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Lukas Kampa: Meine schlimmste Niederlage

Volleyball-Olympia-Qualifikation Lukas Kampa: Meine schlimmste Niederlage

Das war verdammt bitter. Sie haben gekämpft bis zum Umfallen, trotzdem standen die deutschen Volleyballer am Ende mit leeren Händen da. Denkbar knapp verpassten sie die Qualifikation für die Olympischen Spiele.

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Ist das wirklich das Aus? Lukas Kampa kann es nicht fassen.

Quelle: imago

Berlin. Das Scheitern der deutschen Volleyballer in der Olympia-Qualifikation in Berlin hatte eine gewisse Tragik. Nicht nur, dass die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen ein starkes Turnier gespielt hatte, letztlich fehlte bei der 2:3-Niederlage gegen Polen im Spiel um Platz drei auch das Quäntchen Glück beim 14:16 im Tiebreak. Zuspieler Lukas Kampa (29) stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.


MAZ:
Was fühlen Sie jetzt?

Lukas Kampa: Einfach nur Leere, die totale Enttäuschung. Diesen innerlichen Schmerz kann man nicht beschreiben, da fehlen die Worte. Wir haben nun keine Chance mehr, Olympia findet ohne uns statt. Das ist so bitter. Das ist für mich die schlimmste Niederlage meiner Karriere.

Warum hat Deutschland verloren?

Kampa: Diese Frage lässt sich derzeit für mich nicht beantworten. Wir haben gekämpft bis zum Schluss, alles gegeben. Aus meiner Sicht haben wir nichts falsch gemacht. Mein erster Gedanke war, dass es in Rio viele solcher Spiele nicht geben wird.

Also kritisieren Sie den Modus?

Kampa: Ja, sicher, aber das hilft jetzt nicht mehr weiter. Hier waren Top-Teams, aber nicht alle können nach Rio. Das ist schade, weil viele schöne Spiele verloren gehen. Aber das ist der Modus, wir können es nicht ändern. Leider hat es uns getroffen. Das ist für uns sehr enttäuschend.

Wie fällt Ihr Fazit in spielerischer Hinsicht aus?

Kampa: Wir haben immer daran geglaubt, wir schaffen das. In der Vorbereitung seit Weihnachten haben wir alles dafür getan. Alle Mannschaften wussten, dass es sehr schwer werden würde. Aber wir haben unsere Chance gesehen. Wir hatten keine Zweifel, wussten, wenn wir alles geben, dann ist auch alles möglich. Wir haben gegen Polen ein Wahnsinnsspiel gemacht. Aber wenn die die Bälle nach Georg Grozers Aufschlag im Tiebreak auch noch aus Kreuzberg oder was weiß ich woher holen, dann kann man nichts machen. Glückwunsch an Polen.

Grozer hat nach Spielende seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, weitere aus der erfolgreichen Generation könnten folgen. Ist das für Sie eine Option?

Kampa: Ich habe jetzt noch keine Zeit gehabt, mir darüber Gedanken zu machen. Ich werde nicht aus einer Emotion heraus entscheiden. Wie es weitergeht, wird man sehen. Mal sehen, ob sich jüngere Spieler anbieten. Das muss jeder für sich entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.

Wie geht es für Sie weiter?

Kampa: Auf jeden Fall muss ich am Mittwoch wieder im Verein (Czarni Radom/Polen) ran. Das wird schwer genug. Aber ich bin Volleyball-Profi, werde dort wieder mein Bestes geben.


Von Peter Stein

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