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Männer-Achter gilt als Flaggschiff

Ruder-EM in Brandenburg Männer-Achter gilt als Flaggschiff

Seit Jahren ist der Männer-Achter das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes. Das soll auch bei der Europameisterschaft in Brandenburg/Havel so sein, die am Donnerstag eröffnet wird. Der Frauen-Achter hingegen ist ein Sorgenkind.

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Der Deutschland-Achter war 2012 Olympiasieger und will diesen Erfolg 2016 wiederholen.

Quelle: Foto: dpa

Brandenburg/Havel. Männer-Achter hui, Frauen-Achter naja – gegensätzlicher könnte die Ausgangslage für die beiden deutschen Großboote vor den Ruder-Europameisterschaften von Freitag bis Sonntag auf der Regattastrecke des Brandenburger Beetzsees kaum sein. Während der Deutschland-Achter seit Jahren als Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) von Erfolg zu Erfolg eilt, gelten die Frauen im Achter als Sorgenkind.

So ist die Crew von Steuermann Martin Sauer bei der EM heißer Titelkandidat. Denn das Boot startet mit fünf Männern, die schon vor vier Jahren in London Olympia-Gold holten: Richard Schmidt, Maximilian Reinelt, Eric Johannesen, Andreas Kuffner und eben Sauer. Dabei kehrte der Berliner Kuffner nach auskuriertem Bandscheibenvorfall ins Team zurück, zumal dieser mit seinen 29 Jahren größtes Vertrauen bei Bundestrainer Ralf Holtmeyer genießt. „Andreas kann die Mannschaft im entscheidenden Moment richtig nach vorne bringen“, sagt der Coach.

EM als Zwischenstation auf dem Weg nach Rio

Holtmeyer weiß, wovon er spricht. Im Vorjahr bei der Weltmeisterschaft fehlten ganze 18 Hundertstelsekunden zum Gold, das sich die Briten zum dritten Mal in Folge sicherten. Großbritannien wird auch der große Rivale auf dem Beetzsee sein, die Niederlande und Russland gelten als weitere Hauptkonkurrenten. Holtmeyer macht klar: „Das große Ziel ist Olympia im August in Rio. Da wollen wir wieder Gold holen und die Briten schlagen.“ Ob sein Team schon bei der Heim-EM in Topform sei, da wollte sich der Chefcoach nicht festlegen. „Aber die Mannschaft hat sehr gut trainiert, alle sind mit Eifer dabei.“ Klar, der Konkurrenzkampf um die Plätze im Erfolgsboot ist riesig – ganz im Gegensatz zur Situation bei den Frauen.

Die Riemenruderinnen stehen seit Jahren im Schatten der Männer – bedingt durch die fehlenden Erfolge. Nach dem enttäuschenden zehnten WM-Platz im Vorjahr bangt der Frauen-Achter – der wie die Männer am Bundesleistungszentrum in Dortmund trainiert – gar um sein Olympia-Ticket. Er muss noch vom 22. bis 24. Mai in Luzern bei der Olympia-Qualifikation antreten.

Frauen-Achter kämpft noch um das Olympia-Ticket

„Dort noch einen der zwei Olympia-Startplätze zu ergattern, wird ganz schwer. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Uta Salomon. Die Trainerin vom RC Potsdam hat mit Stella Bleich und Daniela Schultze zwei Ruderinnen im Achter dabei, die im Vorjahr schon das WM-Debakel miterleben mussten. Immer wieder gab es Umbesetzungen in dem Großboot. Zuletzt beim Weltcup in Varese war Stella Bleich, die aus Kyritz stammt, nur Ersatzfrau. Nun sitzt sie wieder drin und freut sich ganz besonders auf den seit frühesten Regattatagen bestens bekannten Kurs in Brandenburg/Havel. Vielleicht gelingt auf dem Beetzsee ein Befreiungsschlag und kein Schlag ins Wasser.

Trainerin Salomon meint zur Diskrepanz zwischen Männer- und Frauen-Achter: „Wir haben in Deutschland einfach zu wenig Riemenruderinnen. Weil die Quantität fehlt, mangelt es an Qualität. Auch in Potsdam haben wir uns erst in den letzten Jahren wieder verstärkt dem Riemenrudern gewidmet, nachdem der Skull-Bereich dominierend war.“

Von Peter Stein

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