sagt der Jugend-A-Weltmeister von 2013. Ansonsten stehen nachmittags weitere Laufeinheiten und Stabilisationsübungen auf dem Programm.

19 Uhr: Abendessen mit der Olympia-Mannschaft zu der noch Lena Schöneborn, 2008 Olympiasiegerin in Peking, und Annika Schleu (beide Berlin) gehören.

„Beide sind jung und wollen ihre Top-Leistung abrufen. Sie trainieren sehr fleißig und das Fechtergebnis wird der entscheidende Faktor“, sagt Heimtrainerin Claudia Adermann. Dogue wurde beim Weltcup-Finale in Sarasota Zweiter, Zillekens in Rom Fünfter. Für solche Platzierungen bei Olympia gäbe es mehr als nur ein Eis.

Fünf Disziplinen

Moderner Fünfkampf gehört seit 1912 zum olympischen Programm der Männer, seit 2000 starten auch Frauen.

Begonnen wird mit dem Schwimmen über 200 Meter Freistil. Die Zeiten werden in Punkte umgerechnet.

Anschließend fechten die 36 Athleten im Modus Jeder gegen Jeden auf lediglich einen Treffer. 70 Prozent gewonnene Gefechte entsprechen 250 Punkten.

Beim Reiten wird jedem Fünfkämpfer ein Pferd zugelost, mit dem er zwölf Hindernisse überspringen muss. Vor dem Wettkampf kann der Sportler das Pferd 20 Minuten einreiten. Für einen fehlerfreien Ritt unter dem Zeitlimit gibt es 300 Punkte.

Vor dem Combined (Laufen und Schießen) werden die Punkte addiert. Der Fünfkämpfer mit den meisten Punkten startet als erstes, danach folgen die Athleten mit den ihren Punkten entsprechenden Rückständen (Handicapstart).

Insgesamt viermal müssen die Fünfkämpfer einen 800 Meter langen Rundkurs ablaufen und dazwischen innerhalb von 50 Sekunden mit einer Laserpistole fünf Ziele in 10 Metern Entfernung treffen.

Bei den Olympischen Spielen in Rio findet der Wettkampf der Frauen am 19. August statt

Patrick Dogue und Christian Zillekens kämpfen einen Tag später um Gold, Silber und Bronze.

Von Stephan Henke

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