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Keine Übertragung im TV: Geher Linke stinksauer

Olympische Spiele Keine Übertragung im TV: Geher Linke stinksauer

Familie Linke hatte alles angerichtet für den großen Tag ihres Sohnes Christopher: Public Viewing im Garten, 20 Gäste. Doch die ARD zeigte vom Gehen bei den Olympischen Spielen in Rio keine einzige Sekunde. Dabei belegte der Werderaner Linke einen sensationellen fünften Platz. „Ein Unding“, echauffiert sich Linke.

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Christopher Linke auf dem Weg zu Platz 5 – die Familie in Werder jubelt.

Werder/Havel. Olaf Linke ist noch immer mächtig angefressen. „Das ist eine Diskriminierung gegenüber der Sportart Gehen. Nicht eine Sekunde live vom Wettkampf zu senden, das geht gar nicht“, flucht der Vater von Christopher Linke, der am späten Freitagabend bei den Olympischen Spielen in Rio einen „sensationellen 5. Platz belegt hat“. Familie Linke hatte im eigenen Garten ein Public Viewing organisiert und wollte mit zwanzig Freunden und Bekannte das Rennen schauen. „Wir haben immer wieder gehofft, dass die Redaktion der ARD vom Reiten zum Gehen schaltet. Doch vergebens“, so Vater Linke. „Wir haben alles mobilisiert was geht und haben dort angerufen. Uns wurde gesagt, wenn sich 100 Leute melden, wäre was machbar.“ Der Fanclub hatte Pech. Christopher Linke ging über die Ziellinie – ohne dass die Fans aus Brandenburg eine Sekunde davon mitbekamen. „In der Zusammenfassung wurden dann nur zehn Sekunden gezeigt. Wie er ins Ziel kommt und zusammenbricht. Wir sind alle maßlos enttäuscht. Zehn, fünfzehn Minuten hätten wir alle gern gesehen.“

Linke war bester Europäer im Feld

Auch der Mann des SC Potsdam hatte im Nachhinein davon erfahren, dass sein Wettkampf nicht nach Deutschland übertragen wurde. „Das ist sehr, sehr schade. Drei Deutsche im Finale und keine Übertragung – das ist ein Unding“, so der Olympia-Fünfte gegenüber der MAZ. „Nachdem wir bei der Team-WM Vierter geworden sind, hätte man mit uns ernsthaft rechnen müssen.“ Christopher Linke wird die Zeit bei Olympia nun genießen. „Jetzt werde ich erst einmal entspannen und mir andere Wettkämpfe anschauen, wie Handball. Ich bleibe bis zum Schluss und fliege dann am 22. August zurück nach Deutschland.“

Familie und Freunde wollten beim Public Viewing feiern

Familie und Freunde wollten beim Public Viewing feiern. Alles war vorbereitet. Doch im TV lief nichts.

Quelle: privat

Die Resonanz aus der Heimat war überwältigend. „So viele Glückwünsche per Whatsapp und Facebook. Ich bin stolz und möchte allen danken, die mich auf dem Weg begleitet haben“, sagt Linke, der völlig erschöpft am Abend noch im Deutschen Haus auf seinen 5. Platz angestoßen hat. Eine Zeit lang war er im 20 Kilometer Gehen sogar mit den stärksten Gegnern auf Medaillenjagd. Zwischenzeitlich hatte Linke nur zwei Sekunden Rückstand auf den Bronzerang.

Hagen Pohle 18., Nils Brembacher 38.

Seine Teamkollegen Hagen Pohle kämpfte sich beim Doppelsieg der Chinesen in die Top 20, Nils Brembach in die Top 40. „Ich hatte Schienbein-Probleme, wurde vor zwei Tagen noch gespritzt, ein bisschen habe ich es während des Wettbewerbs gemerkt“, so Pohle, der am Freitag (13 Uhr) noch über 50 Kilometer starten wird. „Ich bin recht gut reingekommen und habe mich dann durch gute Zwischenzeiten weiter gepusht. Eine Zeit unter der Olympia-Norm und Platz 18, das ist gut.“ Auch Brembach war zufrieden. „Ich brauchte eine Weile, um mich reinzufinden, es war doch eine große Gruppe, da ist man viel gestolpert“, so der Nachwuchs-Mann, der bei seiner Olympia-Premiere auf Rang 38 einkam. „Nach drei bis vier Kilometern hatte ich meinen Rhythmus gefunden. Nach zwölf Kilometern hatte ich einen Hänger, nach 15 ging es dann wieder. Leider war da der Abstand nach vorne schon zu groß.“

Das alles hätte Vater Linke aus Werder gern hautnah am Bildschirm mitverfolgt. „Wir haben über irgendeine griechische Seite dann den Endstand mitbekommen. Platz 5 – darüber sind wir alle stolz.“

Von Sebastian Morgner

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