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Kanu-Olympiasieger Kurt Kuschela ist dabei

12. Potsdamer Schlösserlauf Kanu-Olympiasieger Kurt Kuschela ist dabei

Kanu-Olympiasieger Kurt Kuschela startet am Sonntag beim 12. Potsdamer Schlösserlauf über die Halbmarathonstrecke. Der 26-Jährige ist in dieser Saison zum Marathon-Mann geworden. Denn auch im Canadier paddelt er nun die Marathondistanz.

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Kurt Kuschela mit Freundin Lisa Elm vor dem Tor zum Luftschiffhafen.

Potsdam. „Macht das Tor auf“, heißt es am Sonntag beim 12. Pro Potsdam Schlösserlauf. Denn erstmals werden die über 4000 Teilnehmer kurz nach dem Start das historische Eingangstor zum Luftschiffhafen passieren. Mittendrin Kanu-Olympiasieger Kurt Kuschela (26) mit Freundin Lisa Elm (24). Das Paar, das seit knapp zehn Monaten einen Sohn Pepe hat, läuft nicht gemeinsam. Während die ehemalige Judoka 10 km in Angriff nimmt, versucht sich Kuschela am Halbmarathon.

„Das ist ein gutes Training für den Kanu-Rennsport“, sagt der muskelbepackte Athlet vom KC Potsdam, der 2012 mit Peter Kretschmer sensationell Olympia-Gold im Canadier-Zweier über 1000 Meter holte. Denn in dieser Saison wird er notgedrungen zum Marathon-Mann. Aber Kuschela wäre nicht Kuschela, würde er nicht aus der Not eine Tugend machen. Nachdem er bei der nationalen WM-Qualifikation auf den olympischen Distanzen scheiterte, suchte der Schützling von Trainer Ralph Welke sein Glück auf der Marathon-Strecke im Canadier – mit Erfolg. Der Potsdamer wurde unlängst deutscher Meister und schlug dabei den Weltmeister. Somit hat sich Kuschela für die WM im September in Györ/Ungarn qualifiziert. Auf dem Weg dorthin möchte er am 1. August in Brandenburg/Havel auf dem Beetzsee Weltcupsieger werden.

Die Marathondistanz beim Kanu ist zwischen 27 und 31 Kilometer lang. Dabei werden Runden von etwa 4 km Länge absolviert und nach jeder Runde heißt es: Raus aus dem Boot, es samt Paddel schultern und damit etwa 200 Meter laufen, danach geht es wieder mit dem Boot weiter. „Das heißt, man muss nicht nur schnell paddeln können, sondern auch schnell ein- und aussteigen sowie laufen“, so Kuschela. Da er für diese Strecken gut zwei Stunden braucht, wird an Land „verpflegt“, zumindest nach Getränken gegriffen.

„Beim Schlösserlauf werde ich testen, was ich gut vertrage“, erzählt Kuschela, der auf isotonische Getränke setzt. Weil er in der Vorwoche noch wegen Pfeifferschem Drüsenfieber flach lag, will er es etwas ruhiger angehen lassen.

Der Ehrgeiz sei nach wie vor da. „Im Olympia-Jahr greife ich wieder an“, bestätigt der 1,83 Meter große Sportler, und zwar auf den olympischen Distanzen. Dann sollen ihm die Lehren aus 2015 helfen. „Die Pause war doch zu lang. Im Kanurennsport muss man jeden Tag im Boot sitzen, sonst geht zuviel verloren“, hat er eingesehen. Weil er sich auf die Ausbildung zum Brandmeister bei der Feuerwehr konzentriert hatte, legte er zehn Monate das Paddel aus der Hand. „Als ich wieder losgefahren bin, musste ich mich sogar von den zwölfjährigen Mädchen abhängen lassen. Ich war perplex, dass der Wiedereinstieg so schwer ist“, berichtet Kuschela, der außerdem 15 Kilo „abspeckte“. „An manchen Tagen lief es wie geschmiert, am nächsten bin ich nur rumgeeiert“, analysiert er die Misere.

Das werde ihm nun kein zweites Mal passieren. Laufen gehört wie Paddeln und Krafttraining ohnehin zum Trainingsalltag eines Kanuten. Erstere Disziplin mochte er früher nie besonders, längst hat er seine Freude daran – ganz sicher auch Sonntag beim Schlösserlauf.

Info: Bilder zum Lauf Sonntag unter www.MAZ-online.de/schloesserlauf

Von Peter Stein

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