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Kanutin Tabea Medert vor ihrem WM-Debüt

Kanurennsport, KC Potsdam Kanutin Tabea Medert vor ihrem WM-Debüt

Eine halbe Stunde vor dem Start ist die 23-Jährige vom KC Potsdam im Tunnel. Dann ist sie höchstens noch für den Trainer zu sprechen.

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Bei der Kanu-Europameisterschaft in Plowdiw holte Tabea Medert zuletzt Bronze im K2.

Quelle: Ute Freise

Potsdam. Die Nationalmannschaftstaufe hat Tabea Medert schon hinter sich. Nächste Woche ist der Spaß vorbei, dann wird es bei den Kanu-Weltmeisterschaften in Racice/Tschechien ernst. Dort gibt die 23-Jährige vom KC Potsdam ihr WM-Debüt bei den Großen. „Ich freue mich natürlich, dass ich dabei bin. Die Taufe nehme ich da gerne in Kauf“, erzählt sie kurz über die obligatorische Gaudi mit den Neulingen aus dem Trainingslager der deutschen Auswahl in München. Dort gab es zuletzt auch noch mal Ausscheidungstests um die optimalen Bootsbesatzungen. Tabea Medert wird nun in Racice im Kajakeiner über 1000 Meter und 5000 Meter sowie im Kajakzweier über 1000 Meter mit der Leipzigerin Melanie Gebhardt starten. Während sie im Einer ins Finale kommen will, hofft sie im Zweier optimistisch auf eine Medaille. Bei der EM vor ein paar Wochen in Plowdiw gab es Bronze im K2.

Neustart in Potsdam

Tabea Medert stammt aus Lampertheim in Hessen. Die Kleinstadt am Rhein gilt als Kanu-Hochburg. Auch die Olympiasiegerin Nicole Reinhardt oder Max Lemke, der mit dem Potsdamer Ronald Rauhe bei der WM im K2 über 200 Meter sprintet, stammen von dort. Tabea Medert hat noch zwei ältere Schwestern Tessina (37) und Rebekka (32). Letztere hat auch mal gepaddelt, so kam auch die Jüngste zum Kanurennsport. Bis zum Abitur 20013 blieb sie dort, dann wechselte Tabea Medert nach Potsdam. „Es ging irgendwie nicht mehr weiter. Ich habe mir das in Potsdam angesehen und war überzeugt davon, da muss ich hin“, erzählt die Kanutin, die an der hiesigen Fachhochschule Bauingenieurwesen studiert. Den entscheidenden Impuls für den knallharten Leistungssport habe ihr Trainer Lutz Altepost gegeben. Vom Ex-Kanuten, einst Weltmeister sowie 2008 Olympia-Bronzemedaillengewinner, seien die Tipps gekommen, die sie gewinnbringend in die Tat umsetzen konnte. Seitdem betreibe sie ihren Sport viel zielstrebiger. Der Erfolg blieb nicht aus. Im Vorjahr wurde Tabea Medert U23-Weltmeisterin im Kajakvierer. „Jahr für Jahr habe ich mich ein klein wenig gesteigert. Bis zur nationalen Spitze hat es ein bisschen gedauert“, schätzt sie den kontinuierlichen Aufbau ein. Ihre Beharrlichkeit zahle sich nun aus.

Weber als Maßstab

Seit diesem Jahr trainiert sie in der Gruppe von Ralph Welke, der als Canadierbundestrainer unter anderem die Olympiasieger Sebastian Brendel und Jan Vandrey unter seinen Fittichen hat. „Früher war ich in der Trainingsgruppe immer die Schnellste, jetzt fahre ich hinterher. Das pusht mich aber“, erzählt Tabea Medert. Auch die Olympiasiegerin Franziska Weber sei ein Maßstab für sie. Angesichts von soviel Weltklasse im täglichen Training könne sich Tabea Medert kaum eine bessere Gruppe vorstellen.

Sie fühlt sich wohl in Potsdam, wird sich nach der WM eine eigene Wohnung in Potsdam-West einrichten. „Da bin ich mit dem Fahrrad in drei Minuten am Stützpunkt.“ Schließlich beginne das Training oft schon morgens um 7Uhr. Ihr größter Fan sei ihr Papa. Die Eltern Martin und Rosemarie sind oft bei den Regatten dabei, werden auch zur WM nach Racice kommen.

Paddel immer in der Nähe

Für den Wettkampf hat Tabea Medert ihre ganz eigenen Abläufe und Rituale. Ins Boot steigt sie in Socken. Im Einfahrprogramm gehe sie für 250 Meter schon mal kurz bis an die Schmerzgrenze. Eine Stunde vor dem Start will sie runter sein vom Wasser, „damit ich mich in Ruhe umziehen kann“. Da müsse sie nun auch mal in den Spiegel schauen. Denn eine WM werde schließlich im Fernsehen gezeigt. „Ich schminke mich aber nicht großartig. Nicht wer am tollsten aussieht gewinnt, sondern wer gut fahren kann. Eine halbe Stunde vor dem Start bin ich im Tunnel. Da kann mich keiner mehr stören, höchstens der Trainer noch“, sagt die WM-Debütantin. Ihr Paddel hat sie übrigens immer bei sich, das liege im Hotel meist unter oder neben dem Bett. „Denn wenn das geklaut wird, bin ich aufgeschmissen.“ Der erste WM-Start sei schon aufregend genug, findet Tabea Medert.

Von Peter Stein

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