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Lokalmatadorin Fini Sturm holt EM-Silber

Ruder-EM in Brandenburg auf dem Beetzsee Lokalmatadorin Fini Sturm holt EM-Silber

Tolle Ruder-Europameisterschaften auf dem Brandenburger Beetzsee. Abschließender Höhepunkt war der Sieg des Deutschland-Achters. Auch Lokalmatadorin Fini Sturm holte sich eine Medaille.

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Marie-Louise Dräger (l.) und Fini Sturm trotzten im leichten Doppelzweier den Windböen.

Quelle: Foto: dpa

Brandenburg/Havel. Der Deutschland-Achter setzte am Sonntagnachmittag den goldenen Schlusspunkt bei den Ruder-Europameisterschaften. 2800 Zuschauer auf den voll besetzten Tribünen der Regattastrecke des Brandenburger Beetzsees durften unterm Strich einen erfolgreichen Auftritt der Gastgeber-Flotte bejubeln. Die Bilanz: dreimal Gold, sechsmal Silber, einmal Bronze (davon zwei Gold-, fünf Silber- und eine Bronzemedaille in den 14 olympischen Bootsklassen).

Als Lokalmatadorin Fini Sturm wieder an Land war, fiel sie ihrer Mutter Annette um den Hals. Die 20-Jährige vom Ruder-Club Havel Brandenburg hatte im leichten Doppelzweier mit ihrer 15 Jahre älteren Partnerin Marie-Louise Dräger aus Rostock EM-Silber aus dem von Windböen der Stärke fünf mit vielen Wellen aufgepeitschten Beetzsee gefischt. Aber wer Sturm heißt, der lässt sich eben – nomen est omen – nicht von solchen Wetterwidrigkeiten bremsen. „Das kenne ich doch schon aus meiner Kindheit“, meinte Fini Sturm.

Das Duo Sturm/Dräger ergänzt sich perfekt

Die Medizinstudentin hatte mit Dräger ein Spezialrezept gefunden, um der Nervosität Herr zu werden. Das Paar besuchte am Vortag noch ein Eiscafé. Drei Kugeln Schoko, Cookies und Black Mamba ließ sich die Skullerin schmecken. Vor dem Start auf der 2000 Meter-Distanz hatte ihr Dräger noch zugerufen: „Augen zu und durch.“ Das Generationenboot, das bereits im Vorjahr EM-Silber holte, scheint sich perfekt zu ergänzen. „Sie bringt eben mit ihrer Erfahrung die nötige Lockerheit rein und viel Ehrgeiz“, sagte Fini Sturm über die mit zahlreichen WM-Meriten dekorierte Marie-Louise Dräger, die im Ziel Sohn Ben (3) auf den Arm nahm. Die Ältere meinte zur Jüngeren: „Fini sorgt für frischen Wind. Es macht einfach Spaß, mit ihr zu rudern.“ Nur den beiden Niederländerinnen mussten sie den Vortritt lassen. Für das Duo Sturm/Dräger ist klar: „Die EM-Medaille bringt einen Motivationsschub für die weitere Olympia-Vorbereitung.“

Abgerechnet wird in Rio

Denn abgerechnet wird in dieser Saison erst im August bei den Olympischen Sommerspielen in Rio. Auch der Achter hat auf dem Weg dorthin ein Ausrufezeichen gesetzt und den Erzrivalen Großbritannien – zuletzt dreimal in Folge Weltmeister – distanziert. „Endlich haben wir den Schlussspurt mal durchgebracht und sind noch auf Platz eins gefahren“, freute sich Bundestrainer Ralf Holtmeyer, zumal sein Paradeboot nach den ersten 500 Metern noch auf dem letzten Rang lag. „Bei diesen Bedingungen war es einfach sehr schwer zu rudern“, haderte Steuermann Martin Sauer mit dem Wellengang. „Aber dann tat sich mal eine Windpause auf, da haben wir angezogen und unseren Rhythmus gefunden.“ Mit Blick auf Rio warnte Holtmeyer indes: „Der Erfolg ist sicher wichtig für die Psyche, aber die anderen sind noch lange nicht weg.“

Frauen-Achter als EM-Fünfter in die Olympia-Quali

Für den Frauen-Achter reichte es hinter Großbritannien, Niederlande, Russland und Rumänien zu Platz fünf. Im Boot saßen Daniela Schultze und Stella Bleich vom RC Potsdam. „Eine Heim-EM zu erleben, war ein tolles Erlebnis. Meine Familie aus Cottbus war da. Hier bin ich meine ersten Regatten gefahren. Trotz der schwierigen Bedingungen war es ein gutes Rennen von uns“, sagte Schultze. Stella Bleich meinte: „Wir haben sicherlich das Bestmögliche herausgeholt. Wir rudern nicht oft vor so einer großartigen Kulisse.“ Mit Blick auf die Ende des Monats in Luzern anstehende Olympia-Qualifikation meinte Schultze: „Wir dürfen uns jetzt nicht beirren lassen. Dort sind die Niederlande und Rumänien wieder unsere Gegner.“

Trotzdem wollte sich Siegfried Kaidel, Chef des Deutschen Ruderverbandes, nach der Gratulationscour mit den Achter-Recken, den Erfolg nicht klein reden lassen. „Das war eine super EM für uns, auch von der Organisation.“

Von Peter Stein

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