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Kanalsprint nicht mehr im Stadtkanal

Potsdam Kanalsprint nicht mehr im Stadtkanal

Das Event lockte Tausende Zuschauer in die Potsdamer Innenstadt und zu einem Sport, von dem sonst nur am Rande Notiz genommen wurde. Wenn sich die Kanu-Asse im Stadtkanal spannende Rennen lieferten. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

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Von 10. 000 Zuschauern umjubelt: Doppel-Olympiasieger Sebastian Brendel beim 12. Kanalsprint am 4. September 2016.

Quelle: Foto: Friedrich Bungert

Potsdam. Der Kanalsprint der Potsdamer Kanu-Asse mit ihren internationalen Gästen findet im kommenden Jahr nicht mehr im Stadtkanal statt. Dies hat die Abteilungsleitung des KC Potsdam im OSC Potsdam der Stadtverwaltung in Bezug auf einen Antrag von Sascha Krämer (Fraktion Die Linke) mitgeteilt und wurde so am Mittwochabend auf der Stadtverordnetenversammlung verkündet.

Linke wollte öffentliches Baden im Stadtkanal

Der Linken-Politiker wollte die temporäre Flutung des Stadtkanals eigens für das Kanu-Ereignis nutzen, um für drei Tage parallel ein öffentliches Baden zu veranstalten. Doch das wurde durch die Absage des Vereins hinfällig. Der KC Potsdam begründete dies mit den zu hohen Kosten für die Befüllung des Stadtkanals in der Yorckstraße mit Trinkwasser. Nach MAZ-Informationen hat dies 11.000 Euro gekostet. Der Kanalsprint, der in diesem Jahr am 4. September zum zwölften Mal stattfand und von 10.000 Zuschauern besucht wurde, erhielt aus dem öffentlichen Haushalt der Stadt jährlich eine Förderung zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Dennoch sei trotz der Unterstützung durch Sponsoren laut KC Potsdam die Veranstaltung nie kostendeckend gewesen. Außerdem hatte es Beschwerden von Anwohnern über feuchte Keller im Zusammenhang mit der Flutung des Stadtkanals gegeben.

Alte Fahrt könnte Alternative für Kanu-Wettkampf sein

Seitens des Vereins werden bereits Alternativen geprüft. Beabsichtigt wird demnach, den Kanalsprint 2017 – ein genauer Termin steht noch nicht fest – in der Alten Fahrt durchzuführen. Sebastian Brendel, der in diesem Jahr in Rio zweimal zu Gold im Canadier paddelte, würde eine komplette Absage des Events sehr bedauern: „Der Kanalsprint war immer eine fantastische Möglichkeit, unseren Sport zu präsentieren. Nirgends waren die Fans so nah dran. Gerade nach den Erfolgen der Kanuten in Rio war es in diesem Jahr besonders schön, sich in der Heimatstadt zeigen zu können. Ich hoffe, die Sportstadt Potsdam steht weiterhin zu ihren Kanuten und unterstützt uns weiter.“ Auch Brendel könnte sich mit der Variante Alte Fahrt, wo alljährlich auch das Inselschwimmen stattfindet, anfreunden.

Kanalsprint war für Sportler einmalig

Trainer Ralph Welke, Sportwart im Verein, hat sich ebenso für eine Fortsetzung des attraktiven Wettbewerbs mit den K.o.-Rennen Sportler gegen Sportler auf einer kurzen Distanz ausgesprochen. Er bestätigte die Bemühungen des Vereins, die Veranstaltung möglichst in der Alten Fahrt fortzuführen. Torsten Gutsche, der Vorsitzende des KC Potsdam, wollte sich nicht dazu äußern und verwies auf eine anhaltende interne Diskussion.

Jürgen Eschert, der den Kanalsprint aus der Taufe hob, und nun Ehrenvorsitzender des Fördervereins des KC Potsdam ist, sagte: „Der Kanalsprint ist weltweit einmalig, selbst die Wettkampfkommissare des Kanu-Weltverbandes zeigten sich von der Potsdamer Veranstaltung begeistert. Ich bin gerade aus dem Urlaub zurück und höre von der Absage zum ersten Mal.“ Kanu-Olympiasieger Jan Vandrey meinte: „Für uns Athleten war der Kanalsprint eine einmalige Sache. Wir wären sehr enttäuscht, wenn er nicht mehr stattfinden würde.“

Von Peter Stein

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