Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° bedeckt

Navigation:
Lokalheld Carlo Paech siegt im Stern-Center

17. Internationales Stabhochsprung-Meeting Lokalheld Carlo Paech siegt im Stern-Center

Das war ein fast perfekter Abend für Carlo Paech. Der 23-Jährige konnte bei seinem Lieblingsmeeting, dem Internationalen Stabhochspringen im Potsdamer Stern-Center, triumphieren. Fast hätte es aber noch ganz viel Frust gegeben.

Voriger Artikel
Die zehn Szenen der zehn vergangenen Super Bowls
Nächster Artikel
SC Potsdam verliert in Stuttgart mit 1:3

Traditioneller Lohn für den Sieger: eine Torte für Carlo Paech. Foto: Christel Köster

Potsdam. Als er sich im dritten Anlauf über 5,77 Meter katapultierte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Carlo Paech riss die Arme hoch und die vielen Fans im Potsdamer Stern-Center feierten ihren Lokalmatadoren lautstark. Alle hatten ihm diesen Erfolg am Samstagabend besonders gegönnt. Denn der 23-Jährige, der aus Hohen Neuendorf (Oberhavel) stammt und bis 2013 die Sportschule in Potsdam besuchte, war im ersten Versuch schon einmal über diese Höhe gesprungen. Die Latte blieb zwar liegen, machte aber auf der einen Seite einen Hüpfer vom 55 Millimeter langen Aufleger auf das Gestänge des Auslegers – das war laut Reglement ungültig, der Kampfrichter zeigte daher die rote Fahne. Paech beschwerte sich, aus dem Publikum kamen Pfiffe.

Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, pumpte der Sportler seine ganze angestaute Wut noch einmal in die Muskeln und schnellte im dritten Durchgang erneut über 5,77 Meter – diesmal war alles korrekt. Da auch der Franzose Jerome Clavier die 5,77 Meter im dritten Versuch meisterte, versuchten sich beide danach noch an 5,82 Meter – vergeblich. Aufgrund der geringeren Anzahl von Fehlversuchen zuvor ging der Sieg an Paech vor Clavier. Rang drei teilten sich die Polen Piotr Lisek und Robert Sobera mit 5,72 Meter, die im Vorjahr noch mit jeweils 5,80 Meter vor Paech (5,65) gelegen hatten.

Der erste Versuch über 5,77 Meter wird noch ungültig gegeben

„Natürlich hat mich das mächtig geärgert mit dem ersten Versuch über 5,77 Meter“, sagte der Brandenburger, der für Bayer Leverkusen startet. „Aber mein Trainer Michael Kühnke hat mir dann alles erklärt. Weltrekordler Renaud Lavillenie ist das vor Jahren auch mal passiert, als die Latte auf dem Ausleger liegen blieb, aber der Sprung ebenso ungültig war. Ich bin super glücklich, dass ich vom Kopf her noch mal in der Lage war, mich so zu konzentrieren. Denn es war mit den 14 Springern ein langer Abend.“

Paech puschte sich zu jedem der 16 Schritte Anlauf mit dem passenden Song „Born To Rage“ (Geboren in Wut) von Dada Life. „Mit der Musik springe ich seit dem Vorjahr“, erzählte er. Nach 13 Monaten Pause (Burnout) war das damals eine Art Wiedergeburt des Stabhochspringers. „Im Stern-Center zu springen, wird immer etwas Besonderes für mich sein“, betonte er und bekräftigte: „Das bleibt nun mal mein Lieblingsspringen. Da ich wusste, ich bin in guter Form, hatte ich mir auch eine Menge vorgenommen. Jetzt habe ich es auch gewonnen, da kann ich einen Haken hinter machen.“

Die Norm für die Hallen-WM erfüllt

Denn Mutter Kerstin, die wieder an der Anlage die Daumen drückte und nach einer langen, innigen Umarmung vom Sohn hinterher die rote Siegerrose geschenkt bekam, verriet noch: „Schon als kleiner Junge hat Carlo im Stern-Center davon geschwärmt, hier wolle er mal später bei den Männern gewinnen.“ Nun wurde der Kindheitstraum wahr und obendrein erfüllte er mit 5,77 Meter exakt die Norm für die Hallen-WM im März in Portland/USA.

Nächsten Samstag springt Paech mit den Stab-Stars von Lavillenie bis Raphael Holzdeppe beim Istaf-Indoor in Berlin. Zuvor muss der Kommissaranwärter von der Landespolizei in Nordrhein-Westfalen mithelfen, am heutigen Rosenmontag den Karnevalsumzug in Köln abzusichern. Paech steht auch als Polizist seinen Mann.

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer