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Kuske und Poser greifen an

Bobsport Kuske und Poser greifen an

Am Wochenende startet in Altenberg im Erzgebirge die Weltcup-Saison 2015/16 im Bobsport. Mit dabei sind die beiden Potsdamer Anschieber Christian Poser und Kevin Kuske. Beide gehen unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen in die Rennen.

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Christian Poser wechselt im Vierer von Nico Walther von der Position vier auf die drei.
 

Quelle: Foto: dpa

Potsdam.  Christian Poser hat zugelegt. Nicht etwa, dass sich der Potsdamer Bob-Anschieber im Sommer auf der faulen Haut geräkelt hätte. „Ich habe acht Kilo draufgepackt, bringe jetzt 104 Kilo auf die Waage“, erzählt der ehemalige Sprinter. „Ich bin jetzt fünf Jahre auf der Position vier im Vierer gefahren, da bekommt man in den Kurven den meisten Druck auf den Rücken. Meine Bedingung war, ich bleibe nur im Team, wenn ich nach vorn rücken kann.“ Schließlich gebe es in der Formel 1 des Wintersports das geflügelte Wort, je älter man werde, desto weiter rücke man nach vorn. „Außerdem wollte ich mich wieder für den Zweier anbieten“, so Poser, „da sind ein paar Kilo mehr immer gute Argumente.“

Das klappte prima. Am vergangenen Wochenende sicherte er sich mit Pilot Nico Walther (Oberbärenburg) sowohl im Zweier als auch im Vierer – hier rückte Poser nun an die Position drei – in Altenberg die deutsche Meisterschaft. „Da fühlt man sich auf seinem Weg bestätigt. Aber erst am kommenden Wochenende beim ersten Weltcup in Altenberg wissen wir genauer, wo wir im Vergleich zur internationalen Konkurrenz stehen“, sagt Poser. „Im Vorjahr haben wir im Osterzgebirge unseren ersten Weltcup-Sieg im Vierer gefeiert. Da wollen wir wieder anknüpfen.“

Training made in USA

Nachdem Poser im vergangenen Winter mit Platz zwei bei der WM im Vierer in die Erfolgsspur zurückkehrte, hat er sein Athletiktraining made in USA beibehalten. Jason Hartmann, der auch für Posers Ehefrau, die US-Bobpiloton Jamie Greubel Poser, die Trainingspläne vorgibt, setzt mehr auf Kraft und Gewicht statt auf Schnelligkeit. „Dadurch habe ich einen enormen Kraftzuwachs bekommen“, erklärt der 29-Jährige, der sich an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt zum Brandmeister ausbilden lässt. Statt Löschangriff heißt es nun aber wieder Attacke auf der Eisbahn.

„Die Startzeiten werden im Bobsport immer wichtiger“, schätzt Poser ein. „Aber ich bringe jetzt dank der vermehrten Muskelmasse mehr Power rein, habe noch mal einen Schritt nach vorn gemacht. Natürlich kann man sich nie sicher sein, denn auch andere Anschieber drängen in den Bob.“

Immer ein Blick auf die Waage

Während Poser an Masse und offenbar auch Klasse zugelegt hat, muss sein Potsdamer Spezi Kevin Kuske noch ein bisschen abnehmen. Letztes Wochenende wurde sein Vierer des Oberhofer Piloten Maximilian Arndt wegen Übergewichts disqualifiziert. Die maximal möglichen 640 Kilo inklusive Mannschaft wurden bei der Kontrolle nach dem ersten Lauf um 800 Gramm überschritten. Kuske räumt ein: „Das geht auf meine Kappe. Weil ich beim Zweier 116 Kilo hatte, waren wir davon ausgegangen, dass es passt. Aber dann hatte ich wieder 118 Kilo. Da wir auch noch die Kufen ausgetauscht hatten, die dann etwas schwerer waren, lagen wir plötzlich drüber. Obwohl man die Waage immer dabei hat, passiert das halt mal. Das hat mir keiner übel genommen. Am Wochenende beim Weltcup sollte wieder alles passen.“

Nach der verletzungsbedingten Pause in der Vorsaison ist Kuske besonders heiß. Der viermalige Olympiasieger sagt: „Die Startzeiten in der Mannschaft sind noch nicht so, wie sie sein sollten. Da müssen alle eine Schippe drauflegen. Deshalb ist es ganz gut, dass die ersten drei Weltcups in Deutschland stattfinden, da können wir nebenher gut trainieren. Alles ist auf die WM im Februar ausgerichtet.“ Trotzdem gehe es darum, sich über die Weltcups Selbstvertrauen und eine gute Startposition in der ersten Gruppe zu verschaffen. Der 36-Jährige versichert: „Ich habe gemerkt, dass ich wieder voll belastbar bin. Max ist als Weltmeister zwar vor allem auf den Vierer fokussiert, ich hoffe, wir kommen auch im Zweier noch ein Stückchen voran.“

Von Peter Stein

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