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Luckenwalde setzt auf sein Schwergewicht Christian John

Ringer-Bundesliga Luckenwalde setzt auf sein Schwergewicht Christian John

In der Endrundengruppe B der Ringer-Bundesliga empfängt der 1. Luckenwalder SC am Sonntag in der Fläminghalle den KSV Aalen. Der LSC rechnet dabei auch mit den Punkten durch Schwergewichtler Christian John.

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Christian John (r.) besiegte Mehmet Kasim Aras (Mainz).

Quelle: Foto: Frank Neßler

Luckenwalde. Christian John ist ständig auf Tour. Er schläft in vier Betten und sagt: „In meinem Auto bin ich zu Hause.“ Trotz aller Hast konzentriert sich der 1,84 Meter große Athlet, der 117 Kilogramm auf die Waage bringt, auf seinen Sport. Das ist im Ringen die Schwergewichtsklasse im griechisch-römischen Stil bis 130 Kilogramm. John, der nur „Bärchen“ gerufen wird, will mit dem Bundesligisten 1. Luckenwalder SC (LSC) ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft. Eine Grundlage legten die Nuthestädter in der vier Teams umfassenden Endrundengruppe B mit dem 15:10-Erfolg gegen den ASV Mainz. Der nächste Schritt soll am Sonntag erfolgen. Dann empfängt der LSC den KSV Aalen um 15 Uhr in der Fläminghalle.

John kam im dritten Aufeinandertreffen mit den Mainzern, die in der Vorrunde zweimal den LSC besiegt hatten, eine Schlüsselrolle zu. 0:4 hatte „Fliege“ Emanuel Krause zum Auftakt verloren. „Ich war schon nervös“, so John . „Mein Kampf war mitentscheidend. Bei einer Niederlage wäre die Luft bei uns rausgewesen.“ Ausgerechnet gegen den Deutsch-Türken Mehmet Kasim Aras, gegen den er im vergangenen Jahr zweimal verloren hatte, musste „Bärchen“ es reißen.

Spektakuläre Kopfschleuder bringt Höchstwertung

Selten genug, dass der Gegner kleiner und mit 113 Kilogramm auch leichter als John war. Doch der LSC-Mann ging wieder aufs Ganze. Durch den Gegendruck des Kontrahenten konnte er Aras packen und mit einer Kopfschleuder in der zweiten Etage rüberwerfen. „Solche Aktion habe ich bisher nur im Training gewagt“, sagte der mit der höchsten Wertung von fünf Punkten bedachte Athlet.

Auch Bundestrainer Maik Bullmann aus Frankfurt (Oder) war von John angetan. „Erfrischend, was Christian zeigt. Seine Auftritte besitzen einen hohen Unterhaltungswert. Aber er muss an Gewicht zulegen, wenn er international bestehen will“, sagte der Olympiasieger und dreifache Weltmeister. LSC-Coach Jörn Levermann meinte: „John muss seine ungestüme Art beibehalten. Er macht jetzt weniger Fehler, ringt kontrollierter und ist nicht mehr so anfällig gegen Konter.“

Pendeln zwischen Frankfurt (Oder), Potsdam und Luckenwalde

„Ich bin stabiler geworden“, sagt der 22-jährige John. „Manchmal will ich noch zuviel auf einmal. Das kann schnell in die Hose gehen.“ Seit 2012 gehört „Bärchen“ zur Sportfördergruppe der Landespolizei Brandenburg, ist in Potsdam stationiert und im Internat der Sportschule untergebracht. Er trainiert im Bundesleistungsstützpunkt Frankfurt (Oder). Die Betten drei und vier stehen im Elternhaus in Eisenhüttenstadt sowie in Luckenwalde. Sechs Siege stehen in dieser Saison zu Buche. Er musste sich nur dem zweifachen kubanischen Olympiasieger Mijain Lopez (Nendingen) und dem für Köllerbach ringenden Esten Heiki Nabi , der 2012 Olympia-Silber geholt hatte, beugen.

John hatte gegen Mainz die Mitkämpfer angestachelt. Es ist lange her, dass in der Fläminghalle so gejubelt wurde und der letzte siegreiche Kämpfer, der Serbe Aleksander Maksimovic, in die Luft geworfen wurde. Dennoch appelliert LSC-Manager Bernd Fassbender an die Fans: „Unterstützt uns zahlreicher!“ Zum Auftakt gegen Schifferstadt eilten 600 Zuschauer herbei, gegen Mainz nur 300.

Von Detlef Braune

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