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Kanute Stefan Kiraj setzt auf den Sprint

Europaspiele in Baku Kanute Stefan Kiraj setzt auf den Sprint

Bei der Premiere der Europaspiele in Baku/Aserbaidschan sind 20 Sportler aus Brandenburger Vereinen dabei. Stefan Kiraj vom Kanuclub Potsdam tritt im Canadier-Einer im Sprint über 200 Meter an.

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Sprinter Stefan Kiraj

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam . „Bei mir muss alles passen, wie beim 100-Meter-Sprint in der Leichtathletik. Wenn der Start nicht perfekt ist, habe ich schon verloren“, sagt Stefan Kiraj. Der Canadierspezialist vom KC Potsdam tritt bei der Premiere der Europaspiele, die Freitag in Baku/Aserbaidschan eröffnet werden, über 200 Meter an. Das ist im Kanurennsport der Sprint.

Kiraj hat schnell Gefallen an der noch jungen Disziplin gefunden. „Das ist schon ein ganz schöner Adrenalin-Kick. Mit Taktik ist da nicht viel, da heißt es nur Vollgas geben. In den Laktatbereich komme ich auch nicht, dass ich schon vorher aus dem Boot kippe. Das ist mir nur einmal unfreiwillig beim Kanalsprint in Potsdam passiert“, erzählt der 26-Jährige.

Kiraj, der ungarische Vorfahren hat, stammt aus Spremberg im Süden Brandenburgs. Dort ging er einst mit Olympiasieger Kurt Kuschela in einen Kindergarten. Nun sind sie wieder in einer (Trainings-)Gruppe bei Ralph Welke, die Kiraj als stärkste Übungsgemeinschaft weltweit ansieht. Denn mit Sebastian Brendel gehört ein weiterer Canadier-Olympiasieger dazu. „Wir pushen uns gegenseitig. Auch im Training wird dann mal ein kleiner Sprint ausgefahren“, berichtet der Spezialist, der vom Start weg wie ein Torpedo losschießen muss. „Da den richtigen Punkt immer zu treffen, ist nicht so einfach. Daran arbeite ich. Ich weiß selbst, dass ich noch Luft nach oben habe“, meint Kiraj, der seine Ausbildung bei der Bundespolizei abgeschlossen hat.

Für den Polizeimeister sind die Europaspiele in Baku eine Zwischenstation auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften Ende August in Mailand. In Italien geht es bereits um die Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Der EM-Vierte und WM-Fünfte des Vorjahres sagt: „Die Top acht für den Olympia-Quotenplatz absichern, ist das Mindestziel.“ Natürlich will der zweifache U23-Europameister möglichst nah ran an die Medaillen.

Bei den Europameisterschaften in diesem Jahr klappte das noch nicht. Er wurde Sechster. Aber in der Vorbereitung fiel er fünf Wochen durch Krankheit aus. Bis zur WM will er in Topform sein. Kiraj, dessen sechs Jahre älterer Bruder Robert Judoka an der Sportschule in Frankfurt (Oder) war, hat sich inzwischen auch immer besser an das Sprintboot gewöhnt, dessen Gewicht auf 14 Kilogramm reduziert wurde. „Da ist man noch mal einen Tick schneller, auch der Anriss am Start ist etwas anders. Man merkt sofort, dass man nicht so viel Masse im Schlepptau hat“, sagt Kiraj.

Zuletzt im Trainingslager in Kienbaum (Oder-Spree) arbeitete er daran, noch schneller über das Wasser „zu fliegen“. Zwischendurch in den Ruhephasen hat er sich mit Computerspielen die Zeit vertrieben. Dann taucht er gern mal ab in die Fantasy-Welt von „World of Warcraft“.

Von Peter Stein

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