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Macherin im Billard-Mekka

Billard Macherin im Billard-Mekka

Helga Blawid organisiert die Europameisterschaft in Brandenburg/Havel – die Rentnerin ist mit ihrem Team von morgens bis spätabends im Stahlpalast im Einsatz

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Helga Blawid holte die EM nach Brandenburg.

Quelle: Marcus Alert

Brandenburg/Havel. Jeden Morgen ab 9 Uhr ist Helga Blawid im Brandenburger „Stahlpalast“ zu finden, wo noch bis zum Sonntag die Billard-Europameisterschaften stattfinden. Die Mitte Mai 70 Jahre alt werdende Brandenburgerin ist das Herz und auch der Motor der Meisterschaft. Denn sie machte die Havelstadt in den vergangenen Jahren zum unumstrittenen Billard-Mekka.

Abgedunkelte Fenster

Vor sechs Jahren suchte der europäische Verband CEB kurzfristig einen Austragungsort. Es wurde Brandenburg. Helga Blawid hatte im Vorfeld mehrere Gespräche dazu geführt und schließlich auch die Gesamtorganisation übernommen. Es wurde ein Erfolg. 2013, 2015 und nun 2017 folgten die nächsten Titelkämpfe. „Wenn in den Wochen vor der Eröffnung an alles gedacht wurde, hat man während der EM nicht mehr viel zu tun“, erzählt die einstige Finanzbeamtin völlig entspannt. Fast jeder der 500 Starter und 58 Schiedsrichter kennt sie. Helga Blawid hält hier und da einen Plausch, ehe sie im großen Saal ankommt, wo die Spieltische stehen. Hier gibt es keinen lauten Ton, sind die Fenster alle abgedunkelt. Mit einem Blick sieht sie, dass alles in Ordnung ist.

Deutsche Meisterin

Während die CEB mit dem Präsidenten Bennie Deegens für den Ablauf verantwortlich zeichnet, ist die SG Stahl Brandenburg als Organisator und Ausrichter für das gesamte Umfeld verantwortlich. Chefin der SG Stahl inklusive der Billard-Abteilung ist Helga Blawid, die seit 40 Jahren selbst Kegelbillard spielt – sie war DDR- und deutsche Meisterin – und höchste Funktionen innehatte. Ihr zur Seite stehen in diesen 14 Tagen zehn ehrenamtliche Helfer aus dem eigenen Verein und aus anderen Vereinen der Stadt. „Die haben für die zwei Wochen extra Urlaub genommen“, verrät sie. Und sie arbeiten fast im Verborgenen. Denn spät abends decken sie als letzte die Tische ab, die sie dann morgens vor den ersten Partien noch absaugen. Sie säubern die Bälle oder stellen die Getränke für die Spieler bereit.

Probleme werden gelöst

Ab und zu ist aber auch Helga Blawid gefragt. Beim Aufbau der Tische fehlten plötzlich ein paar Teile. „Da sind wir kurzerhand in den Baumarkt gefahren“, erzählt sie. Und als eine Sicherung ihren Geist aufgab und einige Tische dadurch ohne Licht waren, reichten ein paar Anrufe, um schnell einen Elektriker in den Stahlpalast zu bekommen. Genauso zügig reagierte sie, als plötzlich die Internetleitung nicht mehr funktionierte. „Ein Anruf bei RFT reichte“, so Blawid. Gibt es Probleme, wissen die Teamleiter der 21 an der EM beteiligten Nationen, wo Helga Blawid zu finden ist.

Ein Manko hat Helga Blawid jedoch. Die englische Sprache ist nicht ihr Ding. Mehrere Anläufe Englisch zu lernen sind gescheitert. Bei Helfern wie der Australierin Suzan Milbank oder der Luxemburgerin Amanda Houtsch ist das kein Problem. Die können Deutsch. Doch Helga Blawid weiß sich zu helfen. Denn ihr Vereinskollege Konrad Mehlhorn ist einer der zehn Helfer und spricht fließend Englisch. Gegen 22 Uhr nimmt Helga Blawid dann langsam wieder Abschied. Nach ein paar Stunden Schlaf wird sie gegen 9 Uhr wieder das Foyer des „Stahlpalastes“ betreten.

Von Marcus Alert

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