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Massenschlägerei beim Rugby-Derby

Velten – Potsdam Massenschlägerei beim Rugby-Derby

Eklat beim Brandenburger Rugby-Derby: Beim Spiel zwischen den Zweitligisten Veltener RC und USV Potsdam kam es in der zweiten Halbzeit zu einer Massenschlägerei. Doch damit nicht genug. Als der Schiedsrichter das Spiel dann abbrach, soll er von einem Veltener Spieler geschlagen worden sein.

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Der Veltener RC und der USV Potsdam treffen regelmäßig in der 2. Bundesliga aufeinander.

Quelle: Robert Roeske

Velten. Beim Rugby geht es hart zur Sache, keine Frage. Dennoch bezeichnen sich die Spieler gerne als Gentlemen. Denn sie halten ihre Werte wie Kameradschaft, Respekt, Disziplin besonders hoch. Am Wochenende wurde dieser Geist beim Zweitligaspiel zwischen dem Veltener Rugbyclub Empor (Oberhavel) und dem USV Potsdam jedoch mit Füßen getreten.

Beherztes Eingreifen

Vielleicht waren sich die favorisierten Veltener ihrer Sache ein wenig zu sicher. Denn Potsdam trat nicht wie üblich mit 15 Spielern an, sondern konnte nur 14 Akteure aufs Feld schicken. Trotzdem ging der Gast in der zweiten Halbzeit mit 29:15 in Führung. Es war ein emotionales Spiel, aber alles lief normal ab. Bis zu dieser einen Szene, die alles außer Kontrolle brachte: Nach Angaben von Beobachtern war ein Veltener Spieler an der Außenlinie durchgebrochen. Da er offenbar außerhalb des Spielfeldes war, wurde er zurückgepfiffen. Ein Potsdamer hat dies offenbar nicht mitbekommen und stoppte den Veltener durch ein beherztes Eingreifen. Daraus entstand eine Massenschlägerei, die auf einem Volksfest einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst hätte.

Schlag ins Gesicht

Schiedsrichter Ulf Jeremies aus Dresden zeigte einem bereits ausgewechselten Veltener die Rote Karte, sah nach Beratung mit seinen Assistenten jedoch vom Spielabbruch ab. Nach Beobachterangaben wurde der Unparteiische anschließend jedoch beleidigt – und hatte die Nase voll. Spielabbruch. Nun eskalierte die Situation noch einmal. Die Rede ist von einem Schlag ins Gesicht des Schiedsrichters auf dem Weg in die Kabine. Der Potsdamer Spieler Christof Hannemann hat den Schlag nicht gesehen, da er noch auf dem Platz stand. „Ich habe davon gehört.“ Er habe sich später beim Schiedsrichter nach dem Befinden erkundigt. „Er wollte erstmal nach Hause fahren.“ Referee Jeremies war am Mittwoch nicht zu erreichen. Sicher ist, dass die Vorfälle ein Nachspiel haben. Potsdams Trainer Robby Lehmann schüttelt den Kopf: „Unsere Werte sind ein sehr hohes Gut. Ein Angriff auf den Schiedsrichter geht gar nicht.“

Stellungnahme folgt

Veltens Vorsitzender Norbert Heidekorn sagte der Internetseite „totalrugby“: „Wir sind alle im Schockzustand angesichts dessen, was da vorgefallen ist. Ich bin persönlich niedergeschlagen. Wir haben bereits Gespräche mit dem Spieler geführt. Als ich davon gehört hatte, war ich sprachlos. Wir vom VRC haben uns bereits beim Schiedsrichter entschuldigt und das sind einfach nicht die Werte, für die wir beim VRC stehen.“ Im Gespräch mit der MAZ kündigte Heidekorn eine offizielle Stellungnahme des Vereins an. Es gebe noch Klärungsbedarf, ob es sich tatsächlich um einen Schlag ins Gesicht oder einen Schubser gegen die Brust gehandelt habe.

Das Spiel wird wegen des Abbruchs vermutlich für Potsdam gewertet. Dabei wäre laut Regularien ein USV-Sieg aufgrund der verminderten Spieleranzahl gar nicht möglich gewesen.

Von Ronny Müller

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