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Kurioses Aufnahmeritual bei den Netzhoppers

Blick in die Kabine Kurioses Aufnahmeritual bei den Netzhoppers

Sie sollen eine ganze Saison lang erfolgreich sein und füreinander kämpfen. Damit sich die Neuzugänge schnell in die Mannschaft integrieren, gibt es beim Volleyball-Bundesligisten Netzhoppers SolWo Königspark KW aus Bestensee ein besonderes Aufnahmeritual.

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Neuzugang Filip Gavenda (r.) mit seinen Netzhoppers-Mitspielern Daniel Heinecke und Theo Timmermann (v.l.).

Quelle: Dagmar Jaschen

Bestensee. Okay, sie bekommen ein neues Trikot. Aber so richtig drin in der Mannschaft sind Neuzugänge bei den Bundesliga-Volleyballern der Netzhoppers SolWo Königspark KW erst nach dem überstandenen Aufnahmeritual. Darum wird noch lange nach den ersten gemeinsamen Trainingseinheiten ein Geheimnis gemacht, aber eines Tages ist es dann so weit. Wenn die Mannschaft in der Kabine zusammenkommt, gibt Trainer Mirko Culic das Kommando. Dann muss der neue Spieler ein Lied singen – meist zum Gaudi der Teamkollegen.

Slowake Gavenda alias Justin Bieber

Und da es für die am 22. Oktober beginnende Saison diesmal besonders viele neue Akteure in den Reihen der langen Kerls aus dem Dahmeland gibt, kommt trotz des harten Vorbereitungsprogramms der Spaß nicht zu kurz. So ließ der slowakische Diagonalangreifer Filip Gavenda bei „Sorry“ von Mädchenschwarm Justin Bieber mit seiner Liebesballade sofort die Herzen der Kumpels schmelzen, schnell wurde im Rhythmus mitgeklatscht. Frei nach dem Motto „Erst singen, dann schmettern“ besang der aus Bayern stammende Mittelblocker Iven Ferch mit einem Volkslied den „Watzmann“. Zuspieler Sascha Kaleck rappte zu Peter Fox’ „Schwarz zu Blau“. US-Boy Tayler Hammond gab den Rock-Klassiker „Black Water“, mit dem die Doobie Brothers 1974 dem Mississippi huldigten, zum Besten. Und Björn Andrae trällerte wie in Kindheitstagen seine Berlin-Hymne: „Ich kenne eine Stadt am großen Strom, die viele Häuser hat und einen Fernsehturm. und diese Stadt mit „B“ beginnt, denn wir sind, wir sind: ein echt Berliner Kind...“

Trainer Mirko Culic hatte die Idee

„Das Lied habe ich mal von meiner Mutter, die als Erzieherin arbeitet, gelernt“, erzählte der Außenangreifer. Der 35-jährige ehemalige Nationalspieler hat als Volleyball-Globetrotter nicht nur in Berlin und Friedrichshafen, sondern auch in Italien, Polen, Griechenland und Russland gespielt, aber solch Aufnahmerituale à la Netzhoppers habe er noch nie erlebt. „Das war ein Novum für mich, eine echte Revolution. Aber ich fand das absolut okay, ein tolle Sache“, meinte Andrae. „Bisher hatte ich die neuen Mitspieler mal zum Essen eingeladen oder mal einen Kasten Bier in die Kabine gestellt als Neuer. Aber das mit dem Singen war völlig neu für mich.“

Trainer Mirko Culic kam vor ein paar Jahren auf diese Idee. „Das ist eine lockere Art, sich besser ins Team reinzufinden. Die Jungs haben alle ihren Spaß, aber die Sache hat auch einen ernsten Hintergrund: Es geht um Vertrauen. So wie du den Mitspielern vertraust, können sie dir vertrauen.“

Zweiter Teil der Aufnahmeprozedur

Denn nach dem Singen folgt Teil zwei der Aufnahmeprozedur. Dabei muss der neue Spieler die Augen schließen und sich rücklings fallen lassen bis ihn zwei Mitspieler auffangen. Meist übernehmen das die Mittelblocker Daniel Heinecke und Paul Sprung. Manchmal warten sie mit dem Auffangen ein bisschen länger. Aber in sicheren Händen sei bisher noch jeder gelandet, versicherte Annahmespezialist Matthias Penk. Er sagte: „Wer schon ein wenig länger dabei ist wie ich, freut sich genauso auf das Aufnahme-Ritual. Denn wir ziehen die neuen Spieler damit auch ein bisschen auf, um die Spannung noch zu steigern. Die Spieler wissen zwar, dass sie ein Lied singen müssen, aber nicht genau wann.“ Bisher sei es aber immer eine „geschlossene Gesellschaft“ in der Kabine gewesen, öffentlich mit Mikrofon musste noch keiner ran, obwohl das schon mehrfach angedroht wurde. Wer wann seinen Auftritt hat, entscheidet der Trainer. Schließlich habe Culic das „Copyright“ – und seinen Spaß ebenso, versicherte der 53 Jahre alte Chefcoach. Bei Gavendas „Sorry“-Song klatschte Culic begeistert mit. Der Slowake Gavenda meinte zu seiner Liedwahl: „Ich mag dieses Lied einfach sehr und ich muss dabei an meine Freundin denken, die ich leider nicht so oft sehe, da sie in Tschechien wohnt.“

Von Peter Stein

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