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Martin will Gelb bis zu den Pyrenäen verteidigen

Radsport Martin will Gelb bis zu den Pyrenäen verteidigen

Tony Martin ist als 15. deutscher Radprofi bei der Tour de France ins Gelbe Trikot gefahren. Damit ist nach vielen vergeblichen Anläufen sein größter Traum in Erfüllung gegangen.

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Tony Martin will das Gelbe Trikot bis ins Hochgebirge erfolgreich verteidigen.

Quelle: Sebastien Nogier

Berlin. Bis Paris warten aber noch einige Herausforderungen und Chancen auf den dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet einige Fragen zum Mann im Gelb.

 

Was ist für Tony Martin bei der 102. Tour de France noch möglich?

 

Martin will das Gelbe Trikot bis zur ersten Pyrenäen-Etappe am 14. Juli verteidigen. Doch bis dahin warten noch einige Schwierigkeiten wie etwa die achte Etappe, die mit dem Finale an der "Mur de Bretagne" endet. Auf dem zwei Kilometer langen Anstieg mit durchschnittlich 6,9 Prozent Steigung könnten die kletterstarken Fahrer wieder auftrumpfen. Aber auch sonst kann es bei der Tour schnell gehen, schließlich ist Martin schon der vierte Spitzenreiter in vier Tagen. Und der Vorsprung ist nicht allzu groß. Christopher Froome liegt nur zwölf Sekunden zurück, der Amerikaner Tejay van Garderen (0:25) und der Franzose Tony Gallopin (0:38) folgen dahinter.

 

Wie sieht es in den Bergen aus?

 

Spätestens in den Pyrenäen ist Martin das Trikot los. Gegen die Rundfahrtspezialisten wie Froome, Alberto Contador oder Vincenzo Nibali hat er am Berg keine Chance. Die Tour de France wird Martin sicher nicht gewinnen.

 

Bestehen noch Chancen auf einen Etappensieg?

 

Ein Einzelzeitfahren - Martins Spezialdisziplin - gibt es bei dieser Tour nicht mehr. Am Sonntag kommt es aber auf der neunten Etappe noch zu einem Mannschaftszeitfahren, bei dem Martins Team Etixx-Quick Step zu den Sieganwärtern zählt. Auch sonst bieten sich sicherlich mit einem Ausreißversuch Chancen. "Tony kann bei der Tour so ziemlich jede Etappe gewinnen", sagt sein Technischer Manager Rolf Aldag und verweist auf Martins Sieg in Mülhausen im Vorjahr, als er 60 Kilometer allein an der Spitze gefahren ist.

 

Die Etappe nach Cambrai führte über das Kopfsteinpflaster. Wie sieht es bei Martin mit den Frühjahrsklassikern aus?

 

Martin ist kein allzu großer Freund von den Klassikern und fährt lieber einwöchige Rundfahrten. Sein Manager Patrick Lefevere würde ihn gerne mal in Klassikern wie Paris-Roubaix oder der Flandern-Rundfahrt testen. Martin lehnte das bislang ab. Vielleicht hat aber der Sieg in Cambrai Appetit auf mehr gemacht.

 

Wie sind Martins weitere Ziele?

 

Im September findet die WM in Richmond statt. Dort will er seinen vierten WM-Titel im Einzelzeitfahren holen. Dann wäre er zusammen mit Fabian Cancellara der erfolgreichste Radprofi im Kampf gegen die Uhr. Im Vorjahr hatte er den vierten Titel knapp verpasst, als er gegen Bradley Wiggins verlor. Martins Fernziel ist aber die Goldmedaille in Rio. In London hatte er bereits den zweiten Platz belegt, obwohl er nach einem Sturz bei der Tour mit einer gebrochenen Hand unterwegs war.

 

Was ist mit dem Stundenweltrekord?

 

Das ist irgendwann auch ein Ziel, sagt Martin. Momentan hat die Bestmarke aber nicht oberste Priorität. Die 54,526 Kilometer von Wiggins hält Martin aber für machbar.

 

Wird Martin bald in einem deutschen Team fahren?

 

Das ist momentan kein Thema. Martin hat erst im vergangenen Jahr seinen Vertrag bei Etixx-Quick Step bis 2016 verlängert und kassiert bei den Belgiern eine Millionen-Gage. Der 30-Jährige fühlt sich dort sehr wohl, weil er seinen Betreuerstab um sich hat und alle Freiheiten genießt.

dpa

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