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Lopetegui wird Spaniens Nationaltrainer

Fußball Lopetegui wird Spaniens Nationaltrainer

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft hofft nach dem frühen Scheitern bei der WM 2014 und der EM 2016 auf bessere Zeiten. Dafür soll als neuer Trainer Julen Lopetegui sorgen - ein Mann, der selbst in Spanien vor zwei, drei Jahren weitgehend unbekannt war.

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Julen Lopetegui wird Trainer der spanischen Nationalmannschaft.

Quelle: Jose Coelho

Madrid. Spanien setzt auf "Guardiola Nummer zwei": Der oft mit dem früheren Bayern-Trainer verglichene Julen Lopetegui ist zum neuen Coach des Fußball-Weltmeisters von 2010 und Europameisters von 2008 sowie 2012 ernannt worden. 

Der 49-Jährige, erst im Januar beim FC Porto gescheitert, wird somit Nachfolger des nach der EURO 2016 zurückgetretenen Vicente del Bosque. Nach den jüngsten Misserfolgen soll er "La Roja" wieder auf die Titelstraße zurückbringen. Der spanische Verband gab die Verpflichtung bekannt. Die Vertragsdauer wurde zunächst aber nicht mitgeteilt.

Radikale personelle Veränderungen plant Lopetegui zunächst nicht. "Es wird keine Revolution geben, sondern eine Evolution, bei der einige junge Spieler ihre Chance bekommen", kündigte er bei seiner Präsentation am Donnerstagabend an. Man denke nicht an Veränderung, sondern daran, wie jedes bevorstehende Spiel angegangen werden müsse. "Wir werden von all den guten Dingen profitieren, die der spanische Fußball über viele Jahre gemacht hat, aber logischerweise werden wir das an jeden Gegner anpassen", erklärte er.

Der Aufstieg von Lopetegui kommt relativ spät. Noch vor zwei, drei Jahren war der Mann aus dem Baskenland - der als Torwart unter anderem bei Real Madrid (1989-1991) und dem FC Barcelona (1994-1997) oft nicht einmal auf der Bank sitzen durfte - selbst bei den meisten Fußballfans in Spanien ein Nobody. In seinem ersten Trainerjahr bei Rayo Vallecano (2003/2004) in der 2. Liga war er schon vor Saisonende entlassen worden.

Der Schlag saß wohl tief, denn lange Jahre jobbte Lopetegui nur als TV-Kommentator oder Club-Späher. Einige erinnerten sich an ihn nur deshalb, weil er einmal als Kommentator vor laufenden Kameras plötzlich ohnmächtig geworden war.

Bei seiner Rückkehr auf die Bänke arbeitete Lopetegui zunächst fern der öffentlichen Aufmerksamkeit als spanischer Jugend-Coach. Die drei Europa-Titel, die er gewann, waren aber für den FC Porto Grund genug, Lopetegui im Sommer 2014 zu verpflichten.

Beim portugiesischen Traditionsclub konnte er die Fans in der ersten Spielzeit mit offensivem Stil und dem Vorstoß bis ins Viertelfinale der Champions League gegen den FC Bayern erfreuen. Als die Bayern im Hinspiel mit 3:1 bezwungen wurden, wurde er von der spanischen Sportzeitung "AS" zum "Giganten" erhoben. Er wurde erstmals mit dem früheren Barcelona- und Bayern-Coach Pep Guardiola verglichen - und "Guardiola Nummer zwei" getauft.

Doch dann änderte sich die Lage schlagartig. Nach einer miesen ersten Saisonhälfte 2015/2016 wurde der hagere Mann in Porto vor die Tür gesetzt. Bis zuletzt war er arbeitslos. Nun aber wartet für den stets bescheiden auftretenden Lopetegui eine riesige Chance. "Das sieht für mich wie eine gute Entscheidung aus", sagte Vorgänger Del Bosque. "Ich kenne Julen sehr gut und habe gern mit ihm gearbeitet. Er hat viel Enthusiasmus und Energie."

Die spanische Sportzeitung "Marca" verwies darauf, Lopetegui habe als Jugend-Nationalcoach Titel geholt und kenne die neue Generation der spanischen Profis um den Neu-Dortmunder Marc Bartra und den Bayern-Profi Thiago Alcántara sehr gut.

dpa

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