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Leipzig Transfer-Krösus mit 22,6 Millionen Euro

Fußball Leipzig Transfer-Krösus mit 22,6 Millionen Euro

Trainer Ralf Rangnick übt sich in Zurückhaltung und will das Wort Aufstieg nicht in den Mund nehmen. Doch am Transfermarkt hat das Team von RasenBallsport Leipzig schon ganz klar die Weichen Richtung Bundesliga gestellt.

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Davie Selke kostete Leipzig allein rund acht Millionen Euro.

Quelle: Jan Woitas

Berlin. Geschätzte 15,6 Millionen Euro investierte der Transfer-Krösus in diesem Sommer in neues Personal. Zusammen mit den beiden im Vorjahr erworbenen, an RB Salzburg verliehenen und nun nach Leipzig zurückkehrenden Massimo Bruno und Marcel Sabitzer summieren sich die Investitionen der Sachsen locker auf 22,6 Millionen Euro.

Kein Team der 2. Bundesliga nahm für Neuerwerbungen annähernd so viel Geld in die Hand, wie Leipzig allein für Nachwuchs-Star Davie Selke (geschätzte acht Millionen Euro von Werder Bremen) ausgab. Für den Abwehr-Hünen Atinc Nukan (Besiktas Istanbul) zahlte RB noch einmal rund fünf Millionen. Dennoch unterstreicht Rangnick, der am Wochenende seinen Vertrag bis 2019 verlängerte, dass der Bundesliga-Aufstieg keine "Pflichtaufgabe" sei. Der Umbruch des Kaders mit je zwölf perspektivreichen Zugängen und einem Dutzend ausgemusterter Spieler spricht eine andere Sprache.

"Ralf Rangnick muss mit dieser Mannschaft eigentlich Meister werden. Ich glaube, alles andere wäre eine Riesenenttäuschung für das Projekt Leipzig", bringt Heidenheims Trainer Frank Schmidt die Gedanken der Konkurrenz auf den Punkt. Sein Verein erwirtschaftete einen satten Transfer-Überschuss von drei Millionen Euro, da er Florian Niederlechner (Mainz) und Philipp Heise (Stuttgart) in Liga eins ziehen lassen musste.

Insgesamt verbuchte der Zweitliga-Transfermarkt mit bisher 195 Abgängen und 200 Zugängen weit mehr Bewegung als in vergangenen Jahren unmittelbar vor dem Liga-Auftakt. Bis zum Transferschluss am 31. August werden weitere Aktivitäten der Vereine erwartet. Für Abgänge flossen rund 45 Millionen Euro in die Taschen der Zwetligisten, knapp 26 Millionen wurden in Zugänge investiert.

Den größten Aderlass mussten erwartungsgemäß die Absteiger SC Freiburg und SC Paderborn konstatieren. Die Stammspieler Admir Mehmedi (Leverkusen), Jonathan Schmid (Hoffenheim), Vladimir Darida (Hertha), Oliver Sorg und Felix Klaus (beide Hannover 96) verließen die Breisgauer. Ihre Ablösen spülten aber rund 25 Millionen Euro in die SC-Kassen, so dass zumindest der bisher von Werder Bremen ausgeliehene Nils Petersen für rund 2,8 Millionen Euro nun auch in Liga zwei für Freiburg auf Torejagd geht. Paderborn dürfte vor allen Elias Kachunga (Ingolstadt), Patrick Ziegler (Kaiserslautern) und Mario Vrancic (Darmstadt) im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr vermissen.

Auch der FSV Frankfurt, 1860 München, der FC St. Pauli, Greuther Fürth, MSV Duisburg und der Karlsruher SC investierten bisher keine nennenswerten Beträge in Neuzugänge. Der Vorsaison-Dritte aus Baden musste Spielmacher Reinhold Yabo in Richtung RB Salzburg ziehen lassen, will aber mit den neuen Stürmern Erwin Hoffer (Düsseldorf) und Wadim Manzon (Strogino Moskau) seine Durchschlagskraft erhöhen.

Erstliga-Feeling bringen Didier Ya Konan (Hannover), Sercan Sararer (Stuttgart) und Julian Koch (Mainz) mit zur Fortuna nach Düsseldorf, die damit den Weggang von Torjäger Charlison Benschop nach Hannover kompensieren will. Union Berlin investierte erstmals in der fast 50-jährigen Vereinsgeschichte über eine Million Euro in neue Spieler, wobei die geschätzten 800 000 Euro Ablöse für US-Nationalspieler Bobby Wood (1860 München) einen Transfer-Rekord darstellen. Ob der 22-Jährige den zu Queens Park Rangers abgewanderten 14-Tore-Stürmer Sebastian Polter ersetzen kann, bleibt fraglich.

Maß der Dinge aber bleibt RB. Im Vorjahr hatte der Leipziger Club für den Belgier Bruno schon fünf Millionen und für Sabitzer zwei Millionen Euro ausgegeben. Beide kommen wie Ungarns Auswahl-Torwart Peter Gulácsi, Stefan Ilsanker und Nils Quaschner nun vom Partnerclub aus Salzburg nach Sachsen und sollen helfen, den Traum von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz von der Bundesliga zu verwirklichen.

dpa

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