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Löw: "Wenn wir ein bisschen Zeit haben, wird es gut"

Fußball Löw: "Wenn wir ein bisschen Zeit haben, wird es gut"

Fragen an Bundestrainer Joachim Löw in der Pressekonferenz nach dem 3:2-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel am Montagabend in Glasgow gegen Schottland.

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Bundestrainer Joachim Löw zeigt sich über die gegen Polen und Schottland gewonnenen Spiele zufrieden.

Quelle: Federico Gambarini

Glasgow. Wie fällt Ihre Spielanalyse aus? Und wie bewerten Sie die beiden Siege gegen Polen und hier in Schottland insgesamt?

Joachim Löw: Unser Anspruch war, dass wir die beiden Spiele gewinnen. Das haben wir geschafft und damit einen großen Schritt Richtung EM gemacht. Das Spiel heute war gar nicht so einfach, weil wir teilweise gegen eine Mannschaft gespielt haben, die mit acht oder neun Spielern um den eigenen Sechzehner stand, die nur mit langen Bällen nach vorne operiert und auf Standards gehofft hat. Wir haben das Spiel klar im Griff gehabt, wie haben verdient gewonnen.

Was fällt Ihnen noch zu Thomas Müller ein, der auch im Hinspiel gegen Schottland zweimal getroffen hatte und insgesamt jetzt auf acht Treffer in der Qualifikation kommt?

Löw: Man weiß, dass Thomas Müller ein wahnsinnig gutes Gefühl für Situationen und für Räume hat, wo der Ball hinkommen könnte. Er schleicht sich dahin, wo kein Gegner steht. Das ist seine große Stärke. Er denkt immer nur, wie kann ich ein Tor erzielen. Er geht immer Richtung Fünfmeterraum, da prallen immer wieder Bälle ab. Das erste Tor war ein bisschen glücklich, weil der Ball abgefälscht war. Aber das zweite hat er sehr gut gemacht, weil er sich sofort in die Mitte orientiert und für einen Abpraller gewappnet hat, als der Ball nach außen zum Emre Can gespielt wurde. Das zeichnet ihn aus, das kann man nicht lernen. Das ist eine Sache, die Thomas Müller im Blut hat. Er riecht, wohin der Ball kommt. Das ist Gold wert für uns.

Sie haben Ilkay Gündogan neu in die Startelf genommen. Wie bewerten Sie seine Leistung?

Löw: Ilkay ist ein sehr guter Spieler im Zwischenraum, mit einer engen Ballannahme und einer schnellen Drehung. Es ist auch eine gute Qualität von Ilkay, dass er wie beim dritten Tor seinem Passspiel nachgeht. Nach einer langen Pause und einer schmerzlichen Verletzung hat er jetzt mal wieder zwei Länderspiele nacheinander gemacht, und die waren absolut zufriedenstellend. Ich bin richtig froh, dass der Ilkay wieder dabei ist, dass er eine gute Form hat. In beiden Spielen hat man gesehen, welchen Wert er für die Mannschaft hat.

Wie beurteilen Sie die Situation in der Gruppe. Sind Sie durch?

Löw: Mit einem Unentschieden beim nächsten Spiel in Irland sind wir auf jeden Fall durch. Die Ausgangsposition ist sehr gut. Unser Ziel ist es natürlich, auch in Irland zu gewinnen. Natürlich bin ich überzeugt, dass wir das schaffen, dass wir durchkommen.

Wenn es ein kleines Problem gab, dann auf der rechten Seite mit Emre Can. Ist das ein Lernprozess, den Sie ihm geben, auch in den nächsten Spielen?

Löw: Man kann nicht Wunderdinge erwarten in zwei Länderspielen innerhalb von vier Tagen. Er war zum ersten Mal bei uns dabei und hat gemerkt, dass das Tempo bei uns ein bisschen anders ist als bei der U21. Ich glaube, er hat gute Ansätze. Er hat ein gutes Zweikampfverhalten, er hat eine körperliche Robustheit, er hat eine fußballerische Klasse. Er ist noch sehr jung, von daher bin ich jetzt mit ihm zufrieden. Natürlich gibt es einiges zu verbessern. Ich denke schon, dass er Potenzial hat, so eine Position zu bekleiden bei uns.

Abgesehen von dieser einen Position: War das die ideale Elf, die in Frankfurt gegen Polen und hier gespielt hat?

Löw: So würde ich das nicht sagen. Es fehlten Sami Khedira und Marco Reus, die in der Vergangenheit gespielt haben, wenn sie dabei waren. Ich bin froh, wenn ich die Möglichkeit habe zu wechseln. Das braucht eine Mannschaft, das hat man auch bei der WM in Brasilien gesehen. Die Spieler von elf bis 14 waren manchmal, wenn sie reinkamen, die Entscheider. Eine Top-Mannschaft braucht das. Es gibt schon noch zwei, drei, vier Spieler, die für uns unabdingbar sind Richtung EM. Mit einer Idealelf plane ich so früh nie, weil ich weiß, die Saison ist lang, da wird noch viel passieren.

Vor der Länderspiel-Woche war die Ausgangslage in der Gruppe nicht so gut. Sind Sie erleichtert, hatten Sie doch gezweifelt?

Löw: Gezweifelt habe ich nicht, ich war schon überzeugt. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, weil ich zu Beginn der Woche zwei, drei Dinge angesprochen habe, die wir korrigieren wollten. Es ist eine Stärke der Mannschaft, wie schnell sie Dinge umsetzt, wenn wir mal drei, vier Tage zusammen trainieren. Im letzten Jahr war es einfach wahnsinnig schwer mit immer unterschiedlichen Mannschaften. Da konnte man manchmal gar nicht mehr verlangen. Testspiele will ich nicht immer mit aller Macht gewinnen, da will ich andere Erkenntnisse gewinnen. Aber wenn wir ein bisschen Zeit haben, dann wird es gut.

dpa

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