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Lokalmatador Carlo Paech will hoch hinaus

Stabhochsprung-Meeting in Potsdam Lokalmatador Carlo Paech will hoch hinaus

Am Wochenende steht im Potsdamer Stern-Center bereits das 17. Internationale Stabhochsprung-Meeting an. Der SC Potsdam hat wieder ein Weltklasse-Feld bei Männern und Frauen am Start. Mit Carlo Paech ist auch ein aussichtsreicher Lokalmatador dabei.

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Carlo Paech bei der WM 2015 in Peking.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Der Junge ist gut drauf. „Es läuft einfach prima bei mir. Ich habe ein gutes Körpergefühl. Ich bin schnell und technisch offenbar stabil. Da macht das Springen einfach einen Riesenspaß“, sagt Carlo Paech. Der 23-Jährige steckt schon voller Vorfreude auf das 17. Internationale Stabhochsprung-Meeting am Wochenende im Potsdamer Stern-Center. Während sich am Freitagabend (18.30 Uhr) die Frauen um Vizeweltmeisterin Fabiana Murer (Brasilien) in die Höhe schwingen, sind am Samstagabend (17.30 Uhr) die Männer dran.

Paech trifft wieder auf erstklassige internationale Konkurrenz. Allen voran die beiden Polen Piotr Lisek und Robert Sobera, die im Vorjahr mit 5,80 Metern höhengleich triumphierten. Der Lokalmatador wurde mit 5,65 Metern 2015 Dritter. Paech kann sich noch sehr gut daran erinnern, denn es war für ihn ein denkwürdiger Wettkampf. Nach 13 Monaten Pause wegen Formschwäche und psychischer Probleme – sogar von einem Burnout war die Rede – kehrte der verlorene Sohn auf heimischer Bühne wie Phönix aus der Asche zurück.

Im Vorjahr gelang der Durchbruch

Paech, der bei SV electronic Hohen Neuendorf (Oberhavel) unter der Regie seiner Mutter Kerstin mit dem Stabhochspringen begann und später die Potsdamer Sportschule besuchte, ist quasi mit dem beliebten Event im Stern-Center sportlich groß geworden. Bereits in der Jugend katapultierte er sich in dem Einkaufstempel über die immer höher liegende Latte. Erst waren es die fünf Meter und 2013 dann gar schon 5,53 Meter. Nach dem Abi wechselte der kräftige Bursche – Spitzname Obelix – zu Bayer Leverkusen.

Nach einer Durststrecke dann 2015 im Stern-Center „der Durchbruch“, wie es Paech heute bezeichnet. „Das Springen im Stern-Center war immer mein Lieblingsspringen. Das wird auch so bleiben. Deshalb freue ich mich riesig auf den Wettkampf am Wochenende.“ Natürlich werden auch die Eltern, Mutter Kerstin und Vater Jan, sowie der kleinere Bruder Fabian (14) aus Hohen Neuendorf wieder unter den Zuschauern sein.

Und Carlo Paech hat sich eine Menge vorgenommen. „Ich will diesmal um den Sieg mitspringen und 5,80 Meter schaffen.“

5,80 Meter sind das Ziel

Dass er dabei nicht zu hoch pokert, hat er in der vergangenen Saison bewiesen. Denn im Sommer konnte er die 5,80 Meter schon bezwingen. Damit qualifizierte er sich für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Doch in Peking musste der frühere U-18-Vizeweltmeister Lehrgeld zahlen. Der Schützling von Trainer Michael Kühnke kam über die Qualifikation nicht hinaus. „Obwohl ich 5,65 Meter im ersten Versuch geschafft hatte, bin ich an 5,70 dreimal gescheitert. Natürlich war ich ziemlich enttäuscht. Aber das war mein erster großer Wettkampf bei den Erwachsenen. Man sagt ja immer: ,Qualifikationen haben ihre eigenen Gesetze.’ Nun weiß ich, dass es tatsächlich so ist. Ich konnte daraus aber für die Zukunft eine Menge lernen“, sagt Paech.

Denn nun will der Kommissaranwärter, der sich bei der Landespolizei von Nordrhein-Westfalen in Köln ausbilden lässt, im August zu den Olympischen Spielen nach Rio. Erst einmal steht die Hallensaison an. Sein Motto: „Wettkämpfe sind das beste Training.“ Vorige Woche startete Paech in Cottbus gleich furios mit der persönlichen Hallenbestleistung von 5,70 Meter, da wurde er nur von Weltmeister Shawnacy Barber (Kanada) bezwungen. Wegen der engen Halle gab es nur 14 statt der üblichen 16 Schritte Anlauf. Am Mittwoch startet Paech in Düsseldorf, da will er wieder Jagd auf 5,80 Meter machen und die Norm (5,77) für die Hallen-WM Mitte März in Portland/USA überbieten.

Auch in Potsdam wird er vollen Anlauf nehmen. „Den Heimvorteil muss ich doch ausnutzen“, meint Paech und hat die harten Stäbe für die großen Höhen im Köcher.

Von Peter Stein

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