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Kristin Pudenz: Ringkampf um Olympia

Leichtathletik-DM Kristin Pudenz: Ringkampf um Olympia

Die Norm für die Olympischen Spielen in Rio hat Kristin Pudenz (SC Potsdam) schon erfüllt. Doch in der nationalen Rangliste belegt die 23-Jährige Rang sechs – und nur drei Diskuswerferinnen bekommen ein Ticket für Brasilien. Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Kassel hofft die Studentin nun einen rauszuhauen und doch noch Rio zu buchen.

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Kristin Pudenz vom SC Potsdam will in Kassel möglichst Bestleistung werfen.

Quelle: imago

Potsdam. „Ich zähle mich nicht zur zweiten Reihe, ich will vorn mitmischen“, lautet die Kampfansage von Kristin Pudenz vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Wochenende in Kassel. Die Diskuswerferin vom SC Potsdam hat im Saisonverlauf zwar mit 61,01 Metern die Norm für die Olympischen Sommerspiele in Rio überboten, aber in der nationalen Rangliste ist sie damit nur die Nummer sechs.

Trainer traut ihr 64-Meter-Würfe zu

Um eines der drei zu vergebenen Olympia-Tickets zu ergattern, muss sie sich ergo gehörig steigern. Als Topfavoritin auf den Meistertitel und mithin als erste Rio-Reiseanwärterin sieht sie die Berlinerin Julia Fischer. Die Freundin von Olympiasieger Robert Harting führt die Bestenliste mit 68,49 Metern souverän an. Hinter Vizeweltmeisterin Nadine Müller (Halle/65,42) folgen mit Shanice Craft (Mannheim/64,62) und Anna Rüh (Neubrandenburg/64,08) zwei Athletinnen mit denen Kristin Pudenz im Vorjahr bei der U23-EM in Tallinn/Estland noch auf dem Podium stand. Ihr Trainer Jörg Schulte meint: „Nach dem guten Training im Winter hatte ich Kristin eigentlich Weiten von 63, 64 Metern auch zugetraut. Sie hat mehr drauf, kann ihr Potenzial aufgrund technischer Probleme aber im Wettkampf bisher nicht ausschöpfen.“ Aber der Coach macht seinem Schützling Mut: „Vielleicht haut sie ja in Kassel einen raus.“

Pudenz: „Der Knoten ist einfach noch nicht geplatzt“

Die Studentin für Soziale Arbeit an der Potsdamer Fachhochschule, die im Vorjahr bereits 62,61 Meter schaffte, ergänzt dazu: „Der Knoten ist einfach noch nicht geplatzt. Aber ich habe gut trainiert, gehe mit viel Optimismus in die Meisterschaft.“ Selbst Rio habe sie nicht aus den Augen verloren. „Ich bin ja Sportlerin, ein kleiner Funke Hoffnung ist immer da“, meint sie zum Ringkampf um Olympia. Zumindest die Olympia-Norm mit einer Weite deutlich über 61 Meter will sie bestätigen. Dass die deutschen Diskuswerferinnen so stark sind, nimmt die 23-Jährige eher als Herausforderung. „Natürlich sind wir im Wettkampf Konkurrentinnen, aber außerhalb verstehen wir uns gut. Julia Fischer ist schon so eine Art Vorbild für mich, da kann man sich immer ein paar Tipps holen“, erzählt Kristin Pudenz.

Auch bei den Herren mischen Potsdamer vorne mit

Ähnlich spannend wie bei den Frauen geht es im Diskusring bei den Männern zu. Wer am Sonntag die Zwei-Kilo-Scheibe am weitesten wirft, dürfte wohl im Flieger gen Rio sein. Von der Papierform her sollte das Robert oder sein jüngerer Bruder Christoph Harting sein. Aber auch hier mischt mit Markus Münch ein Potsdamer mit. Mit 66,78 Metern hat er ebenso seinen Hut in den Ring geworfen. „Markus ist nicht der Topfavorit“, meint Trainer Schulte, der noch einen weiteren Athleten dabei hat. Henning Prüfer, einst Vizeweltmeister in der U18 und U20, darf sich nun ebenfalls mit den Männern messen. Bei 60,28 Metern steht seine Saisonbestweite. Der 20-Jährige hat einen schwierigen Winter hinter sich. Nach Rückenproblemen musste er an beiden Leisten operiert werden. „Für Henning ist das ein Übergangsjahr“, meint Schulte. Auf jeden Fall ist er in Kassel hautnah dabei beim Ringkampf um die Olympia-Tickets.

Von Peter Stein

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