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„Ich hätte gerne weitergemacht“

Kathy Radzuweit hört auf „Ich hätte gerne weitergemacht“

Die 204-fache Volleyball-Nationalspielerin Kathy Radzuweit hat zuletzt drei Jahre für den Bundesligisten SC Potsdam gespielt. Eigentlich wollte sie gar nicht aufhören. Doch ein angebrochener Mittelfinger machte einen Strich durch die Rechnung.

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Kathy Radzuweit

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Kathy Radzuweit war die bekannteste Volleyballerin des Bundesligisten SC Potsdam. Nach 17 Jahren als Profi und 204 Länderspielen hat die 33-Jährige ihre Karriere beendet.

MAZ: Sind Sie schon in Ihrem neuen Leben ohne Profi-Volleyball angekommen?

Kathy Radzuweit: Ich kann mich noch nicht so ganz damit abfinden. Wenn die neue Saison losgeht, könnte es komisch werden.

Warum spielen sie nicht weiter?

Radzuweit: Ich hätte gerne weitergemacht. Aber Potsdam will sich auf meiner Position im Mittelblock verändern. Das muss ich akzeptieren. Die letzte Saison war nicht gut von mir, wegen eines angebrochenen Fingers bin ich aus dem Rhythmus gekommen.

Sie könnten zu einem anderen Verein wechseln.

Radzuweit: Es gibt Anfragen. Aber ich möchte in Potsdam bleiben, sehe hier eine berufliche Zukunft. Und halbe Sachen mache ich nicht.

Sie haben Bürokauffrau gelernt. Was wollen Sie beruflich machen?

Radzuweit: Es gibt eine Möglichkeit im kaufmännischen Bereich. Leider war ich während meiner Karriere nicht diszipliniert genug, ein Studium durchzuziehen.

Sie haben in Deutschland, Italien und Aserbaidschan gespielt, 204 Länderspiele absolviert. Was war der Höhepunkt Ihrer Karriere?

Radzuweit: Ganz wichtig war für mich die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2004 in Athen, das haben wir als Außenseiter geschafft. Olympia war ein tolles Erlebnis. Leider haben wir die Eröffnungsfeier verpasst.

Warum?

Radzuweit: Wir haben am nächsten Morgen um 9 Uhr gegen Kuba gespielt.

Als Tochter einer deutschen Nationalspielerin und eines kubanischen Nationalspielers sicher ein ganz besonderes Match für Sie.

Radzuweit: Klar. Zumal wir als Außenseiter gegen den späteren Bronzegewinner nach 0:2 noch 3:2 gewonnen haben.

Zu Beginn Ihrer Karriere sind Sie von der Diagonal- auf die Mittelposition gewechselt. War das richtig so?

Radzuweit: Ja, obwohl auf diagonal das meiste Geld verdient wird. Aber für die Diagonalposition fehlte mir die Durchschlagskraft.

Dennoch hatten Sie Engagements in Italien und Aserbaidschan. Wie waren diese Erfahrungen?

Radzuweit: Das war nicht einfach. Als ich in Baku spielte, ist in Deutschland mein Vater gestorben. Das war schwer zu bewältigen. Außerdem sprach der Trainer nur Russisch, ich aber nicht. Dennoch war es gut, dass ich den Schritt gewagt habe, ich wollte mal Champions League spielen.

Sie haben zwei Mal für Magazine erotische Fotos machen lassen. Würden Sie das wieder tun?

Radzuweit: Ich bereue es nicht. Man hat doch gar nicht viel gesehen. Da war nichts Anstößiges dabei.

Von Ronny Müller

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