Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Marcus Boljahn ist Hallensprecher beim RSV Eintracht

Die Stimmen Brandenburgs Marcus Boljahn ist Hallensprecher beim RSV Eintracht

In der MAZ-Serie „Die Stimmen Brandenburgs“ stellen wir diesmal Marcus Boljahn vor. Er ist Hallensprecher beim Basketball-Zweitligisten RSV Eintracht Stahnsdorf und seit der letzten Saison auch beim Handball-Drittligisten VfL Potsdam.

Voriger Artikel
"Keine einfache Situation": Kuranyi weiter vereinslos
Nächster Artikel
Wechsel von Torjäger Higuain zu Juventus Turin perfekt

Marcus Boljahn ist ein RSV-Urgestein.
 

Quelle: foto: bernd förster

Potsdam.  Marcus Boljahn ist höchst konzentriert. Der Hallensprecher des Basketball-Zweitligisten RSV Eintracht Stahnsdorf darf sich nicht eine winzige Unaufmerksamkeit leisten. In der Halle der Berlin-Brandenburg International School in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) sagt Boljahn jeden Korb und jedes Foul an. „Das ist so üblich. Aber das ist wirklich Arbeit“, sagt er.

Und doch ist Basketball sein liebstes Hobby. Boljahn spielte lange selbst. Später war er Trainer und führte den RSV Eintracht von der untersten Liga bis in die 2. Regionalliga. Nebenbei war er Abteilungsleiter und Schiedsrichter. Als 2005 die Position des Hallensprechers vakant war, fiel die Wahl schnell auf Boljahn. „Ich mach das jetzt einfach mal“, habe er sich damals gesagt.

Als Hobby-DJ auch mit der Musik vertraut

Ein Mikrofon hatte er schließlich schon öfter in der Hand gehabt. Der Hobby-DJ legt etwa bei Geburtstagen, Hochzeiten und Schlagerpartys auf. Auch beim Basketball ist er für die Musik zuständig. „Das macht es nicht einfacher.“ Denn die zahlreichen Durchsagen sind anstrengend genug. Oft muss er sich dabei auf die Zunge beißen. „Man hat nur kleine Zeitfenster für die Ansagen“, erzählt Boljahn. Wenn etwa der RSV einen Korb erzielt hat, darf er diesen nur solange bejubeln, bis der Gegner den Ball wieder über die Mittellinie getragen hat. „Dann darf ich nichts mehr sagen.“ Er sei bemüht, möglichst viel zu erklären. Insbesondere für die Zuschauer, die nicht mit Basketball groß geworden sind. „Das Regelwerk ist teilweise nicht ganz so selbsterklärend. Aber alle unsere Besucher sollen verstehen, was gerade warum passiert.“

Ex-Basketballer und -Schiri kennt sich im Regelwerk aus

 Als ehemaliger Schiedsrichter hat er einen ganz guten Blick auf das Geschehen. Doch er darf Szenen erst kommentieren, wenn ein Schiedsrichter eine Bewertung angezeigt hat. Ein einziges Mal hat der Meteorologe, der bei einem privaten Wetterdienst in Berlin Vorhersagen für Deutschland, Holland, England und Frankreich erstellt, eine dunkle Wolke über sich gehabt. „Ich hatte mal ins Mikro gesagt, das war ein hartes Foul. Dafür gab es einen Rüffel von den Schiedsrichtern, ich habe die Fouls nicht zu bewerten. Das war die einzige Ermahnung, die ich je kassiert habe.“ Und der RSV spielt nunmehr schon seit zehn Jahren in der 2. Bundesliga ProB und ist damit Brandenburgs höchstrangiges Team. Für ein Jahr half Boljahn, der am Samstag 38 wird, bei den Basketballern in Königs Wusterhausen aus. Außerdem kommentierte er Jugend-Länderspiele. Gute Arbeit spricht sich eben rum.

Im Handball schnell reingefuchst

Auch bei den Handballern des Drittligisten VfL Potsdam. Seit der vergangenen Saison ist er auch in der MBS-Arena Hallensprecher. „Ich hatte erst Bedenken, ob ich akzeptiert werde als Sportartfremder.“ Doch er nahm ein wenig Nachhilfe im Spiel mit dem kleineren Ball und fuchste sich schnell ein. „Handball macht mir auch sehr viel Spaß.“ Meistens meint es der Spielplan gut mit Boljahn, sodass sich die Heimspiele der Basketballer und der Handballer kaum überschneiden. Und wenn doch, hat Basketball Priorität. Beim RSV ist Boljahn schließlich groß geworden.

Von Ronny Müller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer