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Kurt Kuschela auf der Marathonstrecke

Kanu-Rennsport Kurt Kuschela auf der Marathonstrecke

Kurt Kuschela steht am Wochenende wieder einmal vor einer Premiere: Zum ersten Mal nimmt er an einem Marathon-Weltcup im Kanu-Rennsport teil. Der Potsdamer Olympiasieger sucht die ultimative Herausforderung.

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Kurt Kuschela ist von Pfeifferschem Drüsenfieber genesen.

Quelle: foto: j. stähle

Potsdam. Kurt Kuschela haut so schnell nichts um. Das Stehaufmännchen vom Kanu-Club Potsdam tritt an diesem Wochenende zu einer ultimativen Herausforderung an. Erstmals startet er bei einem Weltcup im Kanu-Marathon. Nicht ganz freiwillig. Denn bei der nationalen Qualifikation auf den olympischen Strecken scheiterte der Olympiasieger in diesem Jahr. Die WM Ende August in Mailand findet ohne den 26-Jährigen statt.

Aber einer wie Kuschela hat immer einen Plan B im Kopf. Also machte er aus der Not eine Tugend und stieg auf die Marathonstrecke um. Und wurde prompt deutscher Meister. Damit hat er sich für die Marathon-WM Anfang September in Györ/Ungarn qualifiziert.

Pfeiffersches Drüsenfieber auskuriert

Der bevorstehende Weltcup auf dem heimischen Beetzsee in Brandenburg/Havel wird eine Art Generalprobe. Allerdings unter ungünstigen Vorzeichen. Kuschela war an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt. „Erst seit zwei Wochen bin ich wieder im Training“, erzählt er. „Da muss ich jetzt durch. Das wird schon schiefgehen“, ergänzt er nicht ganz ernst gemeint. „Ich habe beim Marathon-Weltcup in den letzten Jahren schon öfters zugeschaut. Nun will ich es selbst ausprobieren. Man muss im Leben alles mal gemacht haben. Denn der Marathon ist richtig spannend, da kommt es nicht nur auf das Paddeln an.“

Schwierigkeit Nummer eins ist das leichtere Boot. Weil die „Plasteschale“ nur zehn statt 14 Kilogramm wiegt, schaukelt sie weit anfälliger auf dem Wasser herum. „Das Boot ist instabiler“, sagt Kuschela, der 2012 in London mit Peter Kretschmer sensationell Olympia-Gold im Zweier-Canadier über 1000 Meter gewonnen hatte. Sein legendärer Kuss auf die Stirn des Partners im Ziel ist auch auf der aktuellen Foto-Schau von Potsdamer Olympiasiegern in den Bahnhofspassagen zu sehen.

Risiko beim Ein- und Aussteigen

Aber dieser „Moment für die Ewigkeit“ ist für den Indianerbootfahrer derzeit so weit weg wie die Prärie Nordamerikas. Aber der (Wildwest-)Abenteurer mag die Herausforderung Marathon auch deshalb so sehr, weil – Schwierigkeit Nummer zwei – die Wasserpassagen mit Landgängen gespickt sind. Die insgesamt 26,1 Kilometer lange Strecke teilt sich auf sieben Runden auf dem Wasser auf zuzüglich sechs sogenannten Portagen. Dabei ist an Land mit dem geschulterten Boot samt Stechpaddel eine etwa 200 Meter lange Strecke zurückzulegen. Zusätzliche dritte und vierte „Disziplin“ ist das Aus- beziehungsweise Einsteigen. „Da kann man viel Zeit liegen lassen und Fehler machen“, sagt der Marathon-Novize. Aber ins Wasser gefallen sei er bisher noch nicht. „Das kann aber immer passieren“, lenkt er ein. Auch ein Olympiasieger sei davor nicht gefeit. Der Brandmeister bei der Feuerwehr bleibt ehrgeizig: „Ich will beim Weltcup schon eine Medaille holen und auf das Podest. Dann haben wir doppelt Grund zum Feiern“, sagt er. Denn Lebensgefährtin Lisa Elm hat am Sonntag 25. Geburtstag. Sie wird ihrem Kurt auf der Tribüne am Beetzsee sicher die Daumen drücken und das fast einjährige Söhnchen Pepe ist natürlich auch dabei.

Von Peter Stein

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